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Reviews: U

Review Oktober 04: UMOUNT - Misterioso - 2004 (8 Songs, 29:31 Minuten)

Was haben MACHINE HEAD und schwedische Kriminal-Literatur gemeinsam? Sie dienen beide als Inspirationsquellen für Stefan Hurtig, Hauptsongwriter und Gitarrist bei UMOUNT, die mit "Misterioso" ihr drittes Demo vorlegen. Thrash Metal mit ein paar durchschimmernden Hardcore-Roots wird geboten, eine Plattenfirma würde hier sofort den "Metalcore"-Aufkleber auf die Hülle pappen. Der "NWOAHM"-Aufkleber muss leider in der Schublade bleiben, da die Jungs nicht aus Amerika, sondern aus Deutschland kommen. Genauer gesagt, aus dem beschaulichen Weil am Rhein. Das liegt im Dreiländereck in der Nähe von Lörrach und zumindest eine Band aus dieser Gegend hat es bereits zu Weltruhm gebracht: DESTRUCTION. Und da DESTRUCTION Proberaum-Kumpel von UMOUNT sind, hat Schmier zu dem Song "Burning Rye" gleich ein paar Background-Vocals eingesungen. "Burning Rye" zählt zusammen mit den Tracks "Misterioso" und "Wiedergänger" zu den Highlights dieser Demo-CD, die als Bonustracks Songs der vorangegangenen Demos enthält. "Burning Rye" (das ihr euch hier runterladen könnt) stammt noch vom 2003er Demo "Check Disc Asshole" und fließt somit nicht in die Bewertung ein. Zurück zur Musik. Melodischer Thrash Metal ja, aber MACHINE HEAD sollte nur als grobe Orientierung herangezogen werden, denn UMOUNT kochen durchaus ihr eigenes Süppchen und auch textlich sind die Umsetzungen der Werke von Henning Mankell oder Arne Dahl mal eine interessante Alternative zu den sozialkritischen Lyrics der Genre-Kollegen. Alle hier vorgestellten Tracks wurden im Little Creek Studio von GURD-Mastermind V.O. Pulver schön knackig produziert. Auf jeden Fall macht "Misterioso" Appetit auf das im Frühjahr 2005 geplante Full Length-Debüt. Bestellen könnt ihr "Misterioso" unter folgender Adresse: office@umount.ch. Eine Anmerkung habe ich noch, und auch nur, weil es im Infoblatt konsequent falsch geschrieben wurde: es heißt Thrash Metal, nicht Trash Metal, Jungs. Fragt mal euren Proberaum-Kumpel Schmier...

Fazit: Trash Till Death? Nö, da geht noch was.....  6,5 von 10 Punkten   Uwe Harms

Review Januar 07: UMPHREY'S MCGEE - Safety In Numbers - 2006 (11Songs, 55:18 Minuten)

Das erste Mal hörte ich von der Band im Sommer 2005 auf einem Sampler des Rock-Magazins "Eclipsed". Erinnerungen an Jam-Bands wie GRATEFUL DEAD oder PHISH taten sich auf. Das Sextett aus der "Windy City" Chicago existiert seit 1997, und das vorliegende Album ist bereits Ihr sechstes. Die Musiker: Brendan Bayliss - Guitar, Voclas. Jake Cinninger - Guitar, Moog, Synthesizer, Vocals. Joel Cummins - Keys, Vocals. Andy Farag - Percussion. Kris Myers - Drums, Vocals und Ryan Stasik - Bass, no Vocals ;-). Die Musik ist sehr vielseitig, eine Mixtur aus amerikanischen Folk, Bluegrass, Country und Rock 'n' Roll. Highlights für mich: "Believe In Lie", ein flotter Stomper, "Ocean Billy", proggig & rockig, und die geile Akustik-Ballade "The Weight Around" erinnert an PINK FLOYD sowie an die BEATLES. Bei Jam Bands kann man immer gespannt sein wie es musikalisch weitergeht weil sie sich ungerne festlegen lassen und auf der Bühne wird improvisiert, was das Zeug hält. Das Coverartwork stammt von Storm Thorgerson, der auch schon PINK FLOYD-Cover veredelte.

