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Reviews: P

Review September 06: PAATOS - Silence Of Another Kind - 2006 (9 Songs, 42:06 Minuten)

Nach "Timeloss" (2002) und "Kallocain" (2004) nun "Silence Of Another Kind", das dritte Album der im Jahr 2000 gegründeten Stockholmer Band. Waren die beiden ersten Alben noch etwas experimentierfreudiger, ist dieser Silberling mehr songorientiert. Mit dem Opener "Shame" haben wir auch gleich mein Lieblingsstück. Vorsicht, das Stück fängt rockig und ohne Intro an, aber volle Lautstärke! Dann wird es ruhiger, die Stimmung melancholischer und Petronellas Stimme ist mit das Feinste, was es in dieser Richtung gibt. Vergleichbar mit THE GATHERING, ich weiß jetzt aber nicht genau wie die klein Meisje heißt (Die heißt Anneke van Giersbergen, ist auch schon 33 Jahre alt und gar nicht sooo klein, Schatzi...  -uwe). Die düstere Grundstimmung durchzieht die ganze Scheibe und manchmal wünschte ich mir etwas mehr Härte. Die Band: Petronella Nettermalm-Gesang und Cello, Ricard Huxflux Nettermalm-Drums, Stefan Dimle-Bass, Johan Wallén-Keyboards und Peter Nylander-Gitarre. Als Gastmusiker wirkten an "Silence Of Another Kind" mit: Anders Nygards (Geige und Viola) und Jonas Wall-Saxofon. Veröffentlichungsdatum: 19. Mai 2006 über Inside Out Music. Empfehlen kann ich das Album jenen Progfans, die auf melancholischen New-Artrock stehen.

Fazit Nicht unbedingt etwas für Headbanger, aber auch die müssen mal zur Ruhe kommen! 8 von 10 Punkten  Thomas "Schopfi" Schopf

Review April 05: PAINMUSEUM - Metal For Life - 2005 (12 Songs, 49:11 Minuten)

Den Großteil seiner Reputation als Erstliga-Gitarrist verdankt Mike Chlasciak wohl Rob Halford. Denn als Gitarrist von HALFORD hat sich der Flitzefinger durch die Clubs und Stadien der Welt geackert und sich einen erstklassigen Ruf als einer der besten Live- und Studiogitarristen erarbeitet. Am 25.04.2005 wird uns "Metal" Mike mit seiner Band PAINMUSEUM beglücken, das Album trägt den sinnigen Titel "Metal For Life" und wartet mit einem Line Up vom Feinsten auf. An den Drums: Donnerfuß Bobby Jarzombek (HALFORD, ICED EARTH, RIOT), dazu Bass-Gott Steve DiGiorgio (SADUS, DEATH, TESTAMENT) sowie Sänger Tim Clayborne, sonst in Diensten der Band HATRED. Wenn man dann noch erfährt, dass das Album von Roy Z. gemixt, von James Murphy gemastert wurde und das Joe Comeau ein paar Guest Vocals eingesungen hat, läuft jedem Metal-Gourmet das Wasser im Mund zusammen. Soviel zur Theorie - die Praxis sieht leider weit weniger glamourös aus. Denn von den elf enthaltenen Songs können leider nur drei überzeugen. Da wäre das grandios instrumentierte "Burn Flesh Burn", das mit einer tollen Hookline ausgestattete "Live And Die" sowie die Slo Mo-Hymne "Painmuseum (Metal For Life)", die klingt, als habe Chlasciak sie für HALFORD geschrieben. Ansonsten gibt es auf "Metal For Life" jede Menge toll instrumentiertes Mittelmaß zu hören. Das liegt zum einen an Clayborne's reichlich uninspiriertem Geschrei, zum anderen an den Melodylines, die sich doch recht häufig wiederholen. So viel Starköche und heraus kommt nicht mehr als (zugegebenermaßen gut schmeckende) Hausmannskost? Schade, sehr schade....

Fazit: Solide Stahlkocher-Hausmannskost. 6,5 von 10 Punkten   Uwe Harms

Review Januar 04: PANDEMONIC - Ravenous - Demo 2002 - 2002 (5 Songs, 17:23 Minuten)

 

Offener Brief an Uwe Harms:
Tach Scheff, 

warum muss ich das Review zu dieser knietief in den Achtzigern stecken gebliebenen Thrash Metal-Scheibe schreiben? Du warst es doch, der vor ca. 20 Jahren in Spandex-Hosen, enger Mofa-Lederjacke und (vermutlich) dauergewelltem, langem Haar durch die Botanik stolziert ist! Nix böses ahnend, schiebe ich diese CD in den Player und nur Sekunden später scheppern mir dünne Gitarren, ein Sänger, der versucht, wie 'ne Mischung aus Darren Travis (SADUS) und Mille (KREATOR) zu klingen (was natürlich voll in die Hose geht) und ein Blechtrommel-Schlagzeug entgegen (klingt wie im gleichnamigen Film - nein, nicht "Das Blechtrommel-Schlagzeug", ich mein' den Film "Die Blechtrommel"). Beim zweiten Song wird dann der Akustik-Part aus SLAYER's "Seasons In The Abyss" fast 1:1 geklaut, was ich anfänglich gar nicht so schlimm finde, bis der Gesang einsetzt und einem die Tränen in die Augen treibt. Man möchte Sänger Micke Ullenius in diesem Moment am liebsten in den Arm nehmen und mit den Worten "Ist doch alles gar nicht so schlimm" trösten! Aber dann würde man ja lügen… Mal vom Gesang abgesehen vermute ich, dass die Musik dem einen oder anderen Alt-Metalla sogar gefallen dürfte, wobei ich denke, dass man wohl besser fährt, wenn man sich an die Originale aus den Achtzigern hält. Nee, nee, Scheff, wenn du mir noch mal mit so was kommst, mach ich keine Überstunden und Wochenendschichten mehr. Und deinen Rasen kannste dann auch selber mähen.

Fazit: Ich bin inne Gewerkschaft! 1 von 10 Punkten Gastrezensent: Alexander "Joe D. Fister" Oberdick

Review: PARADISE LOST - Symbol Of Life - 2002

Das soll sie also sein, die neue von den Deprirockern aus Yorkshire. Wie erwartet, ist natürlich nichts mit "Back To The Roots". "Shades Of God" kann man auch gar nicht wiederholen (hiurgh! - und was ist mit "Lost Paradise"? Häh? Banause! - uwe). Ich muss zugeben, dass ich die bisherigen "Neuzeit-Scheiben" alle gut fand, bis auf die Müllscheibe "Host". Der neue Silberling ist für mich die beste Scheibe seit "Draconian Times". Sehr eingängige Songs mit geilen Melodien (bei "Erased" und "Mystify"), beim dritten Song "Two Worlds" soll angeblich Devin Townsend mitgemacht haben (was man aber nicht raushört). Die Produktion ist natürlich wieder astrein. Rhys Fulber (Ex-FEAR FACTORY) hat als Produzent einen guten Job gemacht, auch bei den ganzen Elektronik-Synthies, die diesmal erfreulicherweise auch beim zehnten Durchlauf nicht nerven. PARADISE LOST haben den Spagat zwischen Melodic Metal und Elektropop mittlerweile perfekt drauf. Die Gitarren sind auf "Symbol Of Life" wieder ein bisschen härter gehalten. Ansonsten kann man die Scheibe jedem empfehlen, der auch mit den Vorgängern keine Probleme hatte. "Back To The Roots" ist aber definitiv vorbei.

