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Storys: Live - Reviews: Alle

Live Review des KISSIN' DYNAMITE - Gigs am 13.04.2012 im Bastard Club, Osnabrück

KISSIN' DYNAMITE: Küsse Dynamit oder Küssendes Dynamit? Egal, ich knutsche sie alle. 

Und mir ist auch egal, ob sie sich wehren: Ich habe die Band am vergangenen Freitag in Osnabrück im Bastard Club kennen gelernt, gesehen, gehört und die Jungs sind einfach nur Hammergeil! Meiner Meinung nach sollten  sich PRIEST und MAIDEN so langsam aber sicher in die ewigen Jagdgründe des Metals begeben, (K.K. Downing von JUDAS PRIEST ist ja schon im Ruhestand) und auch ein Tim "Ripper" Owens darf und sollte nicht mehr stellvertretend für Rob Halford ans Mikro bei den Predigern aushelfen! Rob feierte sich und die  Band mit einem Mega-Comeback, war aber stimmlich überhaupt nicht auf der Höhe, im Gegensatz zum "Ripper"! Was MAIDEN betrifft: von der Geschwindgigkeit, den Gitarrenriffs und dem Live-Gesang ist KISSIN' DYNAMITE zu 70% Maiden-inspiriert. Mehr dazu später...

Für diese Musikrichtung kann es einfach nur eine Band geben: Knutschendes Dynamit! Wie kam ich auf die Jungs? Werbetrommel Jomi war schuld an allem (schön, dass du schuldig bist)! Also: noch schnell ein paar Kippen eingepackt und nix wie hin zum Bastard Club, um 'ne gehörige Portion Metal für günstig Geld abzuholen. Um genau zu sein: für lau, denn ich stehe auf der Gästeliste. Im Vorfeld erhielt ich jedenfalls mehrere Links von Jomi, dem Querkopf, meinem guten, langjährigem Freund und Mithelfer der Tour durch Schland, zum anschauen und rein hören via you tube. Soll ich da jetzt echt hin gehen? Und wenn ja: Wie klingt der ganze Spass live, der auf "deiner Tube" immerhin verdammt genial durch den Äther hämmert? Der Club glänzt durch verwinkelte Ecken, mehreren Etagen und einer sehr freundlichen Bedienung. Die sanitären Anlagen nahm ich zuerst in Beschlag und auch die waren absolut empfehlenswert. Gegen halb neun war der Laden auch schon gut gefüllt: Und los gings: "Sleaze Deluxe" ist mit gut drei Minuten ein geniales Intro: fette Gitarren, nackenbrechende Riffs, gesanglich klar und eingängig, melodisch, the "Devil He May Care", "That`s Me". Dann "Sex Is War", dass Sex Krieg ist, wissen wir alle: Hämmern, PRIEST-Anleihen mitbringen und ne Runde Gas geben. Wieder mal eingängig, ohohhooohhhh Hymnen, einen Chorus, der zum Headbangen einlädt. Geile Doubblebass, schnelle Breaks und reichlich Spaß fließen in diese Hymne mit ein. "Ego Shooter" hingegen ist handwerklich eine sehr gelungene Mischung aus geilen Basslinien, bespickt mit schnellen Wechseln zwischen Bass und Gitarre, Ergänzungsarbeit passt! Wirres Gebrabbel und lieblich verpackte Phrasen laden zum Zuhören ein. Der Kessel im Club kocht und die Masse geht so richtig ab. Mir wird höllisch warm und ich bestelle einen Drink, während "Metal Nation" angestimmt wird. Klatschen für alle, MAIDEN Rulez! Schade, dass MAIDEN und PRIEST nie gemeinsam auf der Bühne standen. Dieser Song wäre genau DIE Show und DAS Event gewesen: Eine Band zockt MAIDEN-Riffs und der Sänger stimmt mit dem "Ripper" und Rob ein... Genial! Das ich ein "Killer" bin, braucht ihr euch nicht erst zu denken, ich bin's! Ganz neu, Soundtechnisch nicht vergleichbar: Schnelle Drums, Nackenbrecher und Powermetal aus den 80ern! Kennt ihr EUROPE noch? Dann legt mal gedanklich eine Schüppe an Härte drauf, aber genauso eingängig und stimmlich einwandfreies Handwerk, Respekt! Das Solo ist wieder etwas PRIEST-lastig, sehr fein! "Addicted To Metal" ist laut Kiwi, ein männliches Metalmännchen im Publikum, das Non Plus Ultra... er hat mich gebeten, ihn nicht nur zu erwähnen, sondern direkt an das Review anzuhängen. Daumen hoch! Ich mache so meine Runde durchs Publikum und es gibt nur eine Resonanz: Mehr davon! Noch lausche ich - aber hey: Da geht noch was! AC/DC at Work? Geil, Jim ist eine Macht! Jedes Soli ist ein Hammer! Nächstes mal trinken wir ein Bierchen zusammen. Drum-Solo kommt jetzt. Andi, du bist der helle Wahnsinn! "Love Me, Hate Me" ist neben allen anderen Songs, die KISSIN' DYNAMITE heute Abend zum Besten geben, mein absolutes Lieblingsstück: soundtechnisch räumen KISSIN' DYNAMITE ab, lassen kein Gras auf der Wiese übrig, und geben einfach alles. "Run For Your Life ", ist Fußparkinson, man kann nicht aufhören, den Fuß zu wippen, ebenso die Matte kreisen zu lassen. "Welcome To The Jungle" hat vom Intro her MAIDEN-lastige Gitarren, super gekonnt umgesetzt, dazu ein Vokalakrobat mit schüttelnder Mähne.. Was will man mehr? Spaß und Bier! (Ist "The Rock" Johnson mit dabei? Anrufen, ich bin dabei) "Club 27", "Supersonic", "I Will Be King"... und andere Songs muss man live erlebt haben!

Fazit: Wenn ich noch ein Bier bekomme, kriegt ihr 11 von 10 Punkten! Greez Natty..

Live Review des HATESPHERE / ZERO MENTALITY - Gigs am 19.11.09 in der Pumpe Kiel

Kiel ist doch Metal!

Wat macht ein Metalhand wenn er in einer Stadt gestrandet ist, die nicht zwingend für seine großartige Konzertkultur in Sachen harter Töne bekannt ist? Natürlich! Alles mitnehmen, was irgendwie einen verschwitzten Rockabend verspricht. So geschehen am 19.November 2009, als die dänischen Thrasher HATESPHERE sich für die Pumpe ankündigten.

Also schnell noch ein Date mit einer jungen Dame organisiert, die zwar Bee Gees zu ihren Favoriten zählt und noch nie was mit Metal am Hut hatte, aber mich (bis dato) noch ganz nett fand. Schnell gemeinsam ein paar Flaschen mittelprozentigen geköpft und ab dafür. Im Eingangsbereich tummeln sich gut 20 Leute, die noch dabei waren ihren selbst mitgebrachten Alk zu vernichten, bevor man welchen für teures Geld in der Pumpe kaufen muss.

Drinnen war der Anblick schon erfreulich. Etwa 100-150 zahlende Gäste hatten den Weg in die Pumpe geschafft, um sich mal ordentlich den Kopf freiblasen zu lassen. Los geht's mit ZERO MENTALITY aus Ruhrstadt, die mich mit ihrer Mischung aus Rock, Metal und Hardcore nicht vom Hocker reissen können. Trotz eines gewissen Engagements des Sängers können die Songs nicht wirklich mitreißen. Der Rest der Anwesenden scheint meine Meinung zu teilen, denn mehr als Achtungsapplaus und vereinzeltes Kopfschütteln ist nicht zu verzeichnen. Noch besteht also die Möglichkeit der Kommunikation zwischen mir und meiner Begleitung. Das ändert sich jedoch schlagartig nach ein paar Tequilla in der Umbaupause.

Als HATESPHERE die Bühnen betreten, weiss jeder sofort, wer der Scheiß Chef hier im Ring ist. Tighte Thrash-Salven und Professionalität auf einem gänzlich anderem Niveau. Ihre neue, rockigere Seite von der letzten Scheibe ("To The Nines", 2009) macht sich live sehr gut, auch wenn ich die älteren, straghteren Werke im Trauten Heim bevorzuge. Eine Stunde Groove und Brett veranlassen mich, meine Nackenmuskeln zu neuem Leben zu erwecken und einen One-Man-Moshpit zu starten. Soweit ich's feststellen kann, ist der Rest der Meute auch sehr angetan, obwohl mein Aufmerksamkeitsradius, aufgrund des arg fortgeschrittenen Blutalkoholspiegels mehr als eingeschränkt ist.

Die Dänen sind auf jeden Fall 'ne super sympathische Erscheinung und haben ihren modernen Thrash mit voller Wucht ins Publikum gefeuert. Ausfälle oder ähnliches sind meiner Wahrnehmung entgangen. Und selbst meine Begleitung sagt im Anschluss, dass HATESPHERE echt gut waren, aber der Sängerist ja auch soo süüüüß………offenbar im Gegensatz zu mir, denn welche Lady findet's schon süß, Geräusche aus dem Nebenzimer zu hören, die darauf schließen lassen, dass sich gerade einer den Abend noch mal durch den Kopf gehen lässt? Interessierte Mädels bitte bei mir melden!

Für Radio Gehacktes: Ulf Bloem

Live Review des DEADFAINT / SUFFOCATE BASTARD / DESPONDENCY - Gigs am 17.03.07 im Juz-Langholt

Rheiderlands schlimmster Metal-Fan

Letzter Samstag schien einer dieser ganz verkackten zu werden - wenig Kohle, wenig Auftrag, wenig Wetter und Schnaps ist im Moment auch nicht drin! Der Tag schien gelaufen...

...wäre da nicht Rheiderlands schlimmster Metalfan und audiovisuelle Ausnahmeerscheinung Aggi aka Jäschke aka TO KILL-Vokiller gewesen, der den glorreichen Vorschlag hatte, beim dritten "Human Decay" des Juz-Langholt reinzuschauen. Auf dem Programm standen als Headliner die allseits bekannten und geachteten Ballerhaudegen von DESPONDENCY (Leer/Ol) sowie die beiden mir unbekannten Bands SUFFOCATE BASTARD (Herten) und DEADFAINT (Leer).
Also noch schnell den Obersakkman Swano eingepackt und nix wie hin zu dem Spektakulum, um 'ne gehörige Portion Metal für günstig Geld abzuholen!
Und siehe da - 20.15 Uhr und das Juz ist schon gut über die Hälfte gefüllt. Metal zieht die Leute hier irgendwie immer. Gegen 21.00 Uhr starteten dann DEADFAINT den zweiten Gig ihrer noch jungen Bandgeschichten und überraschten mit einem feinen Thrash/Metal Queerbeet-Sound, der zwar nicht so wirklich zum Rest des Abendprogramms passte, bei mir und einem Großteil der Leute aber ordentlich Anklang fand. Vor allem Gitarrist Menso ist 'ne totale Livesau und hat durch geiles Stageacting und gehörig Spass inne Backen die Aufmerksamkeit auf sich lenken können. Sänger Jan strapazierte seine Stimmbänder bis aufs Ärgste und legte ebenfalls einen beachtenswerten Job hin. Einziges Manko meines Erachtens und das einiger Anwesenden nach war, dass das Drumming nicht immer ganz dem Potential der Songs gerecht wurde, auch wenn es einwandfrei zum Sound passte. Alles in allem haben die Jungs ihre Sache mehr als gut gemacht und man darf gespannt sein, wie DEADFAINT sich im Laufe der Zeit entwickeln werden. Bandinfos etc. gibt’s unter: http://www.myspace.com/deadfaintband

Nach kurzem Soundcheck sind dann SUFFOCATE BASTARD an der Reihe. Was für ein Fest! Da steht Sachsen-Paules tätowierter Bruder auf der Bühne, mimt den freundlichen Versicherungsvertreter von nebenan und erweckt, sobald er ins Mikro grunzt, den Eindruck, als habe er was mit verschwundenen Menschen am Hut! Total geile Erscheinung, der Mann! Seine Mitstreiter ziehen dermaßen tight, schnell und aggressiv vom Leder, das kein Auge trocken bleibt. SUFFOCATE BASTARD haben sich mit dieser Darbietung definitiv einige neue Hörer erspielt und wurden auch entsprechend abgefeiert. Absolut sehens- und hörenswert, die Truppe! Unbedingt abchecken unter: http://www.myspace.com/suffocatebastard

Zu guter letzt komplettierten DESPONDENCY die Trias und ich hatte meine Zweifel, ob sie live-technisch SUFFOCATE BASTARD das Wasser reichen können. Ich sah Konny (Vocals) im direkten Bühnenvergleich mit seinem Vorsänger schon ziemlich den Bach runtergehen. Das letzte Mal bekam ich sie vor ca. drei Jahren zu Gesicht und da wirkte er noch relativ schüchtern. Doch der gute Mann hat nicht nur Matte und Speck in der Zwischenzeit gelassen, sondern irgendwo auf den etlichen Auftritten in den letzten Jahren auch seine Zurückhaltung verloren. Mit lockeren Sprüchen, fetten Growls und seiner aggressiven Performance hat er mich echt vom Hocker gehauen! Der Rest der Truppe hat alles nach bestem Wissen und Gewissen zu Grunde geholzt und dafür ordentlich Beifall geerntet. Die Neuzugänge Jelle Hamstra (Gitarre) und Patrick Viol (Bass, WRETCHED SPAWN) sind absolut fähige Mucker und haben das technisch-versierte Material ohne hörbare Fehler runtergezockt! Und was Drummer Dirk jedes Mal abfeiert, dürfte ja hinlänglich bekannt sein - ohne Worte...

DESPONDENCYs neues Album ist ebenfalls raus und einen brandneuen Titel namens "Infected With Life" gibt's hier zu hören: http://www.myspace.com/godonacid

Bleibt nur noch zu erwähnen, dass ein übler Schweißgeruch den direkten Aufenthalt vor der Bühne etwas unangenehm machte und ich dann doch mit der zweiten Reihe vorlieb nahm. Aber was nimmt man nicht alles für ein gutes Konzert in Kauf....da konnte selbst das von Jäschke auf der Rückfahrt verordnete NDR1-hören die Stimmung nicht mehr trüben.