Fazit: Abwechslungsreich, für Fans von oben genannter Musik eine Empfehlung. 7 von 10 Punkten  Thomas Schopf

Review April 05: UNCHAIN - Unchain - 2005 (9 Songs, 50:59 Minuten)

Auf dem tätowierten Unterarm ist "Rock 'n' Roll" tätowiert, eine Gitarre wird in die Höhe gereckt - dreimal dürft ihr raten, welcher Musikrichtung sich die Schweizer UNCHAIN (die sich bis vor kurzem noch MINES nannten) verschrieben haben. Richtig. Wie zu erwarten, zitieren UNCHAIN eine dreiviertel Stunde lang sämtliche Blues- Hard- und wasauchimmer-Rock Standards und gehen jedem Anflug von Originalität geschickt aus dem Weg. Dabei klingt das Material nie nach Sex, Drugs&Rock 'n' Roll, sondern eher nach Reihenhaus, Apfelsaft und aufgeräumtem Proberaum. Sex? Nur mit Schatzi, nach der "Tagesschau", kurz bevor "Tatort" anfängt. Drugs? Viel zu ungesund. Rock 'n' Roll? Konzerte nur am Wochenende, wegen der Kinder - und die Klamotten duften rund um die Uhr nach "Kuschelweich". Dabei ist die auf "Unchain" vorgestellte Mucke gar nicht so übel, nur eben dermaßen nach Schema F zusammengestöpselt, dass jeder Song wie 'ne Coverversion klingt. Zu allem Übel klaut man dann auch noch bei sich selbst: so klingt "Steal My Baby" wie der zweite Aufguss des Openers "Can Stay In Hell". Eben genannter Opener ist auch der einzige Song auf "Unchain", der mir ein wohlwollendes Kopfnicken abringt. Dagegen ist "Sabrina" absolut unterirdisch geraten - und den Refrain haben THE POLICE bei "So Lonely" besser hingekriegt. Sonst noch was? Hm, Achim "Akeem" Köhler hat eine durchschnittliche Produktion hinbekommen und mit "Straight To Hell" (?) gibt es noch einen Hidden Track. Und dann ist da noch SIE. Wer SIE ist? Das müsst ihr selber raus finden. Ich hör' mir jetzt erstmal "High Voltage" an, ich brauch' was echtes....

Fazit: Kraft- und identitätsloses Hard Rock-Imitat.  4 von 10 Punkten   Uwe Harms

Review Mai 05: UNCHAINED - Unchained - 2005 (9 Songs, 47:54 Minuten)

Der schwedische Gitarrist David Blome hat die Band UNCHAINED 1999 gegründet. Das 2005er Line Up liest sich wie folgt: Per Karlsson (Vocals), David Blome (Guitars), Peter Ericsson (Guitars), Mattias Osbeck (Bass) und Martin Michaelsson (Drums). Das vorliegende Scheibchen ist das Debüt der fünf jungen Schweden und erschien am 28.Januar 2005 über das portugiesische Label Sound Riot Records. UNCHAINED werten den typischen Melodic Metal schwedischer Prägung (HAMMERFALL, DREAM EVIL) gehörig auf - mit diversen Zutaten aus dem musikalischen Schaffen eines Engländers: Bruce Dickinson. Und so meint man im Verlauf der Scheibe immer wieder Passagen heraus zu hören, die so ähnlich auch schon auf den Solowerken von BRUCE DICKINSON zu hören waren. Das wird besonders bei Stücken wie "Theater Of Fear" oder dem kompositorisch herausragenden "Ghost Of The Alchemic Hall" deutlich. Leider hat Per Karlsson gegenüber Herrn Dickinson einen entscheidenden Nachteil: er verfügt nicht über dessen vokales Leistungsvermögen. Besonders bei dem bereits erwähnten "Ghost Of The Alchemic Hall" lehnt sich der Schwede mächtig weit aus dem Fenster - und scheitert. Dabei hat Per eigentlich eine recht gute Stimme, liegt nur ab und zu ein wenig neben der Spur und trifft nicht immer die Töne. Aber das kann ja durchaus noch werden. Ansonsten gibt es nicht viel zu meckern, instrumental spielen die Jungs auf jeden Fall schon in der Oberliga. Auch kompositorisch kann der Fünfer durchaus schon bei den Großen mitspielen, auch wenn es sicher noch nicht für den Turniersieg reicht. Die Produktion ist für ein Debüt verdammt stark und wurde von Bandkopf David Blome eingetütet. Auf jeden Fall haben die Schweden das Potenzial, einem gesättigten Genre neue Impulse zu geben. Und da das enthaltene Material bereits 2003 entstand und Anfang 2004 fertig gestellt wurde, sind die Jungs sicherlich schon wieder fleißig dabei, neue Songideen auszuarbeiten. Von UNCHAINED hören wir noch...