Fazit: Für Freunde der "Neuzeit-Scheiben" empfehlenswert. 8 von 10 Punkten  Gastrezensent: Stefan Sieler 

Review April 05: PARAGON - Revenge - 2005 (11 Songs, 59:30 Minuten)

Eineinhalb Jahre sind seit dem Release von PARAGON "The Dark Legacy" ins Land gegangen, doch jetzt feuern die Jungs aus Hambuerch wieder aus allen Rohren. "Revenge" heißt das neue Opus, dass am 18. April in die Regale gewuchtet wird. Und immer noch ist die 1992 gegründete Band stolz auf das Gütesiegel "True Metal". Hier dürfen sich ACCEPT-Fans ebenso angesprochen fühlen wie IRON MAIDEN- oder JUDAS PRIEST-Kuttenträger. Zu PARAGON-Konzerten geht man ungewaschen - und nicht mit frischer Föhnwelle. Männer Metal also. Und weil das so ist, haben PARAGON mit "The Gods Made Heavy Metal" gleich eine Band gecovert, die auch den Slogan "Metal für Männer" auf ihren Fahnen stehen hat: MANOWAR. Überzeugender agieren die Mannen von der Elbe jedoch bei ihrem eigenen Material. Ob nun die großartigen Hymnen "Masters Of The Seas", "Beyond The Veil" und "Symphony Of Pain", der knackige Opener "Impaler" oder das mit einer tollen Hookline ausgestattete "Traitor": PARAGON liefern genau das, was ihre Fans - die "Paragon Legions" - hören wollen. War Metal: Musik, zu der man das Met-Horn in die Höhe recken, die Knochen knacken lassen kann und bei der sich harte Kerle singend in den Armen liegen können, ohne sich schämen zu müssen. In diesem Sinne: auf in die Schlacht! "Revenge" erscheint am 18.04.2005 über Remedy Records. Parallel dazu gibt es auch eine CD/DVD-Pack mit Aufnahmen vom PARAGON-Auftritt beim Sweden Rock 2004.

Fazit: War Metal.  7,5 von 10 Punkten   Uwe Harms

Review: PATHOS - Katharsis - 2002

Fünf Schweden aus Göteborg, Schweden. Gähn. Diesmal aber kein melodischer Death Metal, sondern eine Mischung aus Power-, Speed- und Thrash Metal, mit einer Prise Doom. Klingt interessant und vielversprechend? Dachte ich auch. Nun hat das Teil sechs Durchläufe in meinem Akustikspender hinter sich und einen faden Nachgeschmack hinterlassen. Technisch gibt es nichts zu bemängeln, die Jungs zitieren gekonnt ihre Einflüsse, die von ANNIHILATOR und JAG PANZER bis hin zu NEVERMORE und CANDLEMASS reichen. Nur eines machen sie nicht: gute Songs schreiben. Bei den oben genannten Referenzen sollte es selbstverständlich sein, nicht nur die musikalischen Trademarks, sondern auch das Songwriting der offensichtlichen Helden einer eingehenden Prüfung zu unterziehen. Die Tracks rauschen auch nach sechs Durchgängen noch am Ohr des Rezensenten vorbei, der Wiedererkennungsfaktor tendiert gegen Null. Natürlich sind Songs wie der Opener und Titeltrack "Katharsis" wirklich gute Speed-Granaten und nebenbei auch noch technisch auf einem hohen Level. Nur gibt es zuhauf Bands, die das ganze auch noch mit einem fesselnden Songwriting verbinden können. Und dann stellt sich der gebeutelte Käufer die Frage, warum er seine hart verdienten 15,98 € PATHOS geben soll, wenn er dafür auch die genialen NEVERMORE oder JAG PANZER haben kann. PATHOS existieren schon seit 1995, "Katharsis" ist bereits das dritte Album der Schweden. Das surreale Coverartwork von Niklas Sundin ist echt was besonderes, rechtfertigt aber natürlich nicht den Kauf des Rundlings. 

Fazit: Kauft lieber die Vorbilder. 5 von 10 Punkten   Uwe Harms

Review September 04: PERSEFONE - Truth Inside The Shades - 2004 (6 Songs, 43:40 Minuten)

Dann woll'n wir diesen neuen Stern am Metal-Himmel mal näher durchleuchten. PERSEFONE ("Matrix"-Fans werden sich erinnern, dass sich das Busenwunder Monica Bellucci im zweiten Teil der Trilogie genau diesen Namen angeeignet hat. Diese Tatsache wird wohl mit der Band wohl nix zu tun haben, nur so am Rande …) Diese Melodic Death Black Metal-Combo ist 2001 aus der Asche emporgestiegen. Sie versuchten sich zu Beginn als Coverband, wo sie Bands wie ARCH ENEMY, DISSECTION und IN FLAMES kopierten. Als dann 2002 noch ein Tastenmann dazugekommen war, dachte man sich wohl "Heureka, machen wir mal was Eigenes". Nach einem Demo ist "Truth Inside The Shades" nun der erste Silberling, der mit 'nem Plattenvertrag (Adipocere Records) an den Start geht. Im Zeitraum von Oktober 2002 bis Februar 2003 wurde das Album von den Muckern selbst produziert. Allerdings wurde der Silberling anschließend von Peter in de Betou (OPETH, HYPOCRISY, AMON AMARTH) gemastert. Dies schon mal vorweg: der Sound auf "Truth Inside The Shades" ist mehr als ordentlich ausgefallen. Respekt. Während der Rumbastelei im Studio gab's Zoff zwischen der Band und Shouter Xavi Perez. Man ging fortan getrennte Wege. Diese Lücke wurde erst im März 2004 von Marc Martins gefüllt. Im Infoblatt gibt man an, von Bands wie SYMPHONY X, OPETH, DEATH oder DREAM THEATER beeinflusst zu sein. Chopin und Beethoven (!) spielten angeblich auch 'ne wichtige Rolle, da man versucht, klassische Elemente in "Truth Inside The Shades" einzubauen. Interessant ist schon mal, dass vier der sechs Songs jeweils auf einer Spielzeit von über acht Minuten kommen. PERSEFONE versuchen, sich mit verschiedenen Stilbrüchen von typischen Genrekollegen des melodischen Death/Black Metal zu unterscheiden. Dies gelingt teilweise. Hin und wieder werden bei Keyboard (welches mir teilweise zu penetrant im Vordergrund steht) und Gitarre klassische und barocke Töne angeschlagen. Marc erinnert mich in härteren Passagen oft an Dani von CRADLE OF FILTH. Genau wie bei den englischen Vorzeige-Pandabären wird das Gekreische oft noch mit einem tiefen Gegrunze unterlegt. In ruhigen Passagen versucht er, an die grandiose Gesangsleistung von Mikael Akerfeldt (OPETH) zu "Damnation"-Zeiten anzuknüpfen. Da muss er wohl noch ein bisschen üben. Hin und wieder tritt auch mal ein Erzähler ins Bild und möchte wohl für eine gewisse dunkle Grundstimmung sorgen. Na ja… Man hört schon, das die sechs Recken aus Andorra (jau, ihr lest richtig, Andorra. PERSEFONE ist wohl die erste Metal-Band aus diesen Breitengraden) ihre Instrumente beherrschen. Man hört auch, das die Jungs hier ihren eigenen Weg gehen wollen. Nur wird mir trotzdem noch zu oft abgekupfert und geklaut. Außerdem wirkt mir das Ganze manchmal noch 'n bisschen holperig. Hoffnung macht mir jedoch das interessante acht Minuten-Instrumentalstück "The Demise Of Oblivion". Sollte man sich auf jeden Fall mal reinfarzen! Die Andorrianer (?) verstehen ihr Handwerk, nur sollten sie mit den klassischen Parts in der Mucke nicht so rumklotzen, da dadurch die Songs oft an Gewicht verlieren. Weniger ist manchmal mehr…Sei's drum. Da der Sänger ja auch noch ziemlich neu in der Band ist, kann man bestimmt noch mehr von dieser Kapelle erwarten.