Für Radio Gehacktes: Ulf Bloem

Live Review des ROOT / NIFELHEIM / PAGAN RITES - Gigs am 26.03.2005 im Tantogården / Stockholm, Schweden

24 Stunden Metal

Setlist PAGAN RITES
Up The Pagans
Pagan Rites
Lord Of Fire
Desecration
Retriumph With Satan From Hell
Mark Of The Devil
Die, Priest, Die
Return To The Lake Of Fire
When Everything Is Gone
Hell No Longer Awaits
Pagan Metal
Bloodlust And Devastation

Gegen 10:00 Morgens hielt mich nichts mehr in meinem Bett, auch nicht die beiden Metal-Groupies, die ich am Abend vorher in einer Kneipe kennen gelernt hatte (Haha, NOT!), denn heute würde ich zum zweiten Mal in meinem Leben in den Genuss eines NIFELHEIM-Gigs kommen. Von ROOT und PAGAN RITES hatte ich vorher noch nie irgendwelche Songs gehört, so dass mein Hauptaugenmerk auf dem Auftritt der fünf Jungs von NIFELHEIM lag. Nach der üblichen Morgenprozedur (Brunchen, Duschen, Zähne putzen, Anziehen) fuhr ich dann mit der U-Bahn von meinem Zuhause im Westen von Stockholm in den Süden der Stadt (Fahrzeit: schlappe 50 Minuten) um mich mit ein paar Kumpels zum Vorglühen zu treffen.

Nach drei bis vier Stunden "Förfest" (zu deutsch "Vorfest", also ein nettes Beisammensein vor dem eigentlichen Hauptevent des Abends), während denen ich einige Hintergrundinformationen zu PAGAN RITES und ROOT bekam, zogen wir dann auch prompt zu spät los, weshalb wir die ersten beiden Songs des PAGAN RITES-Gigs verpassten. Als wir dann gegen kurz nach 20:00 drin waren, sahen wir einen energischen "Devil Lee Rot" (singender Frontmann von PAGAN RITES) der während des Gigs wie ein Derwisch von der einen Bühnenecke zur anderen sauste. Man merkt dem Mann (der schon seid den 80er Jahren in der schwedischen Underground-Metal-Szene aktiv ist) überhaupt nicht an, dass er sich vor ein paar Jahren noch tief im Drogensumpf befunden hat. Mittlerweile ist "Devil Lee Rot", der nebenbei auch ein nach ihm selbst benanntes Solo-Projekt hat, ganz weg von den Drogen. Die Musik von der westschwedischen Band PAGAN RITES, die sich vor einigen Jahren aus der Gruppe AUTOPSY TORMENT heraus bildete, kann man vielleicht am besten mit Old School-Black Metal (und hier reden wir von Black Metal á la VENOM, nicht z.B. DARKTHRONE o.ä.) beschreiben. Gitarre bei PAGAN RITES spielt übrigens ein Mädel mit dem hübschen Namen "Af Necrohell", die ihre Sache, genau wie "Devil Lee", "Venom" (Bass) und "Skellethor" (Drums) auch, sehr gut machte. Der einzige Wermutstropfen war, dass sich zum PAGAN RITES-Gig vor der Bühne nur ca. 50 Metaller eingefunden hatten.

Setlist NIFELHEIM
Unholy Death
Black Evil
The Bestial Avenger
Satanic Sacrifice
Gates Of Damnation
Deathstrike From Hell
Sodomizer
Demonic Evil
Possessed By Evil

Nach einer ca. halbstündigen Umbauphase, und dem hinzuströmen von Rund 150 weiteren Headbangern, durch welche das Konzert den offiziellen Stempel "Ausverkauft" bekam, waren dann NIFELHEIM an der Reihe. Vom Auftritt beim letztjährigen SWEDEN ROCK (wir berichteten) war beim Gig im Tantogården außer den beiden Gründungsmitgliedern "Hellbutcher" (Gesang) und "Tyrant" (Bass) noch Gitarrist "Battalion" mit von der Partie. Ich habe seit einiger Zeit email-Kontakt mit "Hellbutcher" er berichtete mir in den Monaten/Wochen vor dem Gig von den Problemen, einen Schlagzeuger zu finden, da der alte Schlagzeuger sich "in Luft aufgelöst habe". Das Problem wurde jedoch auf die bestmögliche Weise gelöst: Als (vorübergehenden) Ersatz für den alten Drummer sprang bei diesem Gig der superfähige Peter Stjärnvind von ENTOMBED (EX-MERCILESS, KRUX) ein. Peter, der beim Gig im Tantogården übrigens ein Sodom-T-Shirt trug, lernte die Songs im Handumdrehen, und ballerte beim Auftritt das Programm locker runter. Die NIFELHEIM-Formation komplettierte an diesem Abend der zweite Gitarrist "Warlord".

Setlist ROOT
Talking Bones
Endowment
Festival of Destruction
Rodaxx
Black Seal
Trygon
Heart of Darkness
Message
The Old Ones
Aposiopesis
Casilda's Song
Zjevení
7 Cerných Jezdcu
Upálení
Písen Pro Satana
Hrbitov
666

Auf der winzigen Bühne des Tantogården war leider kein Platz für die obligatorische Bühnendekoration von NIFELHEIM. Die Kerzenleuchter und der Kindersarg fehlten ebenso wie die Totenköpfe (bis auf zwei Exemplare, die auf den Gitarrenboxen platziert waren). Auch mussten die Fans auf die Pyroshow sowie das "von Fleischstücken beworfen werden" verzichten (ersteres wegen dem begrenzten Platz, letzteres wegen Auflagen vom Gesundheitsamt). Das machte aber nichts, denn somit konnte sich das Publikum auf das eigentlich wichtige konzentrieren: die Songs. Während des NIFELHEIM-Gigs war in den ersten Reihen die Hölle los. Die Band hat im schwedischen Metal-Underground eine treue und stetig wachsende Anhängerschar, was sich dann auch bei den Gigs bemerkbar macht. Der NIFELHEIM-Set wurde mit "Possessed By Evil" beendet, einem Song, den die Band, laut "Hellbutcher", seit 1994 weder live noch im Übungsraum gespielt hatte. Cool!

Um 22:00 herum schwangen sich dann die Jungs von der tschechischen Band ROOT auf die kleine Bühne des Tantogården. Die Band, die sich am Anfang ihrer Karriere dem Black Metal verschrieben hatte, komponiert heutzutage (symphonischen) Heavy Metal. Die ersten 75% Prozent des Rund zweistündigen Gigs der Band um den 50-jährigen legendären Sänger "Big Boss", waren dann auch Heavy-Metal-Songs welche mich, ehrlich gesagt, nicht vom Hocker rissen. Man muss aber trotzdem dieser Band großen Respekt zollen, einerseits für ihre Langlebigkeit (ROOT besteht seit 1987, d.h. die Band wurde schon vor dem Fall des Eisernen Vorhangs gegründet) und andererseits für ihre über 900 Gigs, die sie seit ihren Anfangstagen gespielt haben. Gegen Ende des Gigs wühlten ROOT dann aber noch einmal kräftig in der Nostalgie-Kiste und zauberten ein paar herrliche Black Metal-Songs (mit tschechischen Texten!) hervor. Das Publikum ging zu diesen Liedern noch mal richtig ab, und somit endete der ROOT-Gig dann in einem brachialen Old-School-Gelage, das den ersten, meiner Meinung nach etwas langweiligen Teil des Gigs, mehr als aufwog.

Nach dem Gig sprach ich noch ein wenig mit Erik ("Tyrant") und Pelle ("Hellbutcher") von NIFELHEIM. Als es dann gegen 02:00 Zeit wurde zu gehen, wurde ich von ihnen zu einem "Efterfest" (deutsche Übersetzung: siehe "Förfest", nur umgekehrt) beim Gitarristen "Battalion" eingeladen. Mehrere Taxis wurden für die Band, sowie einige Fans, bestellt und ab ging's zur Party. Es wurde noch eine recht lustige und feuchtfröhliche Nacht, bevor ich mich dann (nachdem fast alle anderen eingepennt waren) gegen 08:00 auf die Socken machte. Ich war dann um 08:30 zu Hause, stellte die Uhr auf Sommerzeit um (09:30), ging schlafen und träumte vom nächsten NIFELHEIM-Gig...

Für Radio Gehacktes: Martin Missy

Bilder von diesem Gig gibt es hier

Live Review des AS IT BURNS / INSTIL / GOD DETHRONED - Gigs am 26.11.04 im Vera,  Groningen / NL

Von weißen Schlangen und vermummten Männern

Ein kalter, verregneter Freitag im November. Was kann man da besseres tun, als ein Metal Konzert zu besuchen? Eben, nichts. Im "Vera" war für den heutigen Abend die Release-Party der neuen GOD DETHRONED-Scheibe "The Lair Of the White Worm" angekündigt. Und da neben dem entthronten Gott auch noch die alten Thrash Metal Helden DEAD HEAD sowie die Deathcore Hopefuls von INSTIL auf dem Billing standen, mussten wir natürlich da hin. Und da  Micha und ich gesellige Menschen sind, wurde auch "der Finanzminister" Hans, ähem, Michael Eden in Micha's Audi verfrachtet. Hier der Bericht:

Nachdem wir im "Vera" angekommen sind und das erste Bier ("Leeuw Pilsener") Körpertemperatur angenommen hat, verhaften Micha und ich als erste Amtshandlung GOD DETHRONED Mainman Henri Sattler und führen ihn ab, um ihn einer eingehenden Befragung zu unterziehen. Derweil ist es Mr. Deichkots Aufgabe, unten im Saal die Fahne des Metal-Journalismus hoch zu halten. Im Interview erzählt uns Henri als erstes, dass DEAD HEAD nicht spielen werden. Die Jungs waren schlicht und einfach nicht willens, heute Abend den Opener zu geben und sind statt dessen zu Hause geblieben. (uwe)

Für DEAD HEAD eingesprungen sind die holländischen Deather von AS IT BURNS, die noch kein neues Label finden konnten, nachdem das von Henri Sattler und Berthus Westerhuis geführte Record Label Coldblood Industries (wusstet ihr, dass unsere Lokalmatadore von VOMITING CORPSES vor über zehn Jahren einen Song gleichen Namens hatten?) aus finanziellen Gründen die Pforten schließen musste. AIB stellen heute vornehmlich Stücke ihres aktuellen Albums "Mortal Dusk" vor, können aber vor den kritischen Ohren von Michael Eden nicht bestehen: (uwe)

Genau. Tut mir leid, aber das hätte man sich echt sparen können. Keyboard und Death Metal passen nun mal nicht zusammen. Sänger Arend Doornhein steht nur rum und sieht aus, als ob er gerade aus dem Unterricht kommt (na und? Gegen Schülerinnen hast du doch sonst auch nicht einzuwenden, oder? ;-) -uwe). Die Groninger Band spielt überwiegend Songs vom aktuellen Album "Mortal Dusk". Das Album fand ich schon nicht so prall, aber Live sind die Jungs noch schlechter. Diese Mischung aus melodischem Schweden-Metal und Old School Death Metal ist wirklich langweilig und lässt mich auch heute Abend völlig kalt. (ed)

Jetzt schnell ein Bierchen holen und dann INSTIL reinpfeifen. Uwe hat mir auf der Fahrt hierher im Auto einen Song vorgespielt, der mir gut gefallen hat und auch Live ist die zweite Groninger Band des heutigen Abends eine Macht. Geil. INSTIL fabrizieren den gerade angesagten Metalcore und verarbeiten auch einige Death Metal Riffs. Sänger Rene Smit (erinnert an Jacob Bredahl von HATESPHERE) geht ab wie ein Zäpfchen und die Holländer werden vom einheimischen Publikum abgefeiert ohne Ende. Völlig zu Recht. Merkwürdig, dass ich den Namen vorher noch nie gehört habe. Werde mir wohl die Scheibe "Fire Reflects In Ashes" organisieren müssen. Als Vergleich kann man Bands wie HEAVEN SHALL BURN oder CALIBAN heran ziehen, INSTIL haben mindestens genauso viel Power. Hier ist kein schwacher Song dazwischen. Ich bin ja eher der Death/Grind Fan, aber diese Burschen haben es echt drauf. Welch Energie, welch Power, auch wenn die Jungs ein wenig merkwürdig aussehen. Gitarrist Joop besteht nur aus Knochen, echt merkwürdig, hehe. Den Namen INSTIL sollte man sich merken! (ed)

Auf der Bühne steht ein älterer, in ein Bettlaken gehüllter Mann und liest etwas in einer mir unbekannten Sprache von einem Zettel ab. Eine intensive Befragung der Eingeborenen ergibt, dass es sich hierbei um Johnny Tubben, den Wirt der an das "Vera" angrenzenden Kneipe "De Ster" handelt. Was er da von sich gibt, wissen jedoch auch die Natives nicht: "...das ist seine eigene Sprache.". Ah ja....... (uwe)

Setlist GOD DETHRONED
The Lair Of The White Worm
Art Of Immolation
Boiling Blood
Under A Silver Moon
The Warcult
Last Zip Of Spit
Nihilism
Villa Vampiria
Children Of The Grave
Serpent King
Soul Capture 1562
Soulsweeper
Sigma Enigma
Somberness Of Winter