Fazit: Fünf kleine Schweden auf den Spuren von BRUCE DICKINSON.  7 von 10 Punkten   Uwe Harms

Review Mai 04: UNHOLY GHOST - Torrential Reign - 2004 (11 Songs, 39:12 Minuten)

Als ich mir das Infoblatt von CENTURY MEDIA zu diesem Album durchlas, fiel mir zuerst ins Auge, dass hier von der "...besten Death Metal Scheibe aller Zeiten!" die Rede ist. Also: erstmal kaputtgelacht, mich wieder gefangen und den Rundling kopfschüttelnd und mit einem hämischen Grinsen auf den Lippen in den Player geworfen. Das wollen wir doch mal sehen... Die Voraussetzungen für ein gutes Brett sind ja schon mal gegeben. Tampa/Florida ist die Heimat des Quartetts und die Musiker sind bei weitem keine Unbekannten mehr, obwohl UNHOLY GHOST selbst erst seit ungefähr einem Jahr existieren. Drei der Mannen zockten vorher bei DIABOLIC, als da wären: Jerry Mortellaro (guit.), Aantar Lee "Blastmaster" Coates (dr.) und nicht zuletzt Paul Ouelette (bass/voc.). Der zweite Gitarrist Kelly McLauchlin lärmt außerdem noch bei PESSIMIST. Aufgenommen im DIET OF WORMS Studio, nahm sich kein geringerer als Juan Gonzalez der Band an, um das Debüt zu produzieren. Genug der Theorie. Die Praxis ist, dass die Jungs ein Death Metal-Inferno eingeklöppelt haben, welches im Moment seinesgleichen sucht! Eine grandiose, 40-minütige Huldigung auf den "Gehörnten" rotiert hier in den Tiefen des CD-Schachts. Niemand spricht hier von der Neuerfindung des Death Metals. Ganz im Gegenteil: gleich beim ersten Song "The Calling Of Sin" wird einem hier ohne Umwege und mit einer gnadenlosen Härte klargemacht, wo der Frosch die Locken hat. MORBID ANGEL zu "Altars Of Madness"-Zeiten, ist das erste, was mir in den Sinn kommt. Das liegt wohl hauptsächlich an den Vocals von Paul, der zwar insgesamt eine Nuance tiefer growlt, aber dennoch stark an den guten alten David Vincent erinnert. Bei "Soul Disment", wird das Gaspedal noch mehr dem Bodenblech entgegen getreten. Das gilt besonders für die absolut geilen, schnellen Soli der beiden Gitarristen, die sich, so sollte man meinen, gegenseitig an die Wand fiepen wollen. Was dann in dem folgenden Song "Eyes Of The Lost" abgeht, ist mit Worten kaum zu beschreiben. Man kennt das ja, ein Song der beim ersten Hördurchgang gleich zündet, einen umbläst, wo sich die Haare am Körper um einen Stehplatz raufen; aber nach zwei Wochen Intensivbeschallung ist das meist alles wieder Geschichte. Aber nicht bei diesem Album und schon gar nicht bei "Eyes Of The Lost"! Meine Fresse, das ist das Beste, was ich dieses Jahr an Death Metal gehört habe! Dieser Song gehört zwar zu den etwas langsameren auf "Torrential Reign", dafür killt er umso mehr. Ein bisschen Schwedentod, gaaanz viel Old School Florida-Death, das haben die Jungs hier zu einem absolut alles killenden Song gemixt. Die langsamen, sich gnadenlos in die Rübe schraubenden Riffs, der eingängige Refrain, die groovende Atmosphäre dank der Oberliga-reifen Schlagzeugarbeit von Aantar und nicht zuletzt die Soli. Erinnerungen an goldene ENTOMBED's "Left Hand Path"-Zeiten werden hier geweckt! Was für ein Song! Ich lehne mich nicht zu weit aus dem Fenster, wenn ich behaupte: Das ist die konsequente, logische Weiterentwicklung von "Altars Of Madness", oder ENTOMBED's "Left Hand Path". Die Chose ist dermaßen geil umgesetzt, dass es mir die Freudentränen in die Augen treibt, was sich das ganze Album auch nicht mehr ändert. Beim Genuss von "Torn Apart" (ebenfalls eingängiger Refrain mit rasend schnellen Drumming), ist es mir kürzlich passiert, dass meine Hände beim Mitgröhlen des Refrains in einen krampfartigen Zustand fielen, wegen Dauerformens der "Pommesgabel"! Das hohe Niveau der eben erwähnten Songs wird nahezu auf der ganzen Albumlänge gehalten. Jeder Song strotzt geradezu vor gnadenloser Brutalität, was natürlich auch für die Produktion gilt. Selten konnte ich die Musik dermaßen aufreißen, ohne dass es anfängt zu verzerren. Dabei versteht es die noch sehr junge Band aber auch, in nahezu perfekter Manier, die Songs nie zu langatmig werden zu lassen, etwa durch zu lange Blastparts oder zu lange Soli (oder zu lange Sätze... -uwe). Das ganze Material ist sehr variabel gehalten, durch viele Tempowechsel, astrein platzierte Breaks und auch langsamere Parts. Wobei sie es zum Glück damit auch nicht übertreiben. Songwriting par excellence also. "Torrential Reign" reiht sich bei mir ohne Abstriche in die Liste der besten Death Metal-Outputs der letzten Jahre ein! Anspieltipps: natürlich "Eyes Of The Lost", das beschriebene "Torn Apart" und das Riffmonster "Under Existence". Bleibt nur zu hoffen, dass die Band mal nach Deutschland kommt und ihre Qualitäten live unter Beweis stellt.