Fazit: Melodischer Death/Black Metal, der teilweise gefällt, aber den die Welt so (noch) nicht braucht. 5 von 10 Punkten  Daniel "Toppo" Weßling

Review November 05: PERZONAL WAR - When Times Turn Red - 2005 (12 Songs, 48,21 Minuten)

Also, wer diesen Namen noch nie gehört hat, sollte mal gewaltig seine Lauscher aufrichten. Ich halte PERZONAL WAR nämlich für eine der unterbewertetsten Bands im Hartwurstbereich überhaupt. Letztes Jahr bin ich durch Zufall auf den letzten Output dieser grandiosen Band ("Faces", 2004) gestoßen. Hab sie für fünf Euro auf 'nem Grabbeltisch erworben. Was ich da hörte, hat mich gleich förmlich umgehauen. Matthias Zimmer's kraftvoller Gesang erinnert schon ein wenig an James Hetfield, nur das "Metti" einfach mehr Facetten zu bieten hat. Sowieso wird jeder METALLICA-Fan an dieser Scheibe seine helle Freude haben, da die Siegeburger Jungs (existieren seit '96) nämlich noch Eier inne Hose haben. Vom Power Metal bis hin zu eher melodischen Parts wird alles geboten, was man sich als geneigter Hörer wünscht. "Faces" zündet sofort, verliert aber selbst nach 1000maligem Hören keine Wirkung. Die Songs sind straight arrangiert, bieten aber immer wieder geile überraschende Momente, und sind immer zu 100 Prozent Metal! Watt für ein geiles Songwriting. Nach gewisser Zeit wollte ich einfach mehr von dieser Band haben, und wurde mit "Different But The Same" fündig, dem Vorgängeralbum von "Faces". Und dann gleich wieder dieses Gefühl, das meinem Körper Unmengen von Testosteron abhanden kommen. Jawoll! So will ich den Metal, auf die Fresse, mit groovenden Parts untermalt, die so geil zünden, dass man am liebsten mit 'ner Axt bewaffnet durch die Stadt rennen möchte um seine angestaute Energie loszuwerden (jaja, bis einer weint... -uwe). "Different But The Same" kommt noch ein Tick roher und aggressiver als sein Nachfolgealbum durch die Boxen geschossen. Aber auch hier wird das enorme Potenzial dieser Band mehr als deutlich. Wie konnte ich so lange an dieser grandiosen Band vorbei kommen? Nun liegt mir die Promo-CD des neuen Outputs "When Times Turn Red" vor. Sofort reißt mir der gleichnamige Opener sämtliche Eingeweide heraus. Schneller Power Metal mit aberwitzig verspielten Gitarren, die jedoch zu jedem Zeitpunkt songdienlich angelegt sind. Metti schreit sich in bester Hetfield-Manier (wenn er nun mal so klingt? Wat soll's...) die Seele aus dem Leib. Und dann diese begnadete Hookline. So brutal habe ich METALLICA seit "And Justice For All" nicht mehr erlebt. Auch "In Flames" geht sofort nach vorne los. Auffällig ist, dass Drummer Martin Buchwalter enorm an Künne dazu gewonnen hat. Immer wieder unterstützt er sein treibendes Drumgewitter mit geilen Percussion-Einlagen. Der Refrain von "In Flames" hätte dann auch von den Landeskollegen RAGE stammen können. Deutscher HEAVY Metal lässt grüßen. Der nächste Song, "For The Last Time" (Videoclip zum Song gibt's auf der CD) lässt sich in Worten kaum beschreiben. Ich komme gar nicht zum schreiben, da ich mein Keyboard in einer Tour malträtiere. Mein Gott, was für brutale Gitarren und Drumläufe. Geschickt wird nach schnellen Passagen einfach das Tempo herausgenommen, der Gitarrenlauf bleibt jedoch derselbe. Jungs, wat soll ich sagen? Das knallt und scheppert, dass man einfach ausflippen möchte. Darüber thront Mettis Gesang, der hier von seiner Melodieführung schon stark an Warrel Dane (NEVERMORE) erinnert, so dass ein geiles Psychedelic-Feeling aufkommt. Weltklasse! "The Unbeliever" kommt wieder etwas gemächlicher daher und lebt von einem PARADISE LOST-mäßigen Gitarreneffekt, der sich wie ein roter Faden durch den Song zieht. Vom Refrain brauchen wir gar nicht erst reden. Grandios. Was hat die Band nur für ein Potenzial. Nach grandiosen Alben kehren sie immer wieder zurück, und werden einfach NOCH besser. Hört euch nur einmal "New Age" an. Neben Metalcore-Passagen, die - das sollte hier mal erwähnt werden - genial und absolut passend eingesetzt wurden, liefert Herr Zimmer (der übrigens auch die zweite Gitarre spielt) eine derart gute Gesangsleistung ab, wie ich sie zuvor noch nie gehört habe. Wer zum Teufel ist James Hetfield? Spätestens hier wird er um Längen geschlagen. "Frozen Image" hätte zumindest in der ersten Hälfte auch von SENTENCED (R.I.P) stammen können, da kalte Gitarrenläufe und melancholisch verzerrter Gesang schon ein bisschen an die Nordmänner erinnern. "5 More Days" stellt dann neben "For The Last Time" die zweite angedachte Radionummer da. Der Song fällt dann auch wohl in die Schublade "Groovemonster". Die Nummer hätte auch "Faces" sehr gut zu Gesicht gestanden. Mit der netten Halbballade "Hope Dies Last" ('ne Anspielung auf den mehr als verdienten kommerziellen Erfolg?) kommen wir zum letzten Song. Mit "Infernal" passend betitelt, kommen hier noch mal Tsunami und Hurricane "Katrina" in einem Song zur Geltung. Abgerundet wird der Silberling durch eine mehr als fette Produktion. Also liebes Team vom AFM Records: Seht zu, das ihr PERZONAL WAR fett supportet, es wird sich lohnen. "When Times Turn Red" erscheint am 21.11.2005.

Fazit: "PERZONAL WAR macht die Ohren frei" (nettes Zitat von AFM-Infoblatt).  9,5 von 10 Punkten  Daniel Weßling

Review November 05: PHANTOM-X - Rise Of The Phantom - 2005 (13 Songs, 47:27 Minuten)

Ein Album wie aus dem goldenen Zeitalter des US Metals pfeffert uns die Kult-Plattenfirma Mausoleum Records am 07. November auf den Tisch. Das Debüt von PHANTOM-X wurde von OMEN-Sänger Kevin Goocher fast im Alleingang geschrieben und klingt genau so, wie OMEN-Fans das heute gerne von OMEN hören würden. Im Klartext: PHANTOM-X sind mehr OMEN als OMEN selbst. Gleich der Opener "Storms Of Hell, Chapter I" könnte ohne weiteres ein OMEN Song aus dem Jahr 1985 sein. Auch mit "Lost", "Plenty Evil", dem aggressiven "Pain Machine", dem bereits 1982 von Goocher geschriebenen "Metal Warrior" und der Halbballade "Enchanted" hätte man in den achtziger Jahren mächtig Furore machen können. Doch leider (?) schreiben wir das Jahr 2005 und die Zeit, da man mit solcher Musik Geld verdienen konnte, sind lang vorbei. Umso dringender brauchen wir Plattenfirmen wie Mausoleum Records und umso höher muss man das Engagement von Musikern wie Kevin Goocher und seinen Mannen bewerten. Dabei liest sich die Entstehungsgeschichte dieser Band eher wie die einen profanen Casting-Band: Vor einigen Jahren startete der Rockradio-DJ Robert Miguel aus Dallas/Texas einen Aufruf in seiner Show, es sollte eine DIO-Coverband zusammengestellt werden. Das versprach spaßig zu werden und so meldeten sich viele Musiker aus Dallas und Umgebung. Die letztlich rekrutierte Truppe nannte sich PHANTOM-X und war bald schon eine gefragte Live-Band im Großraum Dallas, die sukzessive mehr und mehr eigene Songs in ihren Set einbaute. Heute liest sich das PHANTOM-X Line Up wie folgt: Kevin Goocher (Vocals, OMEN), Eric Knudson (Guitar, DE JAVU), Glenn Malicki (Bass, STRANGERS) sowie Drummer Danny White, der sonst bei ASKA die Felle gerbt. Unter den 13 Songs des PHANTOM-X-Debüts finden sich löblicherweise - obwohl es nahe gelegen hätte - keine DIO-Covers, sondern nur Eigenkompositionen. Gleich der Opener "Storms Of Hell" lässt OMEN-Fans das Herz aufgehen, das beste OMEN-Stück ohne Kenny Powell! "Lost" ist gleichermaßen ein Knaller, lässt sich jedoch nicht so einfach einer anderen Band zuordnen. "Plenty Evil" ist dann der erste Track, der eindeutig nach DIO klingt, aber trotzdem eine Goocher-Komposition ist. "Metal Warrior (Tribute To Dimebag)" schrieb Goocher bereits 1982 und widmete es nun seinem Freund "Dimebag" Darrel Abbott. Auch Gäste sind an Bord: beim aggressivsten Track des Albums, "Pain Machine" darf Jason McMaster von WATCHTOWER ran und bei "Blood On The Moon" trällert Robert Lowe von SOLITUDE AETURNUS mit Goocher im Duett. Leider sind mit "The Mask" und "Steel Winged Fury" auch zwei schwache Nummern an Bord, die den Gesamteindruck jedoch nur marginal schmälern können. Insgesamt ist den Texanern mit ihrem Debüt ein starkes US Metal-Album gelungen, das vor geilen Riffs, coolen Soli und schönen Reminiszenzen an die glorreichen achtziger Jahre nur so strotzt. OMEN- oder auch LIEGE LORD-Fans können "Rise Of The Phantom" blind kaufen, alle anderen sollten sich die auf der Homepage der Boys angebotenen Hörbeispiele runterladen, bevor sie das Portemonnaie zücken. PHANTOM-X treten mit diesem Silberling den Beweis an, dass selbst so genannte "Casting-Bands" etwas Gutes zustande bringen können. Mehr davon!