GOD DETHRONED steigen mit "The Lair Of The White Worm" ein und sofort wird klar, was für ein Gewinn der neue Gitarrist Isaac Delahaye für die Band ist. Nun haben auch GOD DETHRONED ihren Michael Amott, hihi. Bandleader, Gitarrist und Sänger Henri Sattler hat sichtlich Spaß heute Abend und die knapp 450 Leute fressen dem Routinier aus der Hand. Auch Neu-Bassist Henk "Henke" Zinger macht seinen Job ohne sichtliche Nervosität. Dabei wird er genau beobachtet: sein Vorgänger Beef (bürgerlich: Bert Hovink) steht im Publikum und schaut "Henke" auf die Finger. Auf meine Frage, ob es nicht merkwürdig sei, seiner ex-Band von hier unten aus zuzuschauen, meint Beef: "Nein, denn erstens hab' ich die Jungs letzte Woche schon in dieser Besetzung gesehen, und zweitens war es ja meine eigene Entscheidung, bei GOD DETHRONED auszusteigen. Ich habe einfach nicht mehr so viel Zeit für die Band gehabt und wollte den Jungs nicht im Wege stehen." Beruflich eingespannt ist Beef übrigens bei einer Werft, er baut Motoren in Schiffe ein, wenn ich das mit meinem Pegel alles so richtig verstanden habe. Der Blick geht zurück auf die Bühne, wo Henri bei "Warcult" gerade Rene Smit von INSTIL auf die Bühne holt. Sinnigerweise hat der sich das Radio Gehacktes-Leibchen, das ihm Micha überreicht hatte, übergestreift und macht nun von dort oben lecker Werbung für uns. Cool. Etwas später kommt noch ein Gast auf die Bühne: Berthus Westerhuis schnappt sich Henri's Gitarre und jamt mit GOD DETHRONED den BLACK SABBATH-Klassiker "Children Of The Grave". Neben seiner Arbeit als Gründer von Coldblood Industries und als Gitarrist der holländischen Heavy Rock-Legende FRANKENSTEIN hat sich Westerhuis vor allem als Produzent einen Namen gemacht: unter anderem hat er DEAD HEAD-, ALTAR- und die meisten GOD DETHRONED-Alben in seinem Studio "Franky's Recording Kitchen" produziert. Und ein netter Typ ist er auch noch, wie sich nachher beim Bier herausstellt. Zurück zum Bühnengeschehen: nach "Soulsweeper", dem Stampfer vom "Into The Lungs Of Hell"-Album, stellt Henri seine Musiker vor, dann kommt "Sigma Enigma" und U.H. aus E. ergeht sich in wilde Zuckungen, die aufgrund seines Rückenleidens auf Außenstehende recht mitleiderregend aussehen müssen. Egal: Mann, ist das Geil! Den Abschluss bildet "The Somberness Of Winter", dann ist Schluss. Auch wenn GOD DETHRONED noch an ihrer Stage-Performance im Allgemeinen arbeiten müssen: musikalisch sind die Jungs in der Form ihres Lebens. Daumen nach oben! (uwe)

Den Eindrücken und Erlebnissen von Michael "Mr.Deichkot" Eden und Uwe "Opa" Harms gibt es eigentlich nichts hinzuzufügen. Ich kann mich den beiden nur anschließen und sagen, dass mit GOD DETHRONED wohl eine der besten Live Bands unseres Kontinents heranwächst. Für mich war das eine DER Shows des Jahres 2004! Zu erwähnen wäre da noch der INSTIL Shouter René, mit dem ich eigentlich ein Interview abgekaspert hatte, welches wir dann an diesem Abend machen wollten. Dieses hätten wir dann aber zum Zeitpunkt der GOD DETHRONED-Show machen müssen. Das können wir beide so nicht hinnehmen und nach kurzer Absprache entscheiden wir uns, das Inti in der nächsten Zeit via Mail zu machen und uns lieber die Show anzusehen. Eine sehr gute Idee, Rene ist nämlich genauso Fan wie wir und obendrein ein sehr sympathisches Kerlchen. Als nach dem Konzert die Mannen (Henri, Berthus, Beef und einige Andere) uns zu überreden versuchen, die weitere Gestaltung der Nacht "König Alkohol" nebenan im "De Ster" zu überlassen, bin ich hin und her gerissen. Wer mich kennt, weiß, wie schwer es mir fällt, so etwas auszuschlagen, aber schlussendlich hat die Vernunft gesiegt und so treten wir nach der Verabschiedung lieber die Heimfahrt an. Nächstes Mal, Henri! Dann fährt ein Anderer, das steht fest! Trotzdem ein mehr als gelungener Abend! (micha)

Für Radio Gehacktes: Michael Eden (ed), Uwe Harms (uwe), Michael Jehles (micha)

Bilder von diesem Gig gibt es hier

Live Review des INSISION / DEMENTOR / DISGORGE / SUFFOCATION - Gigs am 14.06.04 in der Zeche Carl, Essen

Jo, das war mal wieder etwas. Ich hatte mich schon auf einen schönen Backstage-Ausweis gefreut, denn eigentlich sollten noch DEICIDE und MYSTIC CIRCLE auf dem Billing stehen. Da ich gute Kontakte zur DEICIDE-Promotionfirma habe, hätte es auch geklappt, aber DEICIDE haben ja die Resttour gecancelt. Über die Gründe hier zu diskutieren, wäre vergebene Liebesmüh. Egal.

Eigentlich wollten Henne (TEARS OF DECAY) und ich gegen 14.15 Uhr los, da wir uns mit dem Sebastian von Leprozine um 18.00 Uhr bei McDonalds verabredet hatten. So gegen 14.20 Uhr fuhren wir los, aber nicht ohne noch Tolga (EYE SEA) und seine Freundin Helga abzuholen, so dass wir erst gegen 15.00 Uhr aus Emden raus waren. Natürlich haben wir in Hamm die falsche Abfahrt und den falschen McDonalds genommen, hehe, normal für Ostfriesen. Sebastian also verpasst und in Hamm verfahren. Tja, dann auf nach Essen. Dort kannte auch keiner die Zeche Karl, so dass wir uns auch in Essen mindestens eine halbe Stunde aufhielten. Irgendwann mal angekommen, war alles egal. Super, INSISION hatten wir schon verpasst. Goil. DEMENTOR spielten noch zwei Songs, die habe ich aber auch nicht gesehen und gehört, da erstmal eine große Begrüßungsaktion stattfand. Hacker, Andy, Christian, die JACK SLATER-Frontsau, der Chefkoch, Sebastian, Rüdiger, Markus, Lemmy etc. Man kam keinen Schritt vorwärts und der Alkpegel stieg. Nun ja, schnell zur Abendkasse, Karte sichern. 14 Lappen. Das war uns SUFFOCATION wert. 15 Minuten später wurde die Kasse geschlossen. Super. Schnell noch zwei Bierchen gezischt, dann war es Zeit für die coolen DISGORGE. Ja, entweder man mag amerikanischen Death/Grind oder man mag ihn nicht. In der wieder nicht ausverkauften Zeche Carl sah man das wohl ähnlich, so dass vor der Bühne nicht unbedingt der Bär los war. Mir egal, ich war vorne und habe schön geschädelt, denn dieser Death/Grind gefällt mir einfach. Ab und zu mal einen richtig fetten Groove mit rein und dann wieder Geblaste und Geballere. So soll es sein. Hier und da gab es ein paar vereinzelte "DISGORGE"-Rufe und auch Shirts von ihnen konnte ich entdecken. Klar, Abwechslung wird hier ganz klein geschrieben. Jedoch spielten sie einen neuen Song und der hat mich umgehauen. Cooles Ding, da bin ich echt mal auf die neue Scheibe gespannt. Der Sound war auch okay, jedenfalls wesentlich besser als der in Hengelo, so erzählten es zumindest die anwesenden Kollegen. Mir hat es gefallen, vielen anderen nicht. Kann ich nicht verstehen. Na ja, was solls.

Dann schnell zum Merchandising Stand. Ein JESUS WEPT-Kapuzenpulli musste her. 30 Euro hingeballert. Die CD war schon ausverkauft. Das Geschäft: “Suffocation“ läuft. Einen Song habe ich verpasst, aber dann ging der Bär ab. Mein lieber Herr Gesangsverein. SUFFOCATION hatte ich noch nie gesehen und ich hatte im Vorfeld ein wenig Bedenken, denn OBITUARY auf dem Fuck The Commerce-Festival waren auch nicht die besten. Von wegen Altherrenclub. Was die SUFFOCATION-Burschen da wie ein Brett gefahren haben, war nicht mehr feierlich. Schöne Death-Gewitter, welcher vom technischen Vermögen der einzelnen beteiligten wohl kaum zu überbieten ist. Die Jungs waren perfekt eingespielt. Leider habe ich die Setlist nicht im Kopf, aber das ist auch wirklich egal. Wir hatten uns auf der Hinfahrt noch zwei Mal die SUFFOCATION-Scheibe "Souls To Deny" angehört und die ist ja geil, aber meiner Meinung nach nicht so stark wie die Klassiker, aber live fetzten die neuen Stücke dann ohne Ende. Hätte ich nicht gedacht. Wirklich megamäßig stark. Leider spielte man kein Stück von der „Despise The Sun“, noch nicht einmal das heilige Lied “Katatonia“, aber das war an diesem Abend wirklich kein Beinbruch. Meine Begeisterung konnte ich nur durch Dauerbangen ausdrücken und die, die nicht gestaunt haben, taten es mir gleich. Meisterleistung. Natürlich darf ein Stück wie „Breeding The Spawn“ nicht fehlen. Ältere Songs wurden abgefeiert ohne Ende und der ein oder andere konnte alle Texte mitgrunzen. Cool. Als vorletztes Stück kam dann “Pierced  From Within“ und spätestens da platzten meine Eier. Eine Zugabe noch und „DASS KONZERT“ des Jahres war vorbei. Einige beschlossen, sofort mit der Musik aufzuhören, yeah. Ich auch. SUFFOCATION ist einer der besten Death Metal Bands, keine Frage. Ich bin wirklich froh, dass ich diese Band noch live gesehen habe, denn das ist irgendwie für einen Ü30 Death Metal-Maniac Pflicht. Superlative hin und her. Dieses war eins meiner besten Konzerte und ich habe in 15 Jahren einige gesehen. Respekt vor dieser Leistung. Schnell noch ein paar Bierchen getrunken und dann zum Markus pennen, nachdem man natürlich noch einige Gerstensaftbehälter leer machte.

Kurz gesagt: Ein kultiger Abend, Yeah. Michael "Mr.Deichkot" Eden von Radio Mähdrescher und TEARS OF DECAY

Bilder von diesem Gig gibt es hier

Live Review des TO KILL / THE CHOSEN / BLACK PALM - Gigs am 15.05.2004 im JUZ, Leer

Bei uns riechen sie in der ersten Reihe

Es war der Tag, an dem es Gewissheit geben sollte, ob Ostfriesland um ein weiteres, großes Kaliber heftiger Tonkunst reicher ist oder nicht. Das Jugendzentrum Leer lud ein, um dem Konzert mit den vier Bands MATHYR, TO KILL, THE CHOSEN und BLACK PALM beizuwohnen. Zuerst musste ich enttäuscht feststellen, dass die Band MATHYR furzkristig, äh kurzfristig abgesagt hatte. Die Hintergründe sind mir nicht bekannt, deshalb also gleich weiter im Text.

Die erste Band des Abends war denn auch gleich mein Grund, um nach Leer zu pilgern. Der allseits bekannte Sänger der viel zu früh verblichenen Band NECROBIOSIS, Frank Jäschke, gab sich ein Stelldichein mit seiner neuen Formation TO KILL und die Erwartungen waren groß, was da auf uns einprasseln sollte. Seine Mitstreiter, Chris am Bass, Krüger an der Schießbude (beide ebenfalls bei den ostfriesischen Kultgrindern MEATKNIFE tätig) und Björn an der Bratpfanne (ex-NEPHASTUS, jetzt MORDRAK) tun ja nun auch nicht erst seit gestern ihren Dienst an der Tatwaffe. So gibt es dann auch gleich munter uffe Zwölf. DEATH METAL! Krüger's Drumming ist schon ganz schön gewalttätig - nicht nur, weil er ohne Schuhe spielt und die erste Reihe im Publikum somit ohne Gasmasken ausgestattet schlechte Karten hat. Nein, es ist schon beeindruckend, wie er das letzte aus sich herausholt. Meister Jäschke ist als Frontmann eine souveräne Erscheinung und weiß der Musik durch sein einzigartiges Organ seinen Stempel aufzudrücken. Auch optisch macht er eine ganze Menge her: wer hat schon in altdeutscher Schrift "Ostfriesland" auf der Plauze eintätowiert? Auch Chris und Björn geben eine routinierte Performance ab, wobei sich Björn auch nicht lumpen lässt und einmal vergisst, den Vergeilerer einzuschalten und so schreddert er denn auch unfreiwillig den Anfang eines Stückes im Clean-Kanal, was für Erheiterung allerseits sorgt. Songtitel wie "Toilet Blow Job" zeigen an, wo bei TO KILL der Hammer hängt - das ist kein Kuschelrock, sondern Musik mit Eiern!

Nach einigen Zugaben geht's dann weiter mit der holländischen Formation THE CHOSEN. Zur Mucke möchte ich jetzt nicht viel sagen, da sie mir überhaupt nichts gibt und ich mich zusammen mit diversen Kollegen, denen es genauso geht, erst einmal in die Cafeteria zurückziehe, um meine durstige Kehle zu balsamieren. Aus informierten Quellen erfahre ich noch, dass der Bassist und der Gitarrist wohl erst kurze Zeit bei der Band sind - seltsamerweise ist Letzterer für meinen Geschmack noch der beste Musiker in ihren Reihen.

Als letzte Band des Abends enterten dann die Leeraner BLACK PALM die Bühne. Zu meiner Überraschung handelt es sich hierbei um eine noch sehr junge Black Metal-Band, deren Mitglieder in martialischem Corpsepaint in die Schlacht ziehen. Auf der einen Seite fand ich das zur Musik sehr unpassend und albern, auf der anderen Seite bin ich so schon auf das Schlimmste vorbereitet und dementsprechend von den Socken, als sie anfangen, ihre Songs vom Stapel zu lassen. Sehr amtlich, was da aus den Boxen hämmert! Irgendwie fühle ich mich zu Anfang ein wenig an ABSU erinnert, ziemlich lange Songs, komplex arrangiert und vielschichtig - so tritt keine Langeweile in den Songs auf. Hier merkt man, dass sich fünf Jungs zusammengetan haben, die es wissen wollen.

Somit können wir zusammenfassen: Emden ist die ostfriesische Hauptstadt in Sachen brutaler Death Metal und TO KILL ein sehr vielversprechender Act, auf dessen ersten Tonträger ich mich schon riesig freue. Auch Leer hat ein neues Ausrufezeichen gesetzt, bleibt zu hoffen, dass BLACK PALM in der Besetzung zusammenbleiben und weiterrocken. Schade um THE CHOSEN, von denen ich mir mehr erwartet hatte, nach dem, was ich vorher über sie in Erfahrung brachte. Schade auch, daß MATHYR nicht anwesend waren - vielleicht bekommt man sie einmal livehaftig zu Gesicht. Dennoch ein gelungener Abend, der Spaß gemacht hat.

