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Reviews: Z

Review November 2005: ZED YAGO - The Invisible Guide - 2005 (13 Songs, 50:37 Minuten)

He has returned! The mighty Bubi is back! "Bubi der Schmied" war der Drummer der Heavy Metal-Kapelle ZED YAGO, die in den 80er Jahren mit den beiden Alben "From Over Yonder" (1988) und "The Pilgrimage" (1989) von sich Reden machte. Bubi war damals schon recht, ähem, vollschlank und sah überhaupt nicht aus, wie man sich einen Heavy Metal-Drummer vorstellte. Was? Ja, ich kenne Gene Hoglan...  Schnauze jetzt, ich erzähle hier! So, wo war ich? Ach genau: Bubi hatte auch 'nen richtigen Namen, denn eigentlich heißt der Kesselflicker Claus Reinholdt. ZED YAGO hatten auch ein Frontfräulein, Jutta Weinhold hieß die, war für das Konzept und die Geschichte um Zed Yago (die Tochter des "fliegenden Holländers") verantwortlich und stand tierisch auf den alten Opernfuzzie Richie Wagner. Jutta machte aus ihrer Verliebtheit zu literarischen und musikalischen Klassikern keinen Hehl und nervte die Fans auf den Konzerten schon mal mit minutenlangen Rezitationen von alten Texten. Aber 1989 hatten sich ZED YAGO nicht mehr lieb, man löste sich auf, es gab einen Rechtsstreit um den Bandnamen, den Gitarrist Jimmy Durand gewann. Tante Jutta (die schon in den siebziger Jahren auf den Bühnen der Welt rumturnte) wollte aber noch nicht aufhören und formierte die Band VELVET VIPER, mit der sie noch zwei Alben ("Velvet Viper", 1991 und "The 4th Quest For Fantasy", 1992) rausbrachte. ZED YAGO blieben bis 1997 in der Versenkung verschwunden, dann hatte Jimmy Durand endlich eine passende Sängerin gefunden, die den Part von Jutta übernehmen konnte. Yvonne hieß die Dame, mittlerweile hat sie nicht nur den Sangesposten, sondern durch Vermählung auch noch den Nachnamen von Jimmy übernommen. Zur ZED YAGO-Besetzung 2005 zählen neben Yvonne Durand, Jimmy Durand und dem bereits erwähnten Bubi (der im Zuge der Globalisierung jetzt "Bubi THE Schmied" heißt) auch noch Keyboarder Hansi Kecker und Basser Marzo Nixx, der die Band allerdings mittlerweile wieder verlassen hat. Doch kommen wir zur Musik: Stilistisch wird natürlich das bewährte Konzept weitergeführt. Stampfender Midtempo-Heavy Metal, wie ihn die Band bereits vor 18 Jahren kultivierte. Zu den 50 Minuten Spielzeit kommt als Bonus noch ein Video des Songs "To The Top Of The Mountain", der zusammen mit "Custer" und dem Opener "Warrior Of Fantasy" zu den besseren Tracks auf "The Invisible Guide" gehört. Das restliche Songmaterial ist durchgehend recht ansprechend, aber auch weit vom Niveau einstiger Klassiker wie z.B. "Black Bone Song" entfernt. Die Frage jedoch, die mich im Vorfeld am meisten interessierte, war: wie klingt die Nachfolgerin von Jutta Weinhold? Nun ja, eigentlich klingt sie fast genau so wie Jutta. Jedenfalls bemüht sich Yvonne, so wie das Vorbild zu singen. Manchmal gelingt ihr das, bei anderen Songs klingt das Geknödel recht angestrengt. Was Yvonne dagegen überhaupt nicht kann, ist Texte in englischer Sprache verfassen. Das Booklet dokumentiert so viele grammatikalische Fehler bei den Lyrics, dass man das Gefühl hat, Yvonne habe beim Verfassen der Texte einfach ihre deutsche Vorlage durch ein Übersetzungsprogramm gejagt. Das entbehrt natürlich nicht einer gewissen humorigen Note, und wenn man auch sonst nicht so sehr auf Texte achtet, macht es hier viel Spaß, nach weiteren völlig sinnentstellenden Fehlern zu suchen. "He is the man who steel my heart" macht zwar in wörtlicher Übersetzung im Deutschen Sinn, aber eben nicht im Englischen. Nun ja, wenigstens hatte ich einen kurzweiligen Nachmittag, danke Yvonne! So, genug der Häme: handwerklich geht auf "The Invisible Guide" natürlich alles in Ordnung, das Songwriting ist auch gute alte Schule. Aber trotzdem bleibt auch nach dem 15. Durchlauf ein fader Nachgeschmack. Es geht halt nichts über das Original...