Fazit: Tolles US Metal-Debüt, für OMEN-Fans ein Pflichtkauf! 8 von 10 Punkten   Uwe Harms

Classic - Review: PILEDRIVER - Metal Inquisition - 1985

Irgendwann im Frühling 1984 sprechen der namenlose Boss einer Plattenfirma und Leslie Howe, der Gitarrist der in Kanada recht populären Cover-Band MAINSTREAM (besagter Leslie Howe sollte im Jahr 1991 zu einiger Berühmtheit dadurch gelangen, dass er die ebenfalls aus Ottawa stammende Alanis Morissette quasi entdeckt und mit ihr als Produzent und Gitarrist das erste Album aufnimmt), über den weltweit um sich greifenden Heavy Metal Boom: "Jede Heavy Metal-Platte verkauft sich mindestens 20.000 mal, sie muss nur ein besonders wildes Cover haben und ein besonders schrilles Image vermitteln" sagt der Boss, Leslie hält das alles für Quatsch, schließlich verkauft sich "auch eine Heavy Metal-Scheibe nur dann, wenn die musikalische Qualität stimmt". "Ok," sagt der Boss, "wir machen folgendes: wir nehmen eine Heavy Metal-Scheibe auf, mit anonymen Musikern, einem verrückten Leder- und Nieten-Typen als maskierten Frontmann und nennen das ganze Projekt PILEDRIVER. Du schreibst die Musik, und wenn das ganze ein Erfolg wird, verdienen wir beide dran". Gesagt, getan, Leslie bekam ein paar VENOM-, SLAYER-, EXCITER- und ANVIL-LPs in die Hand gedrückt (ohne Scheiß, Leslie hatte zu dem Zeitpunkt noch nix am Hut mit Metal, mit MAINSTREAM hatte er nur Top-40 Hits nachgespielt), damit er die musikalische Ausrichtung, die gewünscht war, schnallte, und machte sich an's Werk. Die Sängerin von MAINSTREAM, Louise Reny, fragte Leslie: "Was machst du da?" "Och, ich soll Musik schreiben für ein völlig überdrehtes Metal Album, mit einem maskierten Verrückten als Frontmann, das ganze ist nur so'n Projekt von diesem Plattenfirmen-Typen, ich glaub', der will dieser verrückten Metal-Szene mal den Spiegel vorhalten". "Cool", meinte Louise, "Was hältst du davon, wenn ich dazu ein paar witzige und total abgedrehte Texte schreibe?". Das Projekt PILEDRIVER nahm Formen an, jetzt fehlte noch der verrückte Frontmann und der musste natürlich auch noch schön heavy brüllen können. Gord Kirchin war bis zum Frühjahr 1983 bei MAINSTREAM Bassist gewesen und hatte dann bei einer Band namens FIST als Sänger und Bassist angeheuert. Gord wird später erzählen, dass Leslie sich erinnerte, Gord hätte die "heaviest voice he ever heard". Wie auch immer, Gord wollte bei diesem "Album Only - No Band" Projekt mitmachen, schließlich bot es ihm die Möglichkeit, seine Stimme auf Vinyl zu bannen und sie so einem weltweiten Publikum vorzustellen. "Metal Inquisition" wurde im August 1984 im 8-Spur-Keller-Studio von Leslie aufgenommen (auch wenn später auf dem Cover der LP "Recorded At Rattlesnake Studios, Belgium" stehen sollte), die Musiker waren: Leslie Howe (auf der LP heißt er dann "Bud Slaker"), der alle Saiteninstrumente eingespielt hat, Gord Kirchin alias "The Piledriver", Vocals, sowie ein "Drumulator" von EMU Systems. Der Rest ist Geschichte: "Metal Inquisition" verkaufte sich über 250.000 mal weltweit, wurde vom KERRANG! Magazine zum "besten Album 1985" erkoren und ist bis heute das kultigste Stück Heavy Metal, welches man besitzen kann. Und das Beste: die Musik ist richtig geil! Songs wie der Titelsong "Metal Inquisition" (mit Textzeilen wie: "So when you're in a Disco or in a Country Bar, you better get the Hell out, we know who you are. You better get some Metal and play it really loud, you have a chance to join us, the Mighty and the Proud" und " And if you're not a Metal Head, you might as well be dead") oder der Nackenbrecher "Sodomize The Dead" sind noch heute die Knaller auf jeder Metal Party, alle Stücke gehen einem sofort in die Nackenmuskulatur und animieren zum Mitgrölen und Mitbangen. Der tonnenschwere 7-Minuten Stampfer "Witch Hunt" ist fast schon ein Hörspiel und hat über die Jahre nichts von seiner Klasse verloren, "Pile Driver", "Human Sacrifice", "Alien Rape", alles Klassiker, die, wenn sie mit einem richtigen Drummer aufgenommen worden wären, auch auf frühen Alben von EXCITER oder ANVIL hätten bestehen können. And always remember: diese abgedrehten Texte hat wirklich eine Frau geschrieben, die mit Metal nix, aber auch rein gar nix zu tun hat. Der einzige, der auch heute noch "Into Metal" ist, ist "The Piledriver Himself", Gord Kirchin, dessen letzte Scheibe unter dem Banner SOFA-Q aber auch schon wieder fünf Jahre auf dem Buckel hat. Any new Material, Gord? Let me know..... Abschließend bleibt nur zu sagen: PILEDRIVER sind wahrer Metal-Kult, diese Scheibe muss man haben!

Fazit: I am the PILEDRIVER, High Priest of the Metal Inquisition... 8 von 10 Punkten   Uwe Harms

Review März 05: PISSMARK - Amok - 2005 (4 Songs, 13:09 Minuten)

Mit "Amok" rotzen uns die vier Wiener PISSMARK (geiler Name auch) einen Klumpen Hass vor die Füße, der aufhorchen lässt. Erst vor eineinhalb Jahren gegründet, lassen die Österreicher nun ihren musikalischen Golem auf die Menschheit los. Was allerdings die Jungs dazu veranlasst hat, ihren Stil als "Deathcore/Metalcore" zu bezeichnen, bleibt ein Rätsel. Für mich klingen die vier Songs auf "Amok" wie der grindige Bastard aus einer Liaison zwischen den Hamburgern von NIEDERSCHLAG (bzw. ihrem Ableger ENDHAMMER) und den Crustpunkern von TOTENMOND. Mit dieser Mischung wäre PISSMARK eine begeisterte Kritik unseres Abnormitäten-Lovers und Redaktions-Mastiffs Czelle sicher - wenn der nur nicht so schreibfaul wäre (Platz für Czelle's Klammerbemerkung). Aber auch ich kann Songs wie "Amok" und "Selbsthilfegruppe" etwas abgewinnen. Allerdings ist die Spielzeit mit 13 Minuten zu kurz, als dass ich mich zu einer Punktwertung durchringen könnte. Warten wir also ab, ob die vier Amokläufer Kine (Gesang), Ritchie (Gitarre), Oliver (Schlagwerk) und Berny (Bass, als Ersatz für den verletzten Tschoatschi) auch über die volle Albumdistanz überzeugen können. Dieses Demo ist zumindest schon mal ein viel versprechender Anfang und genau das Richtige für all diejenigen, denen deutschsprachige Mucke nicht fies und dreckig genug sein kann. Von PISSMARK werden wir noch hören!