Hintern abgewischt - bitte spülen!     Uwe Hansen        (BUGEN HAGEN)

Live Review des MEATKNIFE / BY BRUTE FORCE / TANKARD - Gigs am 23.04.2004 im Zollhaus, Leer

Das Pornokino in Leer

Mai 1987: TANKARD kommen! Die Götterscheibe "Chemical Invasion" macht gerade die Runde und wir müssen die Frankfurter Thekengötter natürlich live sehen.

Setlist BY BRUTE FORCE
Provocation Of Christ
Blade Rider
Let Them Burn
Reborn In Storm
Suicide Bomber
Munera Romanum
Dawn Of Eternity
Anno Demoni
Enjoy The Extreme
Slave Our Souls

 Micha Jehles und Uwe sind beide an diesem Abend im Auricher Schlachthof anwesend, kennen sich jedoch noch nicht persönlich. Micha dreht jedoch während des TANKARD-Gigs dermaßen durch, das er sich von der (ziemlich hohen) Balustrade stürzt und sich die Pfoten bricht.

März 2004: TANKARD kommen! Micha und Uwe sind auch wieder am Start und mit ihnen die komplette Radio Gehacktes-Crew. Diesmal findet der Gig im Zollhaus in Leer statt, denn da gibt es keine Balustrade, von der sich Micha stürzen könnte. Gut so!

Den Anheizer machen heute Abend die Emder Grindkönige von MEATKNIFE. Die passen zwar musikalisch nicht so recht in's Billing, aber wer will es dem MEATKNIFE-Fronter Matze verdenken, wenn er als Veranstalter des Abends seine Band auf die Karten schreibt?

Porn Grind? Cum Core? Die meisten der heute anwesenden Gäste sind sich bei der Kategorisierung der musikalische Ergüsse von MEATKNIFE einig: "Krach!" Was Matze (voc), Thommy (voc), Ali (git), Chris (bass) und Krüger (drums) natürlich nicht davon abhält, cool ihr Ding durchzuziehen. Und so gut und tight wie heute Abend habe ich die Jungs noch nie erlebt, da ist es schon schade, dass nur ein paar Die Hard-Fans vor der Bühne durchdrehen, währen der Rest des Publikums sich im hinteren Drittel des Zollhauses "versteckt". Trotz der reservierten Reaktionen heute Abend: MEATKNIFE haben sich in den letzten Jahren ein treues Following erspielt und sind in der Grindcore-Szene weit über die Grenzen Deutschlands hinaus erfolgreich. Zumindest ich hätte den Jungs in ihren Anfangstagen niemals zugetraut, das Anno 2004 eine MEATKNIFE-DVD, ein Auftritt auf dem "Fuck The Commerce"-Festival sowie eine Japan-Tour anstehen würden. Respekt!

Setlist TANKARD
Need Money For Beer
The Morning After
Zombie Attack
Slipping From Reality
Queen Of Hearts
Space Beer
New Liver Please
Maniac Forces
Die With A Beer In Your Hands
Nation Over Nation
Dancing On Your Grave
Alcohol
Don't Panic
Rectifier
Beyond The Pubyard
Freibier
Chemical Invasion
Alien
(Empty) Tankard

Die zweite Band des heutigen Abends kommt aus der Gegend um Gummersbach und nennt sich BY BRUTE FORCE. Aufmerksamen Lesern unserer Seiten dürften Simone Milizia (voc, git) und Aldo Mancarella (voc, drums) noch als "Zwei Mann-Kommando From Hell" bekannt sein, denn bei ihrem letzten Auftritt in Emden entfachten BBF zu zweit (!) ein Thrash Metal Inferno vom Allerfeinsten. Mittlerweile hat sich das Duo jedoch um zwei weitere Musiker verstärkt: Punker (bass) und Dr. Gasmask (git) machen aus dem Zwei Mann-Kommando eine Thrash Metal-Vollbedienung im Breitwand-Format. Als BY BRUTE FORCE ihren Set mit dem Smasher "Provocation Of Christ" (vom aktuellen Album "By Brute Force") beginnen, sind Micha und ich noch bei TANKARD zum Interview. Als wir jedoch wieder im Saal sind, scheint das Publikum noch nicht gemerkt zu haben, das BBF schon spielen. Gerade einmal drei (!) unentwegte Maniacs schütteln die Rübe vor der Bühne, hinter ihnen gähnende Leere im Saal. Dabei machen BY BRUTE FORCE alles richtig: das famose Old School Death / Thrash Songmaterial lädt förmlich zum Amoklauf ein und auch das Zusammenspiel der Musiker ist tight wie der viel zitierte Entenarsch. Und natürlich gibt es auch heute wieder die ultimative Coverversion: "Dawn Of Eternity" (MASSACRE) wird "allen Old School Thrashern" gewidmet. Klar, dass sich mein Körper spontan angesprochen fühlt und mich in wilde Zuckungen wirft. Und endlich entsteht auch vor der Bühne mehr Bewegung. Geiler Auftritt von einer großen deutschen Thrash Metal-Hoffnung, Thumbs Up!

In der Pause verteilen wir die Goodies an die Gewinner unserer TANKARD-Verlosung. Herzlichen Glückwunsch nochmal!

Als die "Beer Metal"-Veteranen um die letzten beiden Gründungs-Mitglieder Andreas "Gerre" Geremia (Kehle) und Frank Thorwarth (tiefe Töne) die Bühne entern und mit "Need Money For Beer" einsteigen, ist es vorbei mit der Zurückhaltung des Publikums, die Meute geht ab wie ein Tabasco-Zäpchen. Über 22 Jahre gibt es TANKARD nun schon. Und auch, wenn die Frankfurter Thrasher die Band nur noch semi-professionell betreiben: ein TANKARD-Gig ist auch 2004 noch immer ein Spaßgarant. Was soll auch schief gehen, wenn man Songs wie "Maniac Forces", "Chemical Invasion", "Freibier" oder "Empty Tankard" im Gepäck hat? Frank wütet wie immer mit Dauergrinsen über die Bretter, der "wohlbeleibte" Gerre zeigt "Bäuchlein" und macht seine Witzchen ("Seid ihr schon VOLL, LEER?").  Gitarrist Andreas Gutjahr ist zwar technisch makellos, aber einfach nicht hässlich genug für einen Musiker von TANKARD. Drummer Olaf Zissel, der gerade Backstage während des Intis noch geschlafen hat, ist aufgewacht und einfach gut. Auch die Songs vom neuen Album "Beast Of Bourbon" fügen sich optimal in den Set ein, besonders "Die With A Beer In Your Hand" kommt super an. Und im krassen Gegensatz zu seiner körperlichen Erscheinung ist Gerre mit geschätzten 130 Kilogramm Lebendgewicht erstaunlich agil unterwegs und hat immer genügend Puste. Auch für den "Tobi-Sprung": während des Intis erzählt uns Gerre, wie fasziniert er von der körperlichen "Spannkraft" von Tobias Sammet (EDGUY, AVANTASIA) sei: "Der springt im Spagat glatt 'nen Meter hoch!". Und so kommen auch wir in den Genuss eines solchen angedeuteten Spagat-Sprungs. Hm, das sieht bei Tobi etwas besser aus, Gerre... Aber auch unsere Crew lässt sich nicht lumpen: Unser Rezensent Joe D. Fister (EBOLA BEACH PARTY) und unser Micha müssen bei "Chemical Invasion" unbedingt auf die Bühne und hüpfen einträchtig zwischen den Musikern umher. Gerre erzählt uns, er sei immer noch erstaunt, dass es in Leer "ja sogar ein Porno-Kino gibt!" Und bei "Freibier" holt Gerre einen Banger zum Duett auf die Bühne. Die Wahl hätte nicht treffender sein können: ausgerechnet Michael "Gonny" Gontjes, Frontmann der Emder "Happy Metal"-Legende BEERBUSTERS, trällert mit Gerre den alten Gassenhauer, geil! Natürlich wird zum Abschluss der "(Empty) Tankard" geleert und das Publikum verlässt ausgepowert und zufrieden den Saal. Und unser Micha ist heute nirgendwo runter gesprungen, ein gutes Konzert!

Uwe Harms

Bilder von diesem Gig gibt es hier

Notizen am Rande: ---Jäschke (TO KILL) erklimmt die Bühne und wetteifert mit Gerre während des Gigs um den "Mister Bauch"-Titel---Uwe Hansen, Gitarrist von BUGEN HAGEN, gibt bereits bei MEATKNIFE und BBF alles und verdient sich den Titel "Banger des Tages"---Veranstalter Martin Janssen ist mit den 230 zahlenden Gästen des Abends nicht zufrieden: "300 hätten kommen müssen, um unsere Unkosten zu decken"---Wir erfahren, dass sich die BEERBUSTERS wieder zusammengerauft haben. Leider ist die Band mittlerweile bereits wieder Geschichte---TANKARD Manager Buffo ist erstaunt, "wie betrunken die Leute hier alle sind! Ist das normal bei euch?" Klar, Buffo: Ostfriesland, Home Of The Kampftrinker...---

Live Review des TO KILL / FLESHLESS / DEATH BY DAWN / DAWN OF DISEASE - Gigs am 27.03.2004 im JuZ Alte Post, Emden

Death Is A Lifestyle

Nachdem sich Martin van Drunen auf dem "Voices From The Darkside"-Festival (Bilder gibt's hier) eindrucksvoll wieder ins Gedächtnis gerufen hatte, war ich gespannt, wie sich seine neue Kapelle DEATH BY DAWN präsentieren würde. Da uns die Obersympathen aus dem Bergischen gleich nach der Begrüßung ein Interview "aufdrängen", verpassen wir leider den Special Guest des Abends: Die ostfriesische Allstar-Combo TO KILL um den ostfriesischen Tanzbär Jäschke ist kurzfristig aufs Billing aufgesprungen und macht, Augenzeugenberichten zufolge, ihre Sache sehr gut. Mehr Informationen zu TO KILL gibt es nach dem Konzert am 15.05.2004 im JuZ Leer. Gitarrist Björn, der sonst bei MORDRAK den Panda gibt, MEATKNIFE-Basser Chris sowie "Ich trommel' bei jeder Band, deren Proberaum ich zu Fuß erreichen kann"- Krüger sollen sich laut unserer Nina souverän durch einen Old School Death Metal-Set geholzt haben. Getreu dem Bandmotto: "Death Is A Lifestyle".

Warum die Tschechen von FLESHLESS so früh spielen, erklärt mir Bandleader und Frontgaul Vladimir: "Wir fahren gleich noch wieder zurück nach Tschechien. Schließlich haben wir Frauen und Kinder....". An einem Tag über 15 Stunden im Auto sitzen, nur um eine dreiviertel Stunde lang vor knapp 100 Freaks zum Death Metal-Tango aufzuspielen: Respekt! Musikalisch gibt es eine Mischung aus altbewährten Death Metal-Trademarks und den üblichen Tschechen-Geprügel, allerdings erinnert besonders das Riffing oft an die Legende TERRORIZER. Shouter Vladimir gurgelgrunzt dagegen wie sein Kollege von den Landsmännern FLESHGORE. Nun ja, Geschmackssache.

DEATH BY DAWN beginnen mit "Hope" vom zweiten Demo "Dedicated To The Oppressed". Und die sympathischen Vier haben das Publikum vom ersten Ton an auf ihrer Seite. Sie sind aber auch zu knuffig: Martin, der hünenhafte Womanizer mit dem verschmitzen Lächeln, hat für jede Situation ein lockeres Sprüchlein parat. Wenn er nicht gerade schreit und mit seinen Vocals beweist, dass er auch 2004 auch noch zu den ganz Großen in der Death Metal-Szene gehört. Bassbärchen Gino wobbelt im Tiefflug über die Bühne und will mit seinem Dauergrinsen so gar nicht ins Death Metal-Klischee passen. Neugitarrist Jeff Belane (ex-SUDDEN DEATH, heißt eigentlich Jens Geldon und ersetzt Gründungsmitglied Marcus Schacht) markiert den in sich versunkenen Saitenwizard und ist bei den simplen Songstrukturen sichtlich unterfordert. Das Songmaterial ist nämlich sämtlich vor dem erst kürzlich erfolgten Einstieg von Belane erfolgt. Bleibt also zu erwarten, dass das zukünftige Songmaterial mehr Auslauf für den Gitarristen bietet. Und Drummer Pippo? Schnuckelchen Pippolino zerballert vor lauter Begeisterung gleich zweimal das Drumkit, was zu kurzen Setunterbrechungen führt. Zum Abschluss gibt es dann noch eine Coverversion. Allerdings wird "The Ace Of Spades" so zerschrotet, dass man das Original nur schwer erkennt. Egal: Daumen hoch!

DAWN OF DISEASE haben heute in mehrfacher Hinsicht einen schweren Stand. Zum einen sind nur noch wenige Banger anwesend, zum anderen hat Shouter Thomas (alias "Grindgod") mit einer fiebrigen Erkältung zu kämpfen, die ihm das Growlen nicht gerade erleichtert. Und eine Veröffentlichung haben die Youngster auch noch nicht vorzuweisen. Sei's drum. Mit fettem Old School Death Metal-Riffing, das irgendwo zwischen BOLT THROWER und MASSACRE liegt, kann man nie was falsch machen. Nur die wenig abwechslungsreichen, in den tiefen Bereichen an Kam Lee erinnernden Vocals stören ein wenig den Gesamteindruck. Bin mal gespannt, wie die Jungs auf Tonträger klingen. For Updates Check: www.dawn-of-disease.tk

Uwe Harms

Bilder von diesem Gig gibt es hier

Notizen am Rande: Mike von ANASARCA hat ein paar Exemplare der neuen CD "Dying" im Gepäck, Release-Party von "Dying" am 24.4.04 in Lachheim. Gäste: DISAVOWED, PYAEMIA, TEARS OF DECAY sowie SADISTIC BLOOD MASSACRE. Jens Geldon erzählt zu seinem Pseudonym: "Jeff Belane ist die Romanfigur des letzten Charles Bukowski-Romans!" Man lernt nie aus... Veranstalter Martin Janssen ist mit den 95 zahlenden Gästen des Abends nicht zufrieden: "Eindeutig zu wenig".

Live Review des MACABRE / CEPHALIC CARNAGE / BRUTUS - Gigs am 04.02.2004 im Debaser / Stockholm / Schweden

Warte noch ein Weilchen...