Fazit: Kein schlechtes Album, aber auch kein würdiger Nachfolger der Klassiker. 6,5 von 10 Punkten   Uwe Harms

Review Januar 07: ZERAPHINE - Kalte Sonne - 2002 (12 Songs, 44:31 Minuten)

Da wühlt man sich mal durch seinen CD-Schrank und was findet man? ZERAPHINE mit "Kalte Sonne". Ein echtes Goldstück aus längst vergangenen Tagen. Für das erste Album der Band lässt es sich sehr gut hören. Die Songs sind keine schweren Hämmer. Sie klingen leicht wie eine Feder. Kurz gesagt: leicht verdauliche Qualität. Das Cover ist auch sehr hübsch und regt zum Kaufen an. Der erste Song „Flieh Mit Mir“ ist ein guter Einblick in den Stil von ZERAPHINE. Sehr melodisch und trotzdem nicht zu poppig… Dazu die wirklich saugute Stimme von Sven Friedrich (ex-DREADFUL SHADOWS) und du hast den absoluten Gothic Rock/Metal Hammer. Der Hit auf dem Album meiner Meinung nach ist Song Nummer sechs "Kannst Du verzeihen". Ein absoluter Ohrwurm. Welch ein Zufall, dass ausgerechnet der stärkste Song in der Mitte des Albums ist. Die Mitte als Höhepunkt der Scheibe. Aber wer denkt jetzt ist fertig mit guten Songs liegt falsch, denn "Siamesische Einsamkeit", ein recht ruhiger Song, ist ja auch noch da. Komischerweise kommt den meisten Menschen, die ZERAPHINE kennen dieser Song direkt in den Kopf. Also diese Erfahrung hab ich gemacht, wobei ich das nicht ganz versteh da es nicht der stärkste Song ist. Zum Schluss hin kommt auch noch mal ein klasse Song "Ohne Dich", die Nummer elf des Album.

Fazit: Ein typisches Gothic Rock/Metal Album mit Klasse…für Fans diese Genres ein Muss! 7,5 von 10 Punkten  Maximilian "Uriel" Rotter

Review: ZIMMERS HOLE - Legion of Flames - 2002 

Wie viele Metal Bands fallen euch ein, die mit Z beginnen? ZZ-TOP? Kein Metal...ZIMMERS HOLE! Die kanadischen Freaks, hauptamtlich bei STRAPPING YOUNG LAD beschäftigt, haben mit dem neuesten Rundling ein Biest auf die Menschheit losgelassen, welches das Debüt "Bound by Fire" an Tollwut-Potenzial bei weitem übertrifft. Völlig sinnfreie Samples, irre Black-Metal - Raserei trifft auf das "Master of Puppets" Riff, dann imitiert man bei "Re-Anaconda" den Stil von KING DIAMOND, um gleich darauf wüstesten Death Metal zu zelebrieren. Der Klassiker "This Flight tonight" von NAZARETH wird verwurstet, ohne das man "Blasphemie!" rufen müsste. J.B.O. trifft auf WALTARI, VOIVOD und MORBID ANGEL, dabei aber immer hochpräzise auf den Punkt gespielt, man merkt zu jeder Sekunde, dass die Jungs genau wissen, was sie tun. Abgedrehte Texte - als Beispiel seien "1000 miles of cock" oder "Doggy Style" genannt. Wer außer diesen Kanadiern kommt auf die Idee, die US-Hymne "Amazing Grace" mit irrem Gekreische zu unterlegen, dabei einen zahnlosen Opa fragen zu lassen "Where are my goddamn teeth?", um danach von einer Ska- in einen Thrash-Hammer zu wechseln? Bei allem Irrsinn sind alle Tracks super eingängig, ohne langweilig zu werden, selbst beim 20ten Mal hört man noch Neues. Dazu eine oberfette Produktion von  Mastermind "Hevy Devy" DEVIN TOWNSEND, der genau weiss, wie das ganze Konglomerat zu klingen hat.