Fazit: Für 5 € zu bestellen bei Oliver Güttersberger, pissmark@gmx.at  Ohne Wertung   Uwe Harms

Review: POISONBLACK - Escapexstacy - 2003

Früher war alles besser. Da konnte man sich das einer Promo-CD beiliegende Infoblatt der Plattenfirma schnappen, das Gegenteil von dem Sermon tippen, der da abgelassen wurde, fertig war das Review. Bei dieser Veröffentlichung stand für mich nach Sätzen wie: "POISONBLACK ist weder eine weitere der unzähligen illustren Gothic Metalbands aus den Abgründen Finnlands...." schon vor dem Drücken der "Play"-Taste fest, was mich erwarten würde. Eine Minute später war ich überzeugt, es mit einem weiteren H.I.M.-Clone zu tun zu haben, da die Mucke beim ersten Höreindruck genau so klang, wie die der Chartstürmer um den notorischen Vaginalsekretdrüsen-Anreger Ville Valo. Finnland.... / Sänger singt sonst bei den Gothics von CHARON / An der Gitarre der SENTENCED-Sänger Ville Laihiala / Mucke klingt wie H.I.M., nur härter. Das war's, Review fertig, zwei Punkte, ich mag keinen schwuchteligen Gothic-Scheiß. Punkt. Zwei Tage später brauchte ich jedoch ein wenig musikalisches Schlafmittel und legte "Escapexstacy" in meinen CD-Wecker. Nix war mit schlafen! Mit jedem Durchgang dübelte sich dieser Silberling mehr in meinem Gehörgang fest, besonders der dritte Song "The State" ist eine echte Herausforderung für jeden Menschen, der (wie ich) seine Vorurteile pflegt. Aber auch "In Lust" (Hammer-Refrain!), "The Exciter" (düsterer Stampfer), "Lay Your Heart To Rest" und die Gänsehaut-Ballade "With Her I Die" lassen mich meine "Fuck You, I'm Old School!"-Attitüde noch einmal überdenken. Erinnerungen werden wach, vor allem erinnert mich POISONBLACK's Sänger J.P. Leppäluoto gar nicht so sehr an Ville von H.I.M., sondern mehr an SPY, den Sänger der göttlichen BRONX CASKET CO. Der Opener "The Glow Of The Flames", das Stück "Illusion/Delusion" sowie der Rausschmeißer "The Kiss Of Death" fallen gegenüber dem restlichen Material etwas ab, beim zweiten Stück "Love Infernal" ist beim Mischen der Gesangsspuren irgend etwas in die Hose gegangen, die jeweils zweite Refrainwiederholung klingt sehr schräg. "Escapexstacy" ist ein wirkliches schönes Stück Düster-Rock geworden, das ein paar Durchgänge braucht, um zu fesseln und von dem Bandkopf Ville Laihiala (SENTENCED) zu Recht behauptet: "Ich habe mein Herz und meine Seele in POISONBLACK gelegt". Ein kleines Schmankerl aus dem Info der Plattenfirma muss ich noch zitieren: ""Escapexstacy" ist der perfekte Soundtrack, um mit deinen eigenen Dämonen zu tanzen - öffne dich den zarten, samtigen Leidenschaften und tauche in deine verborgenste Gefühlswelt ein...." Hach, so etwas kann wohl nur eine Frau formulieren. Wie kriege ich jetzt den Schmalz wieder aus den Ohren? Ah, ich weiß: eine Runde "From Enslavement To Obliteration" hilft in solchen Fällen...

Fazit: Ich mag eigentlich keinen Gothic Rock...aber... 7,5 von 10 Punkten   Uwe Harms

Review August 07: POISONBLACK - Lust Stained Despair - 2006 (11 Songs, 48:14 Minuten)

Die Band um den ehemaligen SENTENCED-Frontmann Ville Laihiala bringt mit "Lust Stained Despair" ihr zweites Studio Album raus. 2003 veröffentlichten sie ihr erstes Album "Escapextacy" und dann war es drei Jahre still um die Band. Es folgte das Album "Lust Stained Despair", welches ich jetzt mal auseinander nehmen werde. Der erste Song “Nothing Else Remains” ist keineswegs ein ruhiges Intro. Der Song gibt eigentlich das Tempo des gesamten Albums vor und ist ein waschechter Ohrwurm. "Hollow Be My Name" ist  viel langsamer und ruhiger, aber dadurch eine absolute Ausnahme auf der Scheibe. Mit Song Nummer vier, "Rush" (auch als Singleauskopplung veröffentlicht) kommt ein echter Kracher um die Ecke. Klarer Gesang und ein klasse Sound - alles, was ein guter Song braucht hat dieser Song und avanciert so zu meinem Favoriten auf "Lust Stained Despair". Dann wird es wieder, wie es angefangen hat - keine besonderst auffallenden Songs, bis zu Song sieben - "Soul In Flames" - ein klasse Song, etwas ruhiger, aber keineswegs langweilig und mit einer eingängigen Melodie. Es folgen nur noch durchschnittliche Songs bis "Love Control Despair", ein Song mit Gefühl, ein klasse Song. Das Album endet wie es angefangen hat, mit einem etwas schnelleren  "The Living Dead". Ein Album mit Struktur!

Fazit: Für Gothic Metal-Fans zu empfehlen, alle anderen: Finger weg!  5 von 10 Punkten  Maximilian "Uriel" Rotter

Review: POWERGOD - Evilution Part III / Nemesis - 2002

Viertes Album der drei Hagener Metaller, mit "Nemesis" ist die "Evilution"-Trilogie nun abgeschlossen. Dass Präsident Evil (Vocals), Riff Randal (Bass, Guitars) und Hama Hart (Drums) ihre Sachen auf einem technisch hohen Niveau präsentieren können, bezweifelt wohl niemand mehr. "Kompromisslos" ist wohl das richtige Attribut für "Nemesis", die Ruhrpott-Metaller setzen sich gekonnt zwischen alle Stühle und ballern uns sowohl rasende Speed-Granaten ("Dead Serious", "Courtroom Of Traitors") als auch völlig abgefahrene Epic-Stücke ("Evilution Part III") um die Ohren, wobei man keinen Moment Rücksicht auf den vielleicht eher simpel gestrickten Teil der Hörerschaft nimmt. "Courtroom Of Traitors" ist ein Speed Metal-Paradestück, "Got Milk" ein herrlicher Groover, der wohl nicht zufällig, zumindest, was die Name, Klampfen- und Bass-Sound angeht, an die genialen S.O.D. erinnert. Auch "Reduced To The Maximum" ist ein kompromissloser Speed - Bolzen, schön zusammengeklaut bei METALLICA's "Whiplash" sowie bei "Human Insecticide" von ANNIHILATOR. Aber das war's dann auch schon wieder: "Parting Gift" und "6-4-5" sind Fälle für die Skip-Taste, auch "Monsterman" ist eher Kreisliga. Die Produktion der Midas Twins ist zwar knackig, kann aber auch nicht über die Mängel beim Songwriting hinwegtäuschen. Sorry Guys, aber eure 2001er Cover-Scheibe "Bleed For The Gods / That's Metal Lesson I" hat mir besser gefallen. Aber wenn ihr beim nächsten Mal die mittelmäßigen Tracks weglasst, gibt's einen Bonbon mehr von mir, oder zwei.

Fazit: Ungewöhnlicher Power / Speed Metal, nutzt sich schnell ab. 6 von 10 Punkten   Uwe Harms

Review August 04: PREDATOR - Predator - 2004 (10 Songs, 46:22 Minuten)

Schon vor Monaten ist das Debütwerk von PREDATOR hier angekommen und wurde seitdem von Rezensent zu Rezensent weitergereicht, weil keiner sich im Stande sah, dieses Werk zu besprechen. "Arschlangweilig, kriegt von mir keine zwei Punkte!", "Die klingen wie HELLOWEEN, sowas besprech' ich nicht!" Nun liegt sie also wieder auf meinem Schreibtisch. Ich weiß gar nicht, was ihr habt? Der PREDATOR tut nun wirklich keinem was. Zehn Nummern lang wird ein deutscher Heavy Metal geboten, der in etwa so vorhersehbar ist wie meine Zwerchfellkontraktionen beim Atmen. Irgendwo zwischen GRAVE DIGGER, IRON SAVIOR und HELLOWEEN liegt PREDATOR, ohne dabei auch nur ansatzweise die Klasse der Vorbilder zu erreichen. Dabei verstehen es die die fünf Jungs wirklich, gradlinige und eingängige Songs zu schreiben, die man sofort mitsingen kann. Auch die Instrumente beherrscht der Fünfer aus Rödinghausen und die Produktion (Gitarrist Niels Löffler hat die Knöpfchen gedreht) geht in Ordnung. Nur leider habe ich alle hier vorgestellten Songideen schon 1985 zur Genüge gehört, die Mucke ist in etwa so herzerfrischend neuartig wie die Tagesschau. Wer also soll "Predator" kaufen? Vielleicht Fans von MESHUGGAH, die nach sechs Stunden schwedischem Dauerfeuer mal wieder was straightes brauchen, um zu chillen.....