Gerade Mal einen Tag vor dem Konzert hatte ich durch einen glücklichen Zufall erfahren, dass MACABRE in Stockholm Live ihre Meisterwerke zum Besten geben würden. Wenige Minuten später hatte ich auch schon die Eintrittskarte gebucht und konnte es kaum erwarten, die drei Amerikaner endlich einmal Live erleben zu dürfen. Schon am Merchandisestand wurde man auf das kommende Ereignis eingestimmt: Außer T-Shirts, CD's und Aufklebern konnte man hier nämlich auch ein paar Büchsen "Menschenfleisch-Eintopf" (à la Jeffrey Dahmer) käuflich erwerben. Freudig angeekelt schlenderte ich daraufhin in den Saal, in gieriger Erwartung auf die kommenden brutalen musikalischen Orgien.

Um 20:30 warfen dann die Jungs von BRUTUS den "Headbang-Propeller" an und ließen ihre Haare wie die Flügel von mächtigen Metal-Windmühlen kreisen. Der 30-minütige Set, der größtenteils aus Songs von der Debut-CD "Schlachtbeest" bestand, wurde von den vier Holländern gnadenlos durchgebolzt. Ich stehe zwar persönlich mehr auf Songs, die auch etwas langsamere Parts beinhalten (mit anderen Worten: etwas mehr Variation), aber wer auf kompromisslosen Death Metal mit mindestens 350 bpm steht, dem werden BRUTUS mit Sicherheit zusagen. Interessant: Die Band hat drei Frontmänner, da die beiden Gitarristen und der Basser die Gesangspartien demokratisch untereinander aufgeteilt haben. Cool ist auch, dass die Jungs auf holländisch singen, was ich allerdings ehrlich gesagt, nicht raushören konnte.

Um 21:15 war es dann Zeit für die zweite Vorband des Abends, CEPHALIC CARNAGE. Gleich von der ersten Sekunde an zappelten, hüpften und bangten die Boys aus Denver / Colorado (vor allem Gitarrist Zac und Basser Jawsh) auf der Bühne herum, als gäb's kein Morgen. Hut ab, eine wahrhaft klasse Bühnenpräsenz! Die Musik von CEPHALIC CARNAGE zu beschreiben, fällt da schon ein wenig schwerer. Ich würde sagen dass es eine Mischung aus Grindcore, Death Metal und Jazz (!) ist. Als ich Zac nach der Show fragte, wie er denn die Musik seiner Band beschreiben würde, sagte er: "Unsere Songs bestehen aus vielen verschiedenen Stilrichtungen. Ich würde das Ganze ganz einfach >Metal< nennen!" Was er vom amerikanischen Präsidenten hält, lies er mich kurz darauf wissen, als er mir die Homepage der Band aufschrieb und ein "Fuck George W.!!!" drunter setzte. Gute Musik, gute Show und außerdem noch politisch mit einer gesunden Einstellung, besser kann's eigentlich gar nicht werden. Wurde es aber. Gegen Ende ihres Sets setzten sich die fünf Amerikaner "Corpse-Paint-Masken" und anschließend Baseball-Mützen auf und machten sich kräftig über die Black Metal- und Stoner-Szene lustig. Nach verrichteter Arbeit (d.h. 45 Minuten Intellekto-Hau-Drauf-Musik) verließen CEPHALIC CARNAGE die Bühne und ließen eine Menge neuer Fans im Publikum zurück.

Gegen 22:30 stieg der Jubel in dem mit 350 Leuten ausverkauften Debaser an, als Schlagzeuger Dennis the Menace, Gitarrist/Sänger Corporate Death (den man vor der Show noch mit einer Jack Daniels-Flasche am Hals gesichtet hatte) sowie Bassist/Sänger Nefarious, oder kurz und gut MACABRE die Bühne betraten. Und der Jubel war nicht unverdient, denn MACABRE zeigten vom ersten bis zum letzten Augenblick an wer hier die Grindcore-Hosen anhat. Ehrlich gesagt bin ich beim Zählen der Songs irgendwann nicht mehr mitgekommen, aber es waren viele Songs von der "Murder Metal"-CD und auch Klassiker wie "Nightstalker", "Dr.Holmes" und die Ballade "Mary Bell" darunter. Irgendwie bekam der MACABRE-Gig auch etwas von einer Unterrichtsstunde, da "Lehrer" Corporate Death vor jedem Song den Mörder präsentierte, von dem der nächste Song handelte. Ein weiterer Höhepunkt war "Fritz Haarmann der Metzger", ein Lied mit deutschem Text ("Warte noch ein Weilchen... dann kommt der Haarmann auch zu dir... mit dem Hackebeilchen... macht er Leberwurst aus dir..."). Während der Zugabe wurden dann auch (neben dem genialen "Ed Gein") zwei weitere Songs über deutsche Mörder zum Besten gegeben: "The Wüstenfeld Man Eater" (Armin Meiwes) und "Vampire of Düsseldorf" (Peter Kurtin). Als ich nach dem Konzert ein paar Metallern nebenbei erzählte, ich sei Deutscher, sind die doch einfach abgehauen... seltsam... Naja, wie auch immer: Gegen Mitternacht ging ein wirklich gutes Konzert zu Ende, und MACABRE kündigten an, dass sie die schwedischen Fans nicht wieder zehn Jahre auf ihren nächsten Auftritt in Schweden warten lassen würden.

Martin Missy

Bilder von diesem Gig gibt es hier

Live Review des THE SEVENTH SEAL / IMBECILE - Gigs am 13.12.2003 im Jugendtreff Harsweg, Emden

Stehpinkler und die Farbe Grün

Unter dem Namen MEATFLESH REX hat sich Martin "Matze" Janssen in den letzten Jahren einen recht guten Namen als Veranstalter gemacht. Heute Abend sind IMBECILE aus Rendsburg und die recht aktiven Youngster von THE SEVENTH SEAL Matze's Ruf gefolgt. Mein Plan, mit den Jungs von THE SEVENTH SEAL im Studio anzurufen, eine kleine Live-Schaltung zu machen, damit Czelle dann in der Sendung ein Stück der Jungs spielen kann, scheitert leider: Unser Redaktionspitbull hat die CD verschlampt....grmpf. Übrigens ist der Vorgänger von TSS-Drummer Daniel Donker ein alter Bekannter und ein Spezi von mir: EBOLA BEACH-Fronter und Teilzeit-Drummer Joe D. Fister ist nach einem halben Jahr als Drummer bei TSS ausgestiegen, weil ihm die Mucke der Band "zu melodiös" war. :-))

Setlist THE SEVENTH SEAL

Tormentor

Religion Is War

Heavensfall

Necrofile

The Last One

Take My Hand

Erase Yourself

Moon Of Death

Slaying The Good One

Power From Below

Revenge Of The Zombie

Mistress Of Death

And Darkness Descends

THE SEVENTH SEAL steigen mit "Tormentor" von ihrem 2002er Demo ein. Laut Bandinfo spielen die fünf Ostfriesen "Melodic Death Metal" und das kann man wohl so stehen lassen. Leider ist es mit den Melodien nur so, dass sie zwar vorhanden sind, aber sich nicht entfalten dürfen. Auffällig ist auf jeden Fall, das TSS sehr viel Old School Heavy Metal-Elemente in ihre Musik einfließen lassen. Das textliche Konzept, das den meisten Songs und auch dem Bandnamen zu Grunde liegt, ist die biblische Geschichte der Apokalypse. Die Songs der beiden bis jetzt erschienen Demos beinhaltet zwar diverse gute Ansätze, auch Riffs mit Wiederkennungswert sind satt am Start. Die Vocallines erreichen jedoch leider nicht dieses Niveau. Hier besteht noch erheblicher Nachholbedarf beim Songwriting, das Material wirkt (noch) zu zerfahren und richtungslos. Im Moment scheinen die Jungs noch zu viele Ideen in einen Song stecken zu wollen, anstatt sich auf die Auslese zu verlegen und die wirklich guten Melodien und Riffs auch mal öfter in einem Song zu wiederholen. Altes Metaller-Motto: "Don´t Bore Us - Get To The Chorus!". Auch am Stageacting müssen die Jungs noch gewaltig arbeiten:  Shouter Jörg Kruse, die beiden Gitarristen Harald Flessner und Rainer sowie Bassist Friedrich erwecken den Eindruck, als wären sie auf dem Kongress der Stehpinkler. Motto: "Nur nicht bewegen!". Drummer Daniel Donker ist auf seinem Schemel natürlich entschuldigt.  Die kleine aber treue Fangemeinde, die heute besonders bei den Stücken "Take My Hand" und "Necrofile" alles gibt, ist mehr in Bewegung als die Band selbst. 

IMBECILE (heißt so viel wie Dummkopf, Schwachsinniger) stellen heute Abend ihr im Oktober 2003 veröffentlichtes Album "Welcome to Kanalistic City" vor. Die Band feiert im Januar 2004 bereits ihr zehnjähriges Bestehen. Ein Blick auf die Homepage der Band lässt vor allem eines erkennen: Die Bandfarbe ist GRÜN. Death Metal , Thrash und ein fetter Schuss Punk, so könnte man die Musik der fünf kranken Jungs aus Lütjenwestedt (bei Rendsburg) beschreiben. Frontmann und optischer Mittelpunkt bei den IMBECILEs ist mitnichten Shouter Timo Kock, sondern Ausnahmebassist Wolf. Der drängelt sich mit seinem Bass-Spiel (nicht nur) akustisch in den Vordergrund und setzt eindrucksvoll Akzente. Ansonsten setzt sich die Mucke der Hedwig Holzbeiner bei mir nicht wirklich im Ohr fest, zu selten spielen die Jungs so straight geradeaus, wie ich es liebe. Aber nach zehn Jahren Bandgeschichte kann man wohl davon ausgehen, dass dieser abgefahrene Sound gewollt ist. Hm. Textlich geht es etwas ..ähm.. unappetitlich zu, wie der Text zu "Infernal Flatulence" zeigt, den ihr euch hier zu Gemüte führen könnt. Aber auch Texte über den Massenmörder Ed Gein ("Ed Gein's Death Farm") oder menschlichen Abschaum ("Brown Shit In The Toilet") gibt es aus der Kanalstadt (der Nord-Ostesee-Kanal fließt durch Rendsburg) zu hören. Nette Leute sind die Schwachköpfe so oder so, eine Review der CD "Welcome To Kanalistic City" könnt ihr in Kürze in unserer Review Section finden.

Im Nachhinein fanden sich auf meinem Aufnahmegerät noch Station IDs der beiden Bands und in meiner Fototasche ein Bild von mir und einem Arsch, fragt mich bitte nicht, wie das alles zustande kam...

Uwe Harms

Bilder von diesem Gig gibt es hier

Live Review des HELLOWEEN / RAGE - Gigs am 10.12.2003 in der Arena / Stockholm / SWE

Kraut-Rock in IKEA-Länd

Am 29. Oktober war dieses Konzert, wegen Krankheit (HELLOWEEN-Sänger Andy Deris), auf das oben genannte Datum verschoben worden. In Schweden gibt es eine Redensart, die lautet: "Wer auf etwas Gutes wartet, wartet nie zu lange". Nun war die Frage: würde dies auch auf das HELLOWEEN / RAGE-Konzert zutreffen?

Die zweite Frage, auf dessen Beantwortung ich mit Interesse wartete, war: wie wird RAGE beim schwedischen Publikum ankommen? Die Antwort kam schon während des ersten Songs ("War Of Worlds"), den Peavey und seine Mannen zum Besten gaben: "Sehr gut!" Mehr als die Hälfte des Publikums, das Peavey mit seiner cool-freundlichen Art die ganze Zeit gut im Griff hatte, bangte, klatschte und sang mit, als hätten sie in ihrem Leben nie etwas anderes als RAGE gehört. Eine weitere Bestätigung des positiven Eindrucks, den RAGE auf die schwedischen Metaller machte, erhielt ich kurze Zeit später auf'm Klo (Ja, ich musste während des Gigs auf's Örtchen, da die schwedische 3,5 %-Bier-Plörre durchlief wie Wasser!), wo ein Headbanger, der neben mir an der Pissrinne stand (und vermutlich vor dem Konzert noch nie ein Lied von RAGE gehört hatte) verkündete, dass die Band "ja richtig gut" sei. Wieder zurück in der Halle: Die nächsten Songs, die Peavey (Bass/Gesang, aber das weiß ja bestimmt jeder, oder?), Victor Smolski (Gitarre) und Mike Terrana (Schlagzeug) dem Publikum präsentierten, waren "Great Old Ones", "Sent By The Devil", "Firestorm", "Down", "Soundchaser" und "Set This World On Fire". Anschließend folgte ein Solo von Mike T. (Victor S. - übrigens ein super Gitarrist! - hatte ca. zehn Minuten vorher auch ein Solo gespielt). Ich muss nur mal kurz was Allgemeines zum Thema "Soli" loswerden: Ich kann verstehen, dass sich talentierte Musiker auch mal ohne ihre Bandkollegen dem Publikum präsentieren möchten, aber ich persönlich bezahle meinen Eintritt für Konzerte, um Songs der gesamten Band zu hören, ohne mir zwischen den Liedern viel Gelaber oder irgendwelche Soli der einzelnen Musiker anhören zu müssen. Nun ja, soviel dazu, zurück zum RAGE-Gig: Nach dem Schlagzeug-Solo kam der (für mich als alten 80er-Metaller) beste RAGE-Song an diesem Abend: "Don't Fear The Winter". Danach ließen die drei Jungs von RAGE noch "Higher Than The Sky" aus den Boxen dröhnen, und dann war der Set - nach nur 50 Minuten -  auch schon vorbei. Summa Summarum: Ein - alles in allem - guter, wenn auch kurzer Gig von RAGE. Das Einzige, was sich der Verfasser dieser Zeilen vielleicht noch gewünscht hätte, wären noch ein paar ältere Songs ("Down By Law"!) gewesen.