Fazit: Ganz großer Florida Death Metal- Sport!!!  9,5 von 10 Punkten Michael Jehles

Review: UNLEASHED - Hell's Unleashed - 2002

UNLEASHED gehörten mit DISMEMBER und ENTOMBED zur Speerspitze der schwedischen Death Metal - Bewegung Anfang der Neunziger Jahre. Ihr 91er Debüt "Where No Life Dwells" ist ein Meilenstein des klassischen Schweden-Tods und gehört in jede gut sortierte Metal-Sammlung. Nach dem Johnny Hedlund und seine Wikinger-Kollegen mit dem 97er Album "Warrior" verkaufstechnisch einen Totalflop landeten, verschwand die Band in der Versenkung. Laut eigenen Aussagen hat Hedlund 3 Jahre überhaupt keinen Metal mehr gehört. Nachdem der mittlerweile 33-jährige sein Betriebswirtschaftsstudium abgeschlossen hatte, war es an der Zeit, das alte Wikingerschiff noch einmal vom Meeresgrund zu heben. Und die fünfjährige Pause hat den Jungs nicht geschadet: Death Metal, so simpel, roh und effektiv wie auf "Hell's Unleashed" ist heutzutage eine absolute Rarität, alle Stücke kann man beim ersten Hören sofort mitgrölen. Die Songs sind aufgebaut wie alte Ballerspiele; Spielanleitung: Alles abknallen, was sich bewegt! Einzige Ausnahme ist das atmosphärische Outro "Made in Hell" das eher als Untermalung für einen Gruselfilm herhalten könnte und hier ein wenig fehl am Platze wirkt. A propos fehl am Platze: Ursprünglich war das Album als 15-Tracker angekündigt worden, das Stück "Death Metal" (eine leicht abgewandelte Cover-Version des VENOM Klassikers "Black Metal") ist nicht mehr auf dem Album, weil die englischen Chaoten ihre Erlaubnis für die Coverversion nicht rechtzeitig vor dem Release Date gegeben haben, so daß UNLEASHED und ihre Plattenfirma Century Media aus Angst vor rechtlichen Konsequenzen das Stück wieder vom Album entfernen mussten. Die sonst bei UNLEASHED vorherrschende Viking / Pagan Thematik wird nur noch bei "Fly Raven Fly" behandelt, ansonsten geht es textlich z.B. auch um erzkonservative schwedische Politikerinnen, die sich zu Hause ihre Körperöffnungen mit Dildos füllen ("Mrs. Minister"). "Your Head Is Mine" könnte auch von meinen alten Heroes VENOM stammen, mein Favorit ist aber trotzdem "Triggerman". Alles in allem ist der Titel der Scheibe Programm!