P.S.: stöbert doch mal auf der Homepage der Band unter "Rock Voice". Ich sach' nur "Bommel und Pixie". Buahahahaha!

Fazit: Laaaaangweilig!   4 von 10 Punkten   Uwe Harms

Review Juni 05: PRESTO BALLET - Peace Among The Ruins - 2005 (8 Songs, 47:21 Minuten)

Ein sehr cooles und entspanntes Album legt uns der METAL CHURCH-Gitarrist Kurdt Vanderhoof mit "Peace Among The Ruins" auf den Nierentisch mit der Lavalampe. Wie meine kleine Andeutung schon vermuten lässt, hat der Sound von Vanderhoof's neuer Band PRESTO BALLET nur sehr wenig mit der Old School Metal-Attitüde von METAL CHURCH zu tun. Progrock der siebziger Jahre, oder, wie es Vanderhoof selber ausdrückt, "moderner 70er Jahre Prog und Rock". Im Hinterkopf hatte der Amerikaner beim Komponieren der Songs die unsterblichen Klassiker von Bands wie KANSAS, YES, GENESIS oder auch DEEP PURPLE. Auch die Aufnahmeweise von "Peace Among The Ruins" orientierte sich an den Gepflogenheiten während der glorreichen Zeiten der Rockpioniere. Analoge Bandmaschine statt Pro Tools, Hammondorgel und Mellotron statt Samples und Sequencer, sogar der Synthesizer ist analog. Vanderhoof dazu: "Digitale Aufnahmeverfahren nerven! (...) Sie zerstören die Lebendigkeit der Musik. Ziel von PRESTO BALLET ist es, zu den ehrlichen Dingen zurückzukehren und so melodisch und musikalisch wie irgend möglich zu agieren." Also schnappte sich Kurdt ein paar VANDERHOOF- und ehemalige METAL CHURCH-Musiker, man zog sich die Schlaghosen an und legte los. Das Ergebnis klingt wie erwartet: virtuos und doch locker flockig, modern und doch tief im Spirit der siebziger Jahre verwurzelt. VANDERHOOF-Sänger Scott Albright überzeugt auch hier auf jeder der vielen Gesangsspuren und Vanderhoof, Brian Cokeley, Brian Lake und Jeff Wade haben hörbar Spaß gehabt. Das Songmaterial ist ebenso vielschichtig und bunt wie die Rockmusik der siebziger Jahre, bietet aber auch Reminiszenzen an die New Wave Musik der frühen achtziger Jahre. Der eingängige Reißer "Peace Among The Ruins" ist der ideale Opener und zaubert dem Rezensenten gleich ein entspanntes Lächeln in die Gesichtszüge. Die Achtziger-Anleihen werden dagegen besonders bei dem an TEARS FOR FEARS erinnernden "Seasons" sowie dem umwerfenden Monumental-Werk "Find The Time" deutlich. Groß! Einen Makel hat "Peace Among The Ruins" jedoch: Es erscheint nur auf CD. Bei einer so tief in den musikalischen Gründerzeiten verwurzelten Band sollte eine parallele Veröffentlichung auf Vinyl eigentlich selbstverständlich sein. Also, meine Herren von Inside Out Music: Bitte nachlegen! Ansonsten gibt es nicht viel zu meckern, nicht alle Songs sind Überflieger, jedoch gibt es auch keine Filler zu beklagen. Ein grundsolides Album, mit drei besonders herausragenden Tracks. Anspieltipps: der Opener, "Seasons" und "Find The Time".

Fazit: Back In The Summer of 79...  7,5 von 10 Punkten   Uwe Harms

Review März 04: PROJECT: FAILING FLESH - A Beautiful Sickness - 2004 (10 Songs, 40:37 Minuten)

Die Überraschung des Monats kommt, zumindest für mich, aus den Vereinigten Staaten. PROJECT: FAILING FLESH haben mit "A Beautiful Sickness" einen Golem zum Leben erweckt, der mich schlicht und einfach U-M-H-A-U-T. In Vienna im Bundesstaat Virginia haben sich die Urheber dieses Infernos, Kevin 131 und Tim Gutierrez, im Jahr 2002 zusammen getan, um ihre Vision von extremem Metal zu verwirklichen. Die beiden haben die meisten Instrumente bedient und "A Beautiful Sickness" auch noch in Eigenregie im Kevin's "Assembly Line"-Studio produziert. Die Musik? Vielseitig. Seeeeehr vereinfacht ausgedrückt: groove- und riffbetonter Death / Thrash Metal mit vielen Einflüssen aus dem Industrial-Bereich. Aber diese Beschreibung reicht noch nicht einmal ansatzweise aus, um die fesselnde und gleichzeitig verstörende Musik von P:FF zu beschreiben. Stellt euch die intensivsten Momente von VOIVOD, DISBELIEF und ARCH ENEMY vor, gemixt mit einem Schuss FEAR FACTORY, dann habt ihr eine ungefähre Vorstellung, was euch hier erwartet. Als Sänger konnte Eric Forrest verpflichtet werden, der den meisten von euch wohl noch als Sänger von VOIVOD ("Negatron", "Phobos") oder auch E-FORCE bekannt sein dürfte. Eines vorweg: einen besseren Sänger hätte man für dieses Projekt wohl kaum finden können. Der mittlerweile in Frankreich lebende Kanadier hat auf "A Beautiful Sickness" eine absolute Meisterleistung abgeliefert. Wer in der Lage ist, so unterschiedliche Songs wie das doomige "9 mm Movie", das rasende "Planet Dead" und den Elektrolurch "Taste Of The Lie" immer mit den perfekt dazu passenden Vocallines zu versehen, gehört unzweifelhaft zu den ganz Großen. Auch die kompositorische Leistung und die Detailverliebtheit von Kevin und Tim kann man gar nicht genug würdigen: auch beim dreißigsten Durchlauf gibt es noch Neues zu entdecken, dieses Album muss man einfach immer und immer wieder hören. Und die Produktion hält locker sämtlichen Vergleichen mit den großen Namen der Szene stand. Unglaublich, dass hier Neulinge am Start sein sollen, die mal eben aus dem Stand ein solches Meisterwerk zusammenbasteln. "The Beautiful Sickness" wurde bereits im Frühjahr 2003 aufgenommen. Eine selbstfinanzierte Auflage von 300 Exemplaren wurde zu Promotion-Zwecken an Labels und Magazine verteilt. Mit Erfolg: im September 2003 konnten PROJECT: FAILING FLESH  einen Vertrag mit Karmageddon Media (früher Hammerheart Records) unterzeichnen, die "A Beautiful Sickness" am 31. Mai 2004 (warum erst so spät?) mit neuem Artwork veröffentlichen werden. Auch ein neues Album ist derzeit bereits in der Mache und wird hoffentlich noch 2004 erscheinen. Checkt die Bandhomepage www.projectfailingflesh.com, um auf dem Laufenden zu bleiben. Kommen wir zu den Songs: Der Opener "A Beautiful Sickness" ist ein abwechslungsreicher Thrasher mit hüpfendem Groove, der dir gleich eines klar macht: die nächsten 40 Minuten kannst du alle anderen Tätigkeiten vergessen, du wirst dich jetzt hinsetzen und andächtig lauschen. Ein unglaublich intensiver Song mit kurzer VOIVOD-Hommage im Mittelteil. Harsche Gitarren, ein kalter Beat und dazu ein wunderschönes Cello: willkommen bei "Planet Dead". Nach eineinhalb Minuten wirst du in den Sitz gedrückt, das Biest, in dem du sitzt, nimmt Fahrt auf. Noch eine Minute später hängt dir die Zunge aus dem Mund, all deine Plomben hast du längst verschluckt. Du verlierst das Bewusstsein und der vertonte Alptraum, in den du abtauchst, heißt "9 mm Movie". Ein gigantisches Monster bewegt sich unaufhaltsam auf dich zu, langsam, tonnenschwer. Angsteinflößend. Hier bleibt nichts als verbrannte Erde zurück. Dieser Song ist ungelogen der intensivste Song, den ich seit langem gehört habe! Die verstörend improvisierte Viola am Ende des Songs (gespielt von Clayton Ingerson of DYSRHYTHMIA) macht alles nur noch schlimmer und lässt dich schweißgebadet und mit rasendem Herzklopfen aufwachen. Aber die Tauchfahrt in die Abgründe der menschlichen Rasse ist noch nicht vorbei: "Scene Of A Crime" (ist das etwa das "Terminator"-Theme im Chorus?), "Entrance Wound", "Long Silent Voices" (genialer Horror-Soundtrack zum Ende des Songs), über jeden Song könnt man ewig lange Abhandlungen schreiben und würde den Songs doch nicht gerecht. Und ich werde mich hüten, jetzt auch noch was über die Texte des Albums und das Konzept hinter P:FF zu schreiben. Neun facettenreiche Eigenkompositionen sowie eine geniale Variation des VENOM-Klassikers "Warhead" (mit coolem "Exorcist"-Sample) machen "A Beautiful Sickness" zu einem Album, das zumindest ich nicht mehr missen möchte. Wenn die Gitarrenarbeit jetzt noch so abwechslungsreich gestaltet worden wäre wie die restliche Instrumentierung, dann wäre die Höchstpunktzahl (!) fällig gewesen. Aber auch so gibt es 9,5 Punkte für eines der besten Erstlingswerke der letzten Jahre. Kauft dieses Album, aber nehmt euch an dem Tag nichts vor...  this is metal filtered through the brain of a deranged person..... morbid mind metal!