Die Frage, die ich mir vor dem Gig von HELLOWEEN stellte, war: werden die Jungs auch ein paar von den älteren Songs spielen? Die Frage war aus meiner Sicht gar nicht so unberechtigt, da sich die Band, als ich sie 1988 in Hannover sah, partout geweigert hatte, Lieder von den ersten beiden Platten zu spielen, und erst durch vehemente Sprechchöre ("Ride-The-Sky! Ride-The-Sky!") dazu bewegt werden konnte, den gewünschten Song (sowie "How Many Tears") zu spielen. Auch meine dritte Frage wurde mit den ersten Songs, die HELLOWEEN spielten, beantwortet, da die deutsche Power-Metal-Band gleich mit zwei Knallern von ihrer Debut- (Mini-) LP von 1985 loslegte: "Starlight" und "Murderer"! Und es ging zügigen Schrittes weiter: "Keeper Of The Seven Keys", "Future World" sowie "Eagle Fly Free". Nach "Hey Lord!" wurde zwar vorübergehend mit "Forever And One (Neverland)" ein wenig auf die Bremse getreten, doch im nächsten Augenblick drückten Markus Grosskopf (Bass), Michael Weikath (Gitarre), Andy Deris (Gesang), Stefan Schwarzmann (Schlagzeug) und Sascha Gerstner (Gitarre), der zwischenzeitlich das Publikum mit dem "Pippi-Langstrumpf-Lied" überraschte, wieder auf die Tube: "Open Your Life", "Dr. Stein", "If I Could Fly", "Back Against The Wall", "Power" und "Sun For The World". Der Klassiker "How Many Tears" beendete einen sehr guten Set, der die rund 1.800 anwesenden Metaller (den Verfasser eingeschlossen) rundum zufrieden stellte. Wenn ich mir noch einen Song hätte wünschen dürfen, dann wäre dies "Ride the Sky" gewesen. Aber wer weiß, vielleicht werden ja HELLOWEEN dieses Lied beim nächsten Mal, wenn ich sie mir ansehe, wieder spielen?

Und dass meine erste Frage auch positiv beantwortet wurde, brauche ich ja eigentlich nun nicht mehr zu erwähnen. 

 Martin Missy

Live Review des SUPERCRUSH / KNORKATOR - Gigs am 07.12.2003 im Grünspan, Hamburg

Fellunterhosen und Hundehütten

"Du findest doch eh' nur drei Bands gut !" Diese bösen Worte von Herrn Harms muss ich mir immer anhören, wenn Herr Harms sauer auf mich ist, weil ich seine zweitklassigen Kopien wieder verreiße. Mit den "drei Bands" meint er OVERKILL, DIE APOKALYPTISCHEN REITER (manchmal auch NAGLFAR, das schwankt bei ihm) und KNORKATOR J. Und letztere Band spielte am 07.12.2003 zum Tanz im "Grünspan" zu Hamburg auf. Also nix wie hin. Meiner Journalisten-Pflicht nachkommend, hätte ich mich um Pressekarten bemühen können. Dann wären hier jetzt auch Fotos zu sehen. Aber ich konnte nicht einmal versuchen, welche zu kriegen! Ich wusste nämlich zwei Tage vorher nicht, ob ich überhaupt fahren kann. Nur damit Ihr wisst, warum keine Fotos da sind (und warum wusstest du nicht, ob du fahren kannst, du Hirn? Übrigens hast du bei den "drei Bands" von oben die vierte vergessen: W.A.S.P. - uwe). 

Okay, kommen wir zur Support-Band. SUPERCRUSH. Von denen hab' ich noch nie was gehört. Jetzt - nach dem Konzert - weiß ich auch, warum: die sind Scheiße. Eine "Ulrich-Band". Wisst ihr, was eine "Ulrich-Band" ist? Ulrich ist ein alter Freund von Markus Hinrichs (der mit mir auf'm Konzert war) und mir. Und eine "Ulrich-Band" ist so 'ne Independent-Musik wie z.B. NOTWIST.. Ulrich steht auf sowas. Ich nicht. Also: die Jungs von SUPERCRUSH kamen auf die Bühne und hinterließen einen bleibenden Eindruck. Aber nur wegen den Ansagen ("Die Leute meinen immer wir machen nur Spaß. Dabei meinen wir es verdammt Ernst!" - keine Ahnung, was sie damit meinten) und dem Outfit. Ist mir ja eigentlich egal. Ich find ja auch Fellunterhosen lustig (MANOWAR) aber das war schon bemerkenswert. Der Sänger hatte so eine komische Mütze auf, wie der Sänger von den SPIN DOCTORS. Also so ein komisches Ding, weshalb man nach der Grundschule auch verhauen wird. Aber SUPERCRUSH ließen sich auch durch "Schluss jetzt! Ich muss pünktlich nach Hause, wir essen zeitig!" - Zwischenrufe von Hinrichs nicht beeindrucken. Ich fand die völlig deplaziert und schlecht. Das macht denen wahrscheinlich nichts. Und ich werde wohl auch Hinrichs Wunsch ("Schreibst du'n Review? Ja? Vernichte sie. BEENDE IHRE KARRIERE!") nicht entsprechen können. Man kennt das ja. Die werden jetzt erst recht weiter machen und die Welt mit Ihrer Musik foltern. 

Aber irgendwann sind sie ja gegangen. Und nach einer Umbaupause kamen dann die Anarchisten KNORKATOR. Also eigentlich kam ein großes Stück Pappe, wo ein Haus drauf gemalt war. Und neben dem Haus eine Hundehütte. Aus der Hundehütte kam dann der Kopf von Sänger Stumpen und der sang "Kurz & Klein" J. Hey, mit sowas kann man nur gewinnen, oder? Geboten wurden alle Klassiker und Gassenhauer. Also "Klartext", "Böse", "Ding in die Schnauze" und natürlich "Weg nach unten" usw. Vom neuen Album wurden "Ma Baker", "Ich hasse Musik" und "Der ultimative Mann" geboten. Die Ansagen habe ich mir nicht merken können. Der Stumpen drückt sich auch zu kompliziert aus. Wenigstens für einen normalen Metal Fan wie mich J. Stumpen mag Hamburg. Hat er wenigstens gesagt. Er mag die norddeutsche Art: ("Kann ich dieses oder jenes bekommen?" - "HALT DIE FRESSE!!! Klar kannst du das haben!"). Ich habe ja noch gar nichts über den Strampelanzug erzählt, den Stumpen anhatte. So eine Mischung aus Badeanzug und Strampelanzug. Er hat das dann zum Tausch angeboten, aber irgendwie wollte das keiner. Smell the Music? Sehr schön auch die in Rosa Tarnfarben gehaltene Kleidung von Buzz Dee. Nach den üblichen Zugabe-Spielchen war das Konzert dann nach gut eineinhalb Stunden vorbei. 

Was noch? Der Eintritt lag bei 16,00 Euro. Shirts gab's für 15,00 Euro Longsleeves für 20,00 - 22,00 Euro. Fair. Czelle

Live Review des CANDLEMASS / TROUBLE / FORCE OF EVIL - Gigs am 29.11.2003 im Klubben / Stockholm / SWE

Doom’n’Roll!

Da war ich nun also auf dem Weg zu meinem ersten Doom Metal-Konzert. Ort des Geschehens war das „Klubben“ in Stockholm. Nur fünf Tage vorher hatte eine Etage höher, in der „Arena“, DANZIG ein cooles Konzert abgehalten. Doch nun war Doom angesagt... Beim Gang durch's Publikum hörte ich, außer schwedisch, auch deutsch, finnisch und englisch. Einer der englischsprechenden Konzertbesucher war zusammen mit acht Kumpels extra für dieses Konzert aus London angereist. Im Publikum wurden außerdem (Ex-) Mitglieder von OPETH, ENTOMBED und HYPNOSIA gesichtet.

Kurz nach 19 Uhr enterte die dänische Band FORCE OF EVIL die Bühne. Obwohl die Band größtenteils aus gestandenen Musikern wie den Gitarristen Michael Denner (Ex- MERCYFUL FATE, Ex- KING DIAMOND) und Hank Sherman (MERCYFUL FATE), dem Bassisten Hal Patino (KING DIAMOND) sowie dem Schlagzeuger Bjarne T. Holm (MERCYFUL FATE) besteht, konnten die Jungs um Frontmann Martin Steene mit ihrem Heavy (und teilweise doomigen) Metal den Großteil des Publikums nicht sonderlich begeistern. Einzig bei den MERCYFUL FATE-Coverstücken „Curse of the Pharaos“ und „Evil“ kam richtig Stimmung im Zuschauerraum, der zu dem Zeitpunkt vielleicht zu zwei Dritteln gefüllt war, auf. Nach einer Stunde hatten die Dänen ihren Dienst als Anheizer getan und gingen von der Bühne, um der amerikanischen Band TROUBLE Platz zu machen.

TROUBLE, die bereits 1984 ihre erste Scheibe herausgebracht hatten, waren extra für diesen Gig (sowie für ein weiteres Konzert in den Niederlanden) von Chicago herübergekommen. Um 20:35 Uhr betraten sie dann die Bühne des mittlerweile mit 500 Zuschauern gefüllten Klubben. Die fünf US-Boys bretterten ihren BLACK SABBATH - inspirierten Doom Metal Rock ins Publikum, und schon bei einer der ersten Songs („At the End of My Daze“) sangen viele im Publikum begeistert mit. Die Gitarristen Rick Wartell und Bruce Franklin feuerten Doom-Breitseite auf Doom-Breitseite auf die Fans ab, und der Sonnenbrille tragende Sänger Eric Wagner ließ sich auf der Bühne einige Biere schmecken. Nach anderthalb Stunden mit Doom-Krachern wie „Run to the Light“, „Psalm 9“, „The Misery Shows“ und „The Tempter“ zogen sich TROUBLE in den Backstage-Bereich zurück, um sich noch ein paar schwedische (hoffentlich nicht Klass II-) Biere schmecken zu lassen.

Als um 22:30 Uhr ein Roadie auf die Bühne kam und 14 schwarze Kerzen, die in zwei großen Kerzenständern steckten, anzündete, stieg die Erwartung ins schier Unermessliche. TROUBLE in allen Ehren, aber als Leif Edling, Messiah Marcolin & Co. kurze Zeit später loslegten, merkte man recht schnell, dass die meisten Zuschauer an diesem Abend wegen CANDLEMASS gekommen waren. Eröffnet wurde der Set mit dem mächtigen „Demon’s Gate“, worauf die Songs „The Prophecy“, „The Well of Souls“, „Into the Unfathomed Tower“, „Ancient Dreams“ sowie „The Bells of Acheron“ folgten. An diesem Punkt angekommen, kündigte Messiah, der an diesem Abend wirklich glänzend aufgelegt war und auch wie üblich seinen klassischen Doomdance zum Besten gab, das „erste neue CANDLEMASS-Lied seid mehreren Jahren“ an: „Witches“. Anschließend konnte der Verfasser beruhigt feststellen, dass der Song sich nahtlos in die Phalanx der anderen CANDLEMASS-Songs einreiht. Bleibt nur zu hoffen, dass „Witches“ bald auch auf einer CD zu hören sein wird. Und weiter rollte eine Doomwelle nach der anderen über die headbangende Meute (selten so viele blonde Mähnen gesehen!) hinweg: „Mirror Mirror“, „A Cry From the Crypt“, „Mourner’s Lament“, „Black Stone Wielder“ und „Solitude“. „At the Gallows End“ rundete um Mitternacht herum einen Super Auftritt der fünf Schweden ab, und das zufriedene Publikum entschwand doomigen Schrittes in der nasskalten Stockholmer Nacht.

P.S.: Da der gesamte Gig  mit Kameras festgehalten wurde, kann man mal gespannt sein, was da demnächst eventuell doomiges auf DVD rauskommt. Dann kann sich jeder selbst ein Bild von dem Konzert machen. Ein paar Bilder dieses Abends gibt es vorab hier  

 Martin Missy

Live  Review des DUST / FALLEN SAINTS / SOUL DEMISE / HATESPHERE - Gigs 15.11.03 in der Roten Schule / Cloppenburg

The return of the pentagram remoulade

Vier Bands für 2,50 Euro? Und HATESPERE dazu? Da muss man doch hin, dachte ich mir. Also trat ich mit dem Shouter von HATESPHERE, Jacob Brehdal, (sehr sympathisch übrigens) in email-Kontakt und kasperte mit ihm einen Interview-Termin ab. 

Dank meiner professionellen Vorbereitung (Huuaargg!) finden wir (Czelle, Youngstar Micki und meine Wenigkeit) die "Rote Schule" auf Anhieb und ohne Umwege, obwohl noch niemand von uns dort gewesen ist. Gutes Omen, also den Laden ersma' angecheckt und versucht, Jacob ausfindig zu machen. Das gestaltet sich etwas schwierig, weil niemand weiß, wo er sich befindet. Nachdem wir ihn dann aber doch finden, machen wir das Interview. (Welches ihr natürlich an anderer Stelle lesen könnt.) Da wird auch deutlich, dass die Überschrift doch einen tieferen Sinn hat... Die Bühne in der "Roten Schule" ist nur unwesentlich größer als die im JUZ  Leer und der Tresen nimmt ungefähr die Hälfte des Ladens ein. 

Der Club ist noch nicht mal zur Hälfte gefüllt (ich schätze mal so 30 bis 40 Leute sind anwesend) und schon entert die erste Band des Abends die Bühne. DUST heißen die und kommen aus Cloppenburg, Heimspiel also. Nach einem langen Soundcheck (wir dachten schon, der Gig hat begonnen und wunderten uns, warum der Soundmann mitten im Lied die Bühne betritt und erst mal wieder Ruhe einkehrte...) legen DUST los. Die Mucke der Band trieft dermaßen langsam aus den Boxen, dass Vergleiche mit CROWBAR oder ST. VITUS nicht ganz unangebracht sind. Die Songs sind ellenlang und genauso verhält es sich mit den Stoner-Rock angehauchten Gitarrensoli. Nicht unbedingt meine Baustelle und auch der Rest des Publikums steht mehr oder weniger gelangweilt in der Gegend rum. O-Ton Czelle: "Ich hab schon mehr gelacht!". An dem Sound allerdings kann es nicht liegen, dass der Funke nicht überspringen will, ganz bestimmt auch nicht an den musikalischen Fähigkeiten der Band, denn die sind auf jeden Fall vorhanden. Es passiert wohl einfach zu wenig auf der Bühne und das Cloppenburger Publikum scheint eben erst aufgestanden zu sein... Wir ziehen es jedenfalls vor, mit Henne und Olli von OBSCENITY einen gemütlichen Plausch abzuhalten. Kann nur besser werden, ist der allgemeine Tonus... 