Fazit : Hat das Zeug zum Klassiker. 8,5 von 10 Punkten  Uwe Harms

Review Januar 04: ZUBROWSKA - One On Six - 2003 (12 Songs, 36:04 Minuten)

Nach einem obligatorischen Intro steht der Zuhörer wie der Ochs vor'm Berg. Krankes Gebrülle, Breaks, dissonante Akkorde verlangen Einiges ab. Sind diese Franzosen noch ganz sauber? Selbst für Fans abgefahrenster und experimentellster Metal-Musik dürfte es anfangs sehr schwer fallen, hier eine klare Linie auszumachen. ZUBROWSKA mischen gnadenlos den Humor von ZIMMERS HOLE (Songtitel wie "Sex, Drugs & Basketball" oder "When Satan Plays Disco People Die" sprechen für sich) mit den abgefahrenen Arrangements von DILLINGER ESCAPE PLAN, ersetzen aber deren interessante Jazz-Elemente durch absolut chaotische Grindriffs. Die Gitarren verwirren durch superkurze, schnelle Leads, die irgendwie gegeneinander verstimmt wirken, als wären zusätzlich noch Harmonizer drauf. Auf die Schnelle ist das aber nicht zu analysieren, ob nun wirklich die Recordingtechnik funktionierte, oder die beiden Axtschwinger tatsächlich so eine abgefuckte Scheiße rumdudeln. Die Songs springen wie ein unermüdlicher Flummi im mehrdimensionalen Raum umher. Takt- und Tempiwechsel sind an der Tagesordnung; mit üblichen Harmonien wird komplett gebrochen. "Happy Pink Town" setzt dem Ganzen zur Mitte des Albums die Krone auf: jede Struktur wird komplett aufgegeben, der Zuhörer befindet sich hilflos vor diesem Tongewirr und versucht zu peilen, wo oben und unten ist. Umso froher ist man, wenn man mal ganz "normale" Grindpassagen entdeckt, wie z.B. das geile Geballer in "Smells Like Suicide". Oftmals erinnert der Stoff auch an eine drogenverseuchte Version der deutschen Spätachtziger Tech-Thrash-Welle. Die zweite Hälfte der CD ist so etwas erträglicher, da Neo-Technothrash noch zum Greifbarsten gehört, was diese Scheibe zu bieten hat. Diese Franzosen haben definitiv einen an der Waffel. Inwieweit das alles noch ernst zu nehmen ist, ist mir nicht ganz klar. Streckenweise muss man sich wirklich kaputtlachen. Ich ziehe den Hut vor dem wachen Verstand, wenn sie dieses Chaos auch noch live fehlerfrei spielen können. Allerdings besteht musikalisches Talent aus mehr als superkomplizierten Arrangements. ZUBROWSKA werden es schwer haben, die Begeisterung irgendeiner Fangruppe auf sich zu ziehen. Da können auch überraschende Power Metal-Finale wie das Ende von "Sad Sick World" nichts dran ändern. Diese Scheibe ist ein reines Ausloten der Toleranz des Zuhörers - und ich bin progressiven Experimenten weiß Gott nicht unaufgeschlossen. Ob sowas aber unbedingt auf den Markt muss, ist fraglich. 

Fazit: Hin und hergerissen zwischen genial-kranken Riffs und totaler Desorientierung wage ich mal einen gehobenen Durchschnitt... 6 von 10 Punkten Gastrezensent: Stefan "Steve" Machwirth von  http://www.was-ist-Fido.de