Fazit: 45 Minuten Old School. 7,5 von 10 Punkten  Uwe Harms

Review August 04: UNLEASHED - Sworn Allegiance - 2004 (14 Songs, 44:43 Minuten)

Das Death Metal-Kriegsschiff ist wieder unterwegs, bereit für neue Gefechte! An "Sworn Allegiance" (mittlerweile die siebte Veröffentlichung der Schweden Deather) hatte ich allerdings nicht so hohe Erwartungen. Das lag wohl daran, dass der Vorgänger "Hell's Unleashed" doch eher etwas schwach dahin dümpelte und ich kaum noch Hoffnung hatte, dass die Schweden jemals wieder an alte Glanztaten wie das 1992er Album "Shadows In The Deep" anknüpfen werden. Aber gleich beim ersten Durchlauf von "Sworn Allegiance" ist klar: Hier wird wieder gerudert und nicht geschludert. Volle Kraft voraus. Der Opener "Winterland" überrascht mit frischen, schnellen Gitarrenläufen und einem eingängigen Refrain. Eher im Midtempo gehalten, doch auch Wechsel zu schnelleren Parts sind hier Usus. Reißt mich nicht unbedingt vom Hocker, ist aber auch nicht schlecht. Um Längen besser wird es allerdings im weiteren Verlauf der Scheibe. Da sind die ersten drei Songs doch eher schwach. Aber dann: "The Longships Are Coming" ist ein tonnenschwerer Stampfer, der sich richtig schön in die Gehörgänge frisst. Ein mächtiges, langes Old Schooliges Solo tut ein Übriges. Beim Genuss von "Helljoy" meint man, direkt in die Anfänge der 90er Jahre katapultiert zu werden! Roh, ohne technische Frickeleien voll auf die Omme! Und das ändert sich dann auch auf der gesamten verbliebenen Albumlänge nicht mehr. "I Bring You Death" oder die grade mal etwas über eine Minute lange Death Metal-Eruption "Attack" sollten wohl jeden Zweifler überzeugen! Waren UNLEASHED auch schon 2002 zurück, dann sind sie es in diesem Jahr nun auch für mich! Hammer! Weitere Highlights sind das mit rasend schnellen Riffs und Stakkato-Drumming ausgestatte "Praised Be The Lord" und das richtig geile "Metalheads"! Letzteres wird DIE kommende Livehymne, das steht mal fest. Schön fies bratende Gitarren, ein kurzes und sehr schnelles Solo-Duell der beiden Gitarristen Frederik und Tomas und ein sehr eingängiger Refrain. Das ist die musikalische Verbeugung vor den vielen Fans, die UNLEASHED ja zweifelsohne immer noch haben. Sänger Jonny Hedlund röchelt zwar nicht mehr ganz so heftig wie zu ganz alten Zeiten, aber wie Robbie Williams trällert er natürlich noch lange nicht. Wem das 2002er Werk "Hell's Unleashed" zu saft- und kraftlos war, der darf hier bedenkenlos zugreifen. Denn die Schwächen eben genannter Scheibe haben UNLEASHED mal eben über Bord geworfen und es wird wieder so richtig rau und stumpf, aber druckvoll und mit voller Kraft losgeprescht.