Die zweite Band des Abends, FALLEN SAINTS, sind an der Reihe und der Club ist zu diesem Zeitpunkt auch schon etwas besser gefüllt. Unsere Hoffnung auf Mucke, welche endlich mehr nach unserem Geschmack ist (darüber lässt sich ja bekanntlich vorzüglich streiten), erfüllt sich sofort. Die Band aus Osnabrück (Sänger aus Cloppenburg) ballert uns melodischen Death Metal, Marke alte IN FLAMES / DARK TRANQUILLITY, um die Ohren. FALLEN SAINTS verstehen ihr Handwerk bestens, der Sound ist laut und klar - wie bei jeder Band übrigens - und der Sänger hat so ziemlich alles auf der Pfanne, von Screams bis Growls! Unser Redaktions-Pitbull Czelle kritzelt mir dann noch folgenden Kommentar in meinen Block: "GEIL!" Trotzdem scheint die Cloppenburger Crowd immer noch im Koma zu liegen, ääähm, zu stehen. Dass sich das später auch nur unwesentlich ändert, dazu später mehr. 

Was dann mit den ersten Tönen von SOUL DEMISE auf der Bühne abgeht, ist kaum in Worte zu fassen! Die Band aus der Umgebung von Nürnberg geht von der ersten Minute an ab wie Tier! Death Thrash, mit geilstem zweistimmigen Gesang ballert auf uns ein! Die Band gibt alles auf der Bühne, ist immer in Bewegung, und der Sänger Roman Zimmerhackl (cool! Heißt der wirklich so? - uwe) scheint stets kurz vor'm explodieren zu sein. Geil! Viel viel Blast - völlig tight gezockt - mit auflockernden Moshparts beinhalten die Songs des Fünfers, so dass es bei mir endlich Klick macht und ich ersma' vor der Bühne durchdrehe! Was sich den ganzen Gig der genialen Band auch nicht mehr ändern soll. Einer Handvoll Leute geht es genauso, was natürlich viel zu wenig ist, eigentlich. 95 Prozent des Publikums steht immer noch völlig gelangweilt in der Gegend rum, als hätten sie sich verlaufen und wollten eigentlich eine Aufführung des Cloppenburger Stadt-Theaters sehen. Ich kann das einfach nicht nachvollziehen! Was werfen die sich eigentlich ein, dass die so phlegmatisch sind. Dabei sind SOUL DEMISE mit Sicherheit kein unbeschriebenes Blatt mehr, konnten sie sich doch aufgrund unzähliger Konzerte einen beachtlichen Fankreis erspielen. Nicht zuletzt haben sie auch schon mit NAPALM DEATH ein paar Gigs gespielt. Was soll ich mich über das Publikum aufregen, wir haben uns nix vorzuwerfen. Plötzlich ein waschechter Death/Grind-Song, und der Sänger scheint zu explodieren! Nach einem Kniefall auf der Bühne (vorher wäre er eh' fast hingefallen) wälzt er sich growlenderweise auf der selbigen wie ein wild gewordenes Schwein! Dann sagt mir die ebenfalls anwesende und immer alles gebende Susi (www.thrashtilldeath.de) auch noch, dass der Sänger heute ja noch ruhig ist, den hätte sie schon mal anders gesehen! Was für ein Frontmann! Was für geile Songs! Wirklich eine unglaublich gute Band. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich vorher mit dem Material der Jungs überhaupt nicht vertraut war und somit auch keine CDs besitze. Das wird auf jeden Fall nachgeholt, haben sie doch mit "In Vain" 'ne neue Scheibe draußen! Is' gekauft, Jungs! Daumen ganz nach oben!

Ja, dann wurde es Zeit für den Headliner HATESPHERE, und das bisher gesehene und gehörte sollte noch getoppt werden. Die Band aus Dänemark - mit neuem Drummer, Anders heißt der gute Mann - entert die Bühne, "Hi, Cloppenburg! We are HATESPHERE from Denmark!" Und ab geht die Post. Welcher Song als Opener gespielt wurde, kann ich nicht mehr sagen, da bei mir von den ersten Tönen an der Hebel umgelegt wurde und ich nur noch am bangen war. Die sympathischen Fünf mit ihrem melodischen, aber stets druckvollen und aggressiven Death Metal, machen von Anfang an keine Gefangenen. Geht tierisch ab, soundtechnisch, wie auch auf der Bühne. Allen voran Jacob, der bei fast jedem Song von der Bühne springt und durch die vordersten Reihen hüpft, wie von der Tarantel gestochen. Ein paar Banger können dann, endlich (!) muss man fast sagen, auch nicht mehr anders und lassen die Rübe kreisen. Die wiederholten Ansagen von Jacob: "It's saturday night and now we make Paaarty", oder "Heeey, what´s wrong with you?!? Lazy Germans???", oder "Every one of you, make three Steps forward!!", können das übrige Publikum allerding nicht dazu bewegen, sich endlich mal zu rühren. Wir, und die Handvoll Banger vor der Bühne, feiern jedenfalls ausnahmslos jeden Song dieser geilen Band gnadenlos ab. Gespielt werden Songs von der aktuellen Scheibe "Bloodred Hatred", wie zum Beispiel "Insanity Arise", wo ich Czelle so ausgelassen gesehen habe wie lange nicht mehr! Vor dem Song "Plague", fragt Jacob in die Runde, ob hier jemand auf New Metal steht und nach einem kurzen Blick auf die T-Shirts in den ersten Reihen, relativiert sich wohl die Frage, was er natürlich auch begrüßte. "This Song is for all the New Metal Bands, here is `Plague`". Geil! Peter und Ziggy, die beiden Gitarristen, spielen perfekt zusammen und der Gig steigert sich von Song zu Song! Jacob rennt, singt, growlt, schreit, spuckt und rotzt sich durch den Set, dass es eine reine Freude ist. Songs wie das geniale "Bark at the Moon", oder "Believer"...einfach nur geil! Wen das nicht mitreißt, der ist taub, hört kein Metal, oder kommt aus Cloppenburg! Sorry, aber das musste sein, denn ich kann's nicht verstehen, wie zwei Drittel der Leute völlig teilnahmslos mit Händen in den Taschen, wie zur Salzsäule erstarrt rumstehen kann, bei so einem Hammer Konzert. Die Band versteht es auch nicht, also schnallen sie sich nach "Believer" die Instrumente ab und wollen ohne Zugabe gehen. Wäre natürlich schade gewesen, hätte es der Band aber nicht verübeln können. Dank unserer frenetischen "We want more!" - Rufe, können die Jungs sich dann doch noch durchringen, ein zwei Stücke zu spielen. Als erstes gibt's dann das ultrageile ANTHRAX-Cover "Caught in a mosh", wo dann (jedenfalls in den ersten Reihen) endgültig alle Dämme brechen. Bei einigen Bangern dachte ich: "noch ein bisschen mehr und tiefer moshen und die Rübe is ab"! Danach noch das Hammerstück "Hate" vom "Hatesphere" - Debüt und wir waren glückselig und platt! Sänger Jacob und Bassist Mikael kamen sofort von der Bühne und bedankten sich noch mal bei uns und den anderen für den Support. Was für ein geiler Konzertabend! Wenn nun die restlichen Salzsäulen auch noch an dem Abend teilgenommen hätten, wäre das wohl nicht mehr zu toppen gewesen. In jedem anderen Club in Deutschland, oder sonst wo, hätte der Saal wohl den Siedepunkt überschritten. 

Was soll's, wir haben unseren Spaß gehabt, auch mit einer Handvoll Bangern.... Michael Jehles

Live Review des GOREZONE / DISAVOWED / EBOLA BEACH PARTY - Gigs am 31.10.2003 im Jugendtreff Harsweg, Emden

After Show Party

"Heute sind wir die Headliner", erzählt mir Alex von EBOLA BEACH PARTY grinsend nach der Begrüßung, "das haben wir uns aber auch verdient!" Ja nee, is klaa, Ali. Schon lange habt ihr das verdient. Den Opener machen heute GOREZONE, die sich zu zwei Fünfteln aus EBP Mitgliedern rekrutieren. Veranstalter Martin Janssen (MEATKNIFE) ist nervös, weil die Holländer von DISAVOWED "noch irgendwo auf der Autobahn" sind. GOREZONE - Drummer Markus Strehlau zappelt rum wie ein Duracell-Hase auf 380 Volt: "Ich hab` heute mein eigenes Kit dabei, das wird geil!" Na dann...

GOREZONE holzen sich von Anfang an durch ihr Programm, als gäbe es kein Morgen. Auffällig ist, dass sich die Jungs seit ihrem letztjährigen Auftritt beim EAR TERROR - Festival in punkto Tightness mächtig gesteigert haben, Drummer Strehlau legt ein beängstigendes Set hin. Obwohl die Oldenburger den Gasfuß fast ständig in die Ölwanne treten, finden sich doch ein paar Banger ein, um den Haupthaarbefall zu entfernen. Bassist Torsten Nieland gibt Grimassen from Hell zum Besten, Gitarrist Markus Krügel lässt Haare fliegen und Fronthüne Torben sucht grunzend Pilze. Zumindest sieht das so aus, wenn er ständig Blickkontakt mit dem Boden hält. Songs? Ja, einige. Namen? Öhm, "Bingo Bongo, I don´t want to leave the Congo" konnte ich mir merken und "Fuck you", ein neuer Song, der auf der nächsten Promo-CD enthalten sein wird. Netter Auftakt.

Setlist DISAVOWED
Masses Conformed
Condensed Conditions
Critical Emulation
Rhizome
Uncle Less
Abolition of Impediment
Reason Rejected
Funeral Inception
Opposite Extremities
Penance

DISAVOWED sind inzwischen angekommen, wollen kurz eine Demonstration von holländischem Oberklasse - Death Metal abliefern, dann müssen die Jungs gleich weiter nach Götheborg, wo morgen der nächste Gig ansteht. "Hello, we`re DISAVOWED from Holland, wie geht`s?" Gut, danke. Die Tulpenheinis sind schon beeindruckend, tight, ultraschnell (Drummer Robbert dürfte auch dem Duracell-Hasen Markus S. einige anerkennende Blicke entlockt haben) und auch der Bass ist ständig präsent. Gitarrist Daniel holt aus seiner BC Rich NJ (Danke, Björn) Töne raus, bei denen jedem Old School-Fanatic das Herz aufgeht und Fronter Robbert "Robbie" Kok will das Mikro bis zum Ende des Gigs unbedingt kaputt brüllen. So was macht natürlich durstig, so das Robbie mitten im Set fragt: "Haben sie vielleicht fünf Bier für uns?" Klar, kommt sofort, Gastgeber Martin spielt den Kellner. Dann gibt es mit "Funeral Inception" von SUFFOCATION eine Cover Version, die ich noch nicht einmal erkannt hätte. Mr. Deichkot (TEARS OF DECAY) hingegen ist Herr der Lage und brüllt den ganzen Text mit. Hm, da muss ich wohl noch nachsitzen. DISAVOWED treten mächtig Arsch, Sänger Robbie sorgt jedoch nach kurzer Zeit für ungläubiges Stirnrunzeln bei mir. Auf meine Frage, welche Effekte der Fronter wohl für seine infernalischen Vocals benutzt, meint Trial vom Online Mag www.twierdza.de: "Effekte? Keine, der ist so gut!" Herr Weddermann und auch meine Wenigkeit sind jedoch anderer Meinung und meinen sogar, ein kleines Effektgerät in der Mikro-Hand des Shouters entdeckt zu haben. Kurze Zeit später ist im Publikums eine heftige Diskussion im Gange: "Pitchshifter!" "Quatsch, das ist ein Feuerzeug, was der da in der Hand hält!". Ich also nach dem Gig zum Sänger, um Butter bei die Fische zu geben. Zur Antwort auf meine "whether you use effects on your vocals or not" - Frage legt der Glatzkopp sein Mikro beiseite und brüllt mir in`s Ohr......  - ... ...keine Effekte! Jetzt hab' ich allerdings ein ganz anderes Problem: gibt`s bei ebay eigentlich auch neue Trommelfelle? Was hast du gesagt? Häh?

Nachdem einem kleinen Besuch beim Hörgeräte-Akustiker geht es mit der Seuche weiter. "Wir sind EBOLA BEACH PARTY!" Ach was.. "Nach dem die beiden Dillettanten-Bands gespielt haben....nee, ist nur Spass" Über EBP habe ich schon diverse Male berichtet, also werde ich mich dieses Mal kurz fassen, EBP sind live so oder so immer ein Spaßgarant. EBP haben heute ihr neuestes Machwerk "After Show Party" dabei, das sie für drei Euro an den Mann bringen. Allerdings besteht die Setlist nicht nur aus Stücken des neuen Outputs, nein, auch die Klassiker werden nicht vergessen. Und so steht auch diesmal wieder ein Glatzkopf in der ersten Reihe, holt sich seinen "Okkensalat" ab und sieht mit seiner Ikea-Umhängetasche vor dem Bauch ziemlich dämlich aus, beim Kopfschütteln immer auf eine korrekte Rückenhaltung achtend, was sich eigentlich per se ausschließt. Beobachter der Szene raunen: "Der mit der Tasche, ist das einer von den beschützenden Werkstätten?" "Nee, von Radio Gehacktes!" "Ach so."

Uwe Harms

Bilder von diesem Gig gibt es hier

Sehen und gesehen werden oder "Ich war da":  ---Aargoroth von TO KILL alias Jäschke---Michael "Mr Deichkot" Eden---Der Herr Weddermann---"meine Schwester" Sara---"Tightes klein Täschchen"-Jana---Tolga (EYE SEA)---Karsten "Misery Index" Bootsmann---zwei Members von den "Black Wolves"---Trial von MORDRAK---Alex von OBSCENITY---Basti von PENIS JUICE---Tommy, Chris und Krüger von MEATKNIFFE---

Live Review des OPETH - Gigs am 04.10.2003 im Halford / Berlin

An evening with OPETH...