Fazit: Ein großartiges, zeitloses Album. Kaufpflicht! 9,5 von 10 Punkten Uwe Harms

Review April 05: PRO PAIN - Prophets Of Doom - 2005 (10 Songs, 43:35 Minuten)

Auch auf ihrem zehnten Album "Prophets Of Doom" bietet die New York-Hardcore-Legende PRO PAIN gewohnte Kost. Bereits nach wenigen Sekunden dürfte jedem, der auch nur eine CD der Band sein Eigen nennt, klar sein, wer hier am Werke ist. Zum einen liegt das natürlich am markanten Gesang von Gary Meskil, welcher sich seit dem Debüt "Foul Taste Of Freedom" (1992) - mal abgesehen von "The Truth Hurts" (1994) - nicht im Geringsten verändert hat. Zum anderen sind aber vor allem die Riffs schuld! Zwar bemühen sich die vier New Yorker auf "Prophets Of Doom", hier und da neue Einflüsse in ihren Sound einfließen zu lassen, scheitern meistens aber schon beim zweiten Riff, welches man bereits von anderen PRO PAIN-Veröffentlichungen zu kennen scheint. Das ist bei dieser Band zwar schon immer so gewesen, wird aber von Album zu Album offensichtlicher. Was jedoch positiv auffällt, ist die Tatsache, dass PRO PAIN im Jahre 2005 deutlich metallischer zu Werke gehen als auf den recht punkigen Vorgängeralben und nicht einmal davor zurückschrecken, ein SLAYER-Riff mit einem Hardcore-Beat zu kreuzen ("Days Of Shame"). Des Weiteren bietet "Prophets Of Doom" die wohl fetteste PRO PAIN-Produktion aller Zeiten. Wer in einem maroden Altbau wohnt, sollte sich die Scheibe aus Sicherheitsgründen lieber nur über den Kopfhörer reinziehen. Neueinsteigern, die erst durch den momentan extrem angesagten Metalcore auf den Hardcore aufmerksam geworden sind, bietet "Prophets Of Doom" einen perfekten Querschnitt dessen, was PRO PAIN ausmacht. Als Appetizer also perfekt geeignet! Wer jedoch bereits mehr als zwei CDs der Band im Regal stehen hat, sollte sein Geld lieber in der Kneipe ausgeben. Das ist zwar auch immer das Gleiche, schmeckt aber besser!

Fazit: Zehn Alben, zehn Riffs! 7 von 10 Punkten  Ali

Review November 03: PROTECTOR - Echoes from the Past... - 2003 (18 Songs, 68:14 Minuten)

JJJJAAAAAAAAAAAAAHHHHHH!!!!!!!!!!!!!!!!! Ist das geil! Wie lange habe ich darauf warten müssen! Ich dreh' durch hieer! So, ganz ruhich jetz.... Dass PROTECTOR eine der unterbewertetsten und geilsten Death / Thrash Metal Bands aus deutschen Landen waren, ist wohl nicht allein meine Meinung. Wer in den achtziger Jahren auf deutschen Thrash stand, kam an Meisterwerken wie "Misanthropy" und "Golem" nicht vorbei. In meinem Fall ist die Mini-LP "Misanthropy" so etwas wie ein persönliches Heiligtum. Abgespielt wurde meine LP noch nie, ein Kumpel von mir war damals so freundlich, mir seine zum Überspielen auf Tape zu leihen. Mein Tape kann nun endlich in Rente gehen, denn jetzt gibt es mit "Echoes from the Past..." die ersten Releases der Wolfsburger Kult Band auf einer CD! Möglich gemacht hat das Martin Missy, der mittlerweile in Stockholm lebende Ex-Sänger von PROTECTOR. In Zusammenarbeit mit der schwedischen Label I Hate Records wurden die alten Aufnahmen entstaubt, digitalisiert und auf diese limitierte CD gepackt. Enthalten sind das 2-Track Demo aus dem Jahr 1986 (vorher nie auf CD erhältlich), die erste Mini-LP "Misanthropy" (1987, auch nie auf CD erhältlich) sowie der erste PROTECTOR - Longplayer "Golem" (1988, nur noch bei ebay gebraucht für eine Schweinekohle zu erstehen). Außerdem gibt`s ein dickes Booklet mit massenweise Fotos und einer ausführlichen Band-Biografie. Wer jetzt nicht "Ist gekauft!" schreit, dem ist nicht zu helfen. So. Aber natürlich gibt es auch Metal Fans, denen der Name PROTECTOR nur etwas wegen den gleichnamigen Rasierklingen von Wilkinson sagt.  Hier habt ihr Info: Das erste PROTECTOR Demo enthielt die beiden Stücke "Protector of Death" und "Apocalyptic Revolution" und wurde von der Ur-Besetzung Michael Hasse (drums, vocals) Michael Schnabel (bass) und Heinz-Werner "Hansi" Müller (lead and rhythm guitars) im November 1986 im White Lines Studio in Braunschweig eingetrümmert. Beide Tracks wurden dann mit Sänger Martin Missy auf "Golem" in überarbeiteter Form noch einmal aufgenommen. Mir gefallen die Ur-Versionen mit tonnenweise Hall auf den Vocals aber besser. Im Frühjahr 1987 ersetzte Eduard "Ede" Belichmeier Michael Schnabel am Bass, Shouter Martin Missy gesellte sich hinzu und nach der Unterzeichnung eines Plattenvertrages mit dem Label Atom H nahm man im Herbst '87 in dieser Besetzung die Mini-LP "Misanthropy" auf. Alleine die sechs Tracks von "Misanthropy" sind den Kauf von "Echoes from the Past..." wert, und mit "Agoraphobia" und "Kain and Abel" sind hier auch schon zwei der wichtigsten Hits der Bandhistorie enthalten. Aber auch "Golem" enthielt mit "Only the strong survive", "Delirium Tremens", dem genialen Titelstück, den bereits erwähnten Neuauflagen der beiden Demostücke sowie dem lustigen "Space Cake" (Martin Missy im Duett mit Tom Angelripper von SODOM) jede Menge Granaten, die auch heute noch begeistern. PROTECTOR spielten eine unverwechselbare Mischung aus düsterem Thrash, Death und Black Metal, die noch heute viele Bands inspiriert. "Echoes from the Past..." ist eine unbedingt zu empfehlende (und auf 1000 Exemplare limitierte) Zusammenstellung der Frühwerke dieser einzigartigen Band und für 15 € über den Mailorder-Vertieb von I Hate Records zu beziehen. 