Fazit: Bis auf ein paar Ausnahmen hat "Sworn Allegiance" das, was ein gutes UNLEASHED-Album ausmacht. Geil!   8 von 10 Punkten Michael Jehles

Review Oktober 06: UNLEASHED - Midvinterblot - 2006 (15 Songs, 46:12 Minuten)

Über das schwedische Death Metal-Flaggschiff UNLEASHED bedarf es wohl nicht vieler Worte. Mit ihrem Debüt "Where No Life Dwells" (1991) verzückten sie ganze Horden von Metal-Fans und zählen seitdem zu den ganz großen im Death Metal. Nachdem sie einige durchwachsende Alben einspielten, hatte man die Nordmannen um Sänger/Bassist Johnny Hedlund schon mehr oder weniger abgeschrieben, bevor sie sich 2004 mit einem Paukenschlag namens "Sworn Allegiance" zurückmeldeten und bestätigten, dass sie immer noch (wieder?) das Maß aller Dinge im schwedischen Todessektor sind. So viel vorweg: "Midvinterblot" ist ein ausschließlich mit Hits bestücktes Album und haut mich echt vom Hocker! Ob beim brachialen Opener "Blood Of Lies", dem Groovemonster "We Must Join With Him" - welches den wohl dämlichsten UNLEASHED-Refrain (und das will schon was heißen) überhaupt hat - UNLEASHED rocken alles in Grund und Boden, was sich Elchtod nennt! Über den oldschooligen Titeltrack oder das mit einem Power Metal Riff beginnende "The Avenger" bis hin zu "Age Of The Warrior", bei dem sie lyrisch all ihren vergangenen Alben huldigen (Kult!), die Stockholmer wissen durch ihr simples, effektives Songwriting dermaßen zu begeistern, dass ich mich gleich um 15 Jahre jünger fühle. Auffallend an "Midvinterblot" ist vor allem dass mittlerweile richtig geile Soli abgeliefert werden. Die Jungs haben in den wesentlichen Dingen (geile Songs schreiben) nichts ver-, dafür aber in spielerischer Hinsicht enorm dazugelernt. Dieses Kunststück gelingt trotz verbesserter technischer Fertigkeiten nicht vielen. Was den oben genannten weniger anspruchsvollen Wortschatz angeht, so haut Johnny Hedlund hier mal wieder ordentlich einen von Odin, Walhalla und dem ganzen Gedöns raus. Einmal ist er sogar ein "Psycho Killer" oder singt darüber, dass Death Metal keine Kompromisse verträgt. Aber UNLEASHED dürfen (und müssen) das. Wer will schon MANOWAR über ihre verkorkste Kindheit singen hören? Eben. Bleibt abschließend zu sagen, das "Midvinterblot" mit einem sehr guten, drückenden Sound daherkommt und jedem Death Metaller, der nicht nur auf Highspeedgeblaste und Ultrabrutalguturalbullfrognoisegerülpse steht, dieses Teil wärmstes zu empfehlen ist!

Fazit: We are the Immortals, from Hell we rise, we are the Immortals, Death Metal - no Compromise!  9 von 10 Punkten Ulf Bloem

Review März 06: USURPER - Cryptobeast - 2005 (10 Songs, 38:17 Minuten)

Vor ein paar Jahren hörte ich die Scheibe "Skeletal Season" (1998) von USURPER zum ersten Mal. Mir gefielen USURPER und ihr interessanter Death/Thrash-Celtic-Frost-Metal auf Anhieb gut. Ich habe mir danach ebenfalls die darauf folgenden drei Scheiben zugelegt. Nun liegt "Cryptobeast", der mittlerweile sechste Longplayer der 1993 gegründeten Band aus Chicago vor mir. Auch diese Platte gefällt mir gut, obwohl sie, genau wie ihre Vorgängerscheiben auch, keine "10" ist. USUPER bieten auf "Cryptobeast" soliden Metal mit ein paar Höhen (Anspieltipp: "Kill For Metal", "Return Of The Werewolf") und keinen Tiefen. Der Großteil der Scheibe ist einfach gut, ohne überragend zu sein. Mehr gibt's dazu nicht zu sagen.

Fazit: Solider Death/Thrash mit Metal-Texten.  6,5 von 10 Punkten  Martin Missy