"Echoes from the Past..." ist Michael Hasse gewidmet, der im September 1994 unter tragischen Umständen verstarb. 

Fazit: Ohne Wenn und Aber ein Pflichtkauf! Ohne Wertung   Uwe Harms

Review Januar 06: PURE SWEET HELL - Voyeurs Of Utter Destruction As Beauty - 2005 (13 Songs, 44:38 Minuten)

Also, einen besseren Namen hätten sich die drei Amis wirklich nicht für ihr Projekt ausdenken können. Hinter dem Namen PURE SWEET HELL verbirgt sich zum einen der NEVERMORE-Trommler Van Williams (neben dem Schlagzeug übernimmt Van auch einen Großteil der Gesangsparts), der mit seinem langjährigen Kumpel Christ Eichhorn (Gitarre, Keyboard/Programming) dieses heiße Eisen im Feuer hat. Mit Jim "Ravenfeeder" Colson, der sich ebenfalls als Sänger versucht, ist das Trio komplett. Mit dieser Scheibe ist es wie mit Frauen. Man weiß nicht, ob man sie lieben oder hassen soll..... Wenn ich mir die durchgeknallten Gitarrenläufe anhöre, entdecke ich starke Parallelen zum letzten EMPEROR-Meisterwerk "Prometheus - The Discipline Of Fire And Demise". Mit dem Unterschied, dass Mr. Eichhörnchen noch einen Tick abgedrehter spielt und so meinen Magenbereich teilweise ein wenig viel zumutet. Ich denke, dass es die reichlich eingestreuten Obertöne sind, die bei mir leichte Übelkeit hervorrufen. Beim Gesang bin ich mir auch nicht schlüssig, ob das jetzt Kult oder Kacke ist. Die melodischen, cleanen Gesangsparts sind dann auch des öfteren mit einem derben Hall-Effekt versehen worden, so dass ich zwangsweise an PECCATUM (Projekt um den EMPEROR-Mastermind Ishan) erinnert werde. Der brutale Death Metal-Schrei-Gesang wurde für meinen Geschmack ein wenig zu oft durch den Mixer gejagt, so das hier die "Natürlichkeit" flöten geht, und ich nach mindestens drei Songs einfach nur genervt bin. Schade eigentlich. Durch diverse Samples und abgedrehtes Songwriting schaffen es PURE SWEET HELL, einen Stil zu erschaffen, den ich so noch nicht gehört habe. Über allem thront das präzise und kraftvolle Drumming von Van Williams, welches man einfach mit "Weltklasse" bezeichnen muss. Hört euch einfach nur mal die präzisen Percussion-Parts von "Gehenna" an, Hut ab vor dem Mann an der Schießbude! So eine brutale, abgedrehte Scheibe hätte ich ihm kaum zugetraut. Trotzdem, wenn ich die Scheibe noch ein paar mal im Player rödeln lasse, befürchte ich, dass mein Magen irgendwann nicht mehr mitmacht. Wer sich an den stark basslastigen Sound gewöhnen kann, nix gegen Elektro-Spielereien hat und zudem Wert auf Abwechslung legt, der sollte diese Scheibe ruhig mal antesten. Wer sich angesprochen fühlt, sollte sich mal "Beautiful Suicide" zu Gemüte führen. Mein Vorschlag: Klickt einfach mal auf die Homepage dieser Freaks. Dort könnt ihr euch diverse Samples anhören und selbst entscheiden. Ich hingegen suche erstmal 'nen Internisten auf...

Fazit: Wahnsinn oder Geniestreich? 6 von 10 Punkten  Daniel Weßling

Review Juli 05: PURGATORY - Luciferianism - 2005 (9 Songs, 34:36 Minuten)

Gutklassiger Death Metal aus deutschen Landen, der nicht selten - aufgrund diverser SLAYER-Zitate und den Gesangsstil von Sänger Sick - an die Polen VADER erinnert. Damit könnte man dieses Review jetzt eigentlich auch schon beenden. Da die vier Burschen von PURGATORY jetzt aber bereits seit elf Jahren herumlärmen und mit "Luciferianism" ihren vierten Longplayer präsentieren, gönne ich ihnen dann doch ein paar Zeilen mehr. Bis auf den '97er Output "Bestial" konnte ich in meinem CD-Regal leider keine PURGATORY-Scheibe finden. Und warum ich für jene Scheibe damals Geld ausgegeben habe, kann ich heute beim besten Willen nicht mehr sagen. Da stimmte wirklich gorenix! Mieses Cover, miese Produktion und absolut belangloses Songwriting. Kurz: Rohstoffverschwendung. Das jedoch kann man von "Luciferianism" wirklich nicht behaupten. VIU-DRAKH-Frontmann Björn hat der Scheibe einen angemessenen Sound verpasst, bei dem für meinen Geschmack lediglich das Schlagzeug ruhig 'ne Portion mehr Saft verdient hätte. Ansonsten aber alles im grünen Bereich. Zum Artwork kann ich leider nichts sagen, da mir lediglich eine Schwarz/Weiß-Promoversion vorliegt. Kommen wir also zu den Songs. Hier hat sich die Band ganz klar dem Old School-Death Metal verschrieben. Ohne Schnörkel und wie bereits eingangs erwähnt, am ehesten vergleichbar mit VADER (wobei klar sein dürfte, wer bei diesem Vergleich den Kürzeren zieht). Vor allem der Opener "Bloodsoil Revelation" und das folgende "Seeds Of Annihilation" wissen echt zu überzeugen. Leider kann dieses hohe Niveau nicht über die gesamte Albumlänge gehalten werden. Schlimmer noch: Das LEMMING PROJECT-Cover "Judas Billygoats / Judasböcke" ist zwar nett gemeint, will aber nicht so recht zum restlichen Material passen und ein Song wie "In Servent Eyes" kommt einem Bauchklatscher beim Turmspringen gleich. Trotzdem bleibt unterm Strich 'ne ordentliche Metzelscheibe, die man sich als Death Metal-Freund ruhig mal geben sollte!

Fazit: "Luciferianism" kommt wohl zehn Jahre zu spät, um auf ganzer Linie überzeugen zu können.  7 von 10 Punkten  Ali

Review Januar 04: PYAEMIA - Cerebral Cereal - 2000 (9 Songs, 29:05 Minuten)

Nachdem sich GOREFEST mit "Chapter 13" ihr eigenes Grab geschaufelt hatten und auch SINISTER spätestens seit "Hate" nur noch ein Schatten ihrer selbst waren, gab es in Sachen Death Metal nicht mehr viel herausragendes aus unserem kleinen Nachbarland Holland zu hören. Doch jetzt sind PYAEMIA (gegründet 1995) da, um dies zu ändern. Auf ihrem, bereits im Jahr 2000 aufgenommenen Album "Cerebral Cereal" bieten die Jungs neun ultra-brutale US-Death Metal-Songs (von denen sich fünf bereits auf der MCD "Cranial Blowout" aus dem Jahr 1998 befanden und noch einmal neu eingespielt wurden). Zwar haben PYAEMIA den Death Metal nicht neu erfunden, brauchen sich aber auch nicht vor ihren grossen Vorbildern SUFFOCATION (denen dieses Album gewidmet ist) zu verstecken. Denn "Cerebral Cereal" bietet alles, was das Death Metal-Herz höher schlagen lässt: geile Gitarrenleads, groovige Headbanger-Parts, ultratiefe Growls und unglaubliches Drumming. Aber warum an dieser Stelle grosse Reden schwingen? Die meisten Leser dieser Zeilen dürften sich bereits auf dem Ear Terror 2002 von der Klasse dieser Band überzeugt haben.

Fazit: Wenn PYAEMIA es zukünftig schaffen, mehr als neun Songs in fünf Jahren zu schreiben, wird man wohl noch viel von den jungen Tulpenschlächtern hören! 9,5 von 10 Punkten Gastrezensent: Alexander "Joe D. Fister" Oberdick