  …von dem man im vornherein hörte, dass es sich bei diesem Gig um einen mit den ruhigeren Songs von OPETH handele. Und da das Neueste auf Scheibe gebannte Werk "Damnation" ausschließlich ruhige Stücke enthält, konnte man vermuten, dass sie hauptsächlich diese Stücke spielen werden. Meiner bescheidenen Meinung nach zieht "Damnation" jedoch, im Gegensatz zu den Vorgängern, nicht wirklich den Hering vom Teller.  Durch diesen Sachverhalt beunruhigt, war ich zum Anfang nicht sonderlich gewillt, 16,50 € im VVK für diese Veranstaltung auszugeben. Doch was so ein richtiger „die-hard-OPETH-Fan“ ist, lässt sich auch davon nicht abschrecken. Die Zeit verstrich, und es näherte sich der Abend, an dem OPETH eines ihrer wenigen Deutschlandkonzerte im Berliner "Halford" der breiten Masse darbieten sollten. Nach ca. 15 Minuten Anstehen und 15 Minuten Angst, doch noch vom drohenden Regen durchgeweicht zu werden, wurde die wartende Meute allmählich in's "Halford" eingelassen. Kurz nachdem ich die Ordner passiert  hatte, besuchte ich den Merchandise Stand. Mein Vorhaben, ein OPETH T-Shirt käuflich zu erwerben, wurde aber durch die knallharte Preispolitik zunichte gemacht. 28 € für ein T-Shirt bzw. 40 € für ein Longsleeve erschien mir dann doch ein wenig übertrieben. Die 20 € für das Girlie-Shirt wären ja noch halbwegs im Rahmen gewesen, aber irgendwie wollte das nicht passen J. Davon leicht  deprimiert, wurde auf das was noch kommen sollte gewartet, und der Beschallung in Form von progressive Rock - anstatt dem sonst so vertrauten Metal klängen – gelauscht. Erstaunlich war eigentlich auch, dass eine Supportband gänzlich fehlte. Na ja, aber dafür gab es eben diesen progressiven Rock, war ja auch nicht schlecht J

Doch dann war es soweit. OPETH gaben sich die Ehre, dieses Mal sogar mit Verstärkung in Form eines Keyboarders. In bekannter Manier wurde sofort musiziert, anstatt dem sonst so üblichen „The Leper Affinity“ als Opener, wurde nun „Windowpane“ geträllert. Als sich der Song dem Ende neigte, wurde dann auch das Publikum mit den Worten „We are OPETH from Stockholm, Sweden“ begrüßt. Der nächste Song war dann „In my time of need“ gefolgt von „Death whispered a lullaby“, „Closure“, „Hope leaves“, „To rid the disease“,  „Ending credits“ und „Weakness“. Zugegeben, bei solchen Songs wären Sitzplätze eher angebracht gewesen, denn wirklich zum Headbangen animierte diese Songauswahl nicht. Was jetzt nicht heißen soll, dass die Songs schlecht sind bzw. waren! Beeindruckend war auch das Mitglied der Crew, der hin und wieder inmitten der Songs die E-Gitarre von Mikael Åkerfeldt bzw. Peter Lindgren gegen eine Akustik- bzw. andere E-Gitarre austauschte. Sich aber auch nicht scheute - bevor Akustik Passagen begannen - einen Barhocker für die beiden auf die Bühne zu stellen. Nach „Ending credits“ verschwanden die beiden Martins und Peter Lindgren von der Bühne, denn „Weakness“ benötigte anscheinend nur eine Akustik Gitarre und das Keyboard. Bis hier hin war es nicht sonderlich schwierig, sich die Setlist zu merken, da sie genau der Reihenfolge der "Damnation" - CD entsprach. Mikael Åkerfeldt war inzwischen allein auf der Bühne und startete mit „Benighted“ vom "Still Life" - Album, nach und nach gesellten sich auch die anderen Bandmitglieder während des Songs wieder auf die Bühne, um nach Beendigung des Akustikparts wieder fröhlich zu musizieren. Nachdem dieser Song beendet war, wurde dem Publikum mitgeteilt „We give a fuck wether you want to hear the "Damnation" stuff, you have to! But now we play the songs you want to hear!” Nach dieser Ansage kam das, was niemand zuvor vermutete, vom phänomenalen "Morningrise" - Album wurde „To bid you farewell“ gespielt, in meinen Augen der Höhepunkt des Abends, wird aber wahrscheinlich auch daran liegen, dass das einer meiner All time-Favoriten ist... Dann gab es das DEEP PURPLE - Cover „Soldier of Fortune“ und „Face of Melinda“ vom "Still Life" - Album. Das schien es dann wohl gewesen zu sein, OPETH verabschiedeten sich und gingen von der Bühne... Doch sie haben anscheinend nicht mit der Hartnäckigkeit des Publikums gerechnet, das lautstark eine Zugabe verlangte. Doch nach ein paar Minuten haben sie sich dann noch einmal erbarmt und betraten die Bühne erneut. Mikael erzählte dem Publikum, dass er bei diesem Song irgendwann aufhören würde zu singen, und wenn dann die Meute nicht mitsingt, würden sie endgültig von der Bühne verschwinden. Dann kam „Harvest“ vom "Blackwater Park" - Album, irgendwann mittendrin hörte er auch auf zu singen, doch alle gröhlten mit J. Danach war aber wirklich Schluss, OPETH verabschiedeten sich erneut von ihren Fans und verschwanden im Backstage-Bereich. 

Alles in allem war es wieder ein gelungenes Konzert - bis auf die T-Shirt Preise - welches das Geld wert war. Absolut keine Anzeichen von Starallüren seitens der Band, denn kurz darauf mischten sie sich unter das Volk, gaben Autogramme, ließen sich mit den Fans fotografieren oder / und unterhielten sich mit ihnen. Zudem ist noch zu sagen, dass sie es spieltechnisch auch trotz der langsameren Songs einfach drauf haben, da könnte sich so manche Hartwurst-Combo noch was abschneiden!    Patrick Schwenkler

Live Review des WINTER OF SIN / MOURNING CARESS / BK 49 / BUGEN HAGEN - Gigs am 13.09.2003 im JUZ Leer

Versetzung gefährdet

Die mittlerweile 13. Metal Party im Jugendzentrum Leer steigt am heutigen Samstag. Für mich persönlich endlich einmal die Gelegenheit, meine neuen Helden BK49 live zu sehen, nachdem ich beim letzten Gig der Jungs leider verhindert war und ich beim Auftritt der Zombiejünger auf dem Ear Terror Festival 2002 zu spät kam. Dass heute Abend noch andere Bands auf dem Billing stehen, nehmen Micha, Nina und ich natürlich gerne mit. (uwe)

Den Anfang macht heute die einzige Band aus unserem liberalen Nachbarland, die Groninger Band WINTER OF SIN. Schneller Black Metal wird hier präsentiert, und ich bin schon dabei, mich gelangweilt abzuwenden, als WOS die Old School - Keule auspacken und mich wieder zurück in den Saal holen. Den rasenden Black Metal immer wieder durch melodische Leads zu aufzulockern, ist in diesem Fall eine echte Bereicherung für den Sound des holländischen Sextetts. Wokkel (vox), Christiaan (bass), Gert (keys), Maarten (drums) und die beiden Gitarristen Ricardo und Dick bezeichnen ihre Mucke als "Black Metal with some Doom" und nennen als ihre Vorbilder Bands wie SATYRICON, GORGOROTH, ABIGOR und MY DYING BRIDE. WINTER OF SIN wurden 1998 gegründet und haben es bis jetzt auf zwei Veröffentlichungen gebracht: "Hailstorm" (1999) und "Obscura" (2001). Eine eventuell geplante Stage Performance wird von den sehr beengten Verhältnissen auf der JUZ Bühne leider zunichte gemacht, da bleibt kaum noch Platz zum Atmen. Übrigens ist Wokkel nebenher DJ im Groninger Club Vera, Radio DJ sowie recht begabter Künstler, der seine Arbeiten unter www.wokkel.nl vorstellt. (uwe)

MOURNING CARESS aus Münster sind eine Person und ein Keyboard weniger auf der kleinen Bühne, so dass etwas mehr Platz zum Bangen bleibt. Sehr beliebt machen sich die Münsteraner dadurch, dass sie ein Radio Gehacktes-Shirt über die Monitor Box drapieren. "Das gibt Pluspunkte!", meint Nina, die daraufhin gleich todesmutig in die Front Rows marschiert, um Nahkampfaufnahmen zu machen. M C wurden 1999 gegründet, die aktuelle Besetzung besteht neben Shouter Gerrit Mohr aus Daniel Busche (Bass), Florian Ehrhardt (Gitarre), Benedikt Bjarnason (Gitarre und: ja, er hat isländische Vorfahren; fließend spanisch spricht der Mann auch noch...) und Drummer Dominik Schlüter. Nettes Merchandise haben die Jungs auch am Start, sogar Girlie Shirts und Longsleeves sind im Programm. Aber auch die Mucke ist nicht von schlechten Eltern und kann wohl am einfachsten als melodischer Death 'n' Roll kategorisiert werden. Sänger Gerrit Mohr erinnert dabei an den IN FLAMES-Shouter Anders Fridén in dessen Frühphase. "So, und jetzt gibt`s ein Stück von unserem Debüt-Album, ist aber auch unser einziges, hihi". Das Stück heißt "The Chain", das Album "Imbalance" und ist 2002 auf dem spanischen Arise-Label erschienen. "Imbalance" enthält aber auch vier Stücke von der in Eigenregie veröffentlichten Vorgänger-EP "Perspectives" aus dem Jahr 2000, die Gerrit uns glatt unterschlagen hat. Sei's drum: nette Leute, feine Mucke: well done! (uwe)

BEKAH NEUNUNDVIERZICH. Es wäre schön, wenn ich schreiben könnte: "Diese Jungs muss man wohl nicht mehr vorstellen". Aber leider gehören die BK 49 nicht zu den Bands, die drei Mal die Woche proben und sich den Arsch abtouren, um ihr Album zu promoten. Dabei eignet sich wohl kaum ein Album so gut wie "Join the Dead", um in die erste Liga aufzusteigen. Absolut mitreißender, gnadenloser Death / Thrash Metal, Old School as fuck. Mit "House on Massgrave Hill" gibt es heute Abend den ersten Nackenkiller, dann geht es mit "Zombified", dem Titeltrack des Debüts aus dem Jahr 2000, weiter. Ansonsten wird das Hauptaugenmerk heute auf "Join the Dead" gelegt: "Fleshripping Horror", "Morbid Funeral", "Death is the crown of creation", "Join the Dead": nur Hits, die einem die Kartoffel vom Hals hauen. Und das mir auf meine alten Tage. Besonders "Buried, but not deep enough" (das ich in meinem Review noch sträflicherweise als "Filler" bezeichnet hatte, und das mir mittlerweile fast am besten gefällt), entwickelt sich live zu einem echten Knaller, insbesondere mit dem kurzen Bass -Zwischenspiel von "Dr. Frankenfeist". Als Rausschmeißer gibt es dann noch AUTOPSY`s "Ridden with Disease", dann ist Schluss. Aber mehr hätte mein Nacken eh nicht durchgehalten. Die glorreichen Fünf: Arne Berents (git), Bernd Reiners (voc), Klaus Kessemeier (git), Patrick Feist (bass) und Marc-Andree Dieken (drums). Nach dem Konzert schreibt mir mein "Spezi" Klaus Kessemeier noch in meine Kladde: "Uwe ist unartig und beteiligt sich nicht am Bangen, die Versetzung ist gefährdet..." Dabei habe ich mir bangtechnisch nun wirklich nichts vorzuwerfen. Ungerecht! Aber so sind sie - die Metal Teacher!  Uwe Harms

Für die Besprechung der nächsten Band gebe ich mit schmerzendem Nacken ab an die Kieler Exilsprodde:

Tja, liebe Metalgemeinde, nach dem uns BK49 standesgemäß die Rübe abmontiert haben, denke ich: "Alter, das war`s jetzt. Schöner Abend, lass uns nach Hause fahren. Jetzt kann nix mehr kommen!" Aber Mooooment: BUGEN HAGEN stehen noch auf dem Programm. Nie gehört den Namen, aber die kommen aus Leer. Quasi Heimspiel, demzufolge sind BH auch Headliner. Also: Umbaupause abgewartet, noch´n Bier besorgt (in umgekehrter Reihenfolge allerdings). Was dann auf der Bühne fabriziert wird, überrascht mich doch sehr. Sehr netter Old School - Thrash im Stil der 80er und frühen 90er! Torsten Buss (Drums), Günther Siemens (Bass), Jörg Seegers (Voc), Uwe Hansen (Git) und Ulf Schraplau (Git), geben alles, der Sound (Mischer Jürgen Eckart) lässt auch keine Wünsche offen. Besonders hervor zu heben ist auf jeden Fall der stets präsente Sound der Bassgitarre. Kommt wirklich gut. Die Vocals bieten eine gute Mischung aus KREATOR und CARCASS (Bill Steer). Die Bassgitarre erinnert an SODOM, wie ich finde. Schlagfertig sind die Jungs auch noch, was folgende Anekdote beweist: Von Gitarrist Uwe Hansen bekommt man ständig die verschwitzten Achselhaare zu Gesicht. Dies veranlasst mich dazu, einfach mal so auf die Bühne zu brüllen: "Rasier dir mal die Achselhaare". Prompt brüllt es von der Bühne zurück: "Rasier dir mal den Schwanz.......ab!!!" Ich kann die Setlist hier nicht vollständig wiedergeben, aber Stücke vom neuesten Output "Expulsion" werden ebenso gezockt wie ein zwölf Jahre alter Demosong namens "Banished". Mit "I wish I was dead", ereilt uns sogar ein Schunkelstück und als Zugabe gibt es "Infernal Death" von DEATH! Schönes Ding. Ein sehr schöner Konzertabend geht zu Ende, und glück- und bierselig fahren wir nach Hause. Und wenn sie nicht gestorben sind... Bla bla bla..       Michael Jehles
 
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Live Review des STILLBIRTH / BK 49 - Gigs am 07.06.2003 im Treff am Markt, Emden

Was heißt Bekah neunundvierzich?

Besuch! Von Pascal! Am Tag der Radiosendung! Stress! Ich hatte nämlich Nachtschicht und musste noch einkaufen. Ich habe auch alles bekommen. Nur keine Filme für meine Kamera. Die habe ich nämlich vergessen. Ich Held <g> Nur mal zur Erklärung, warum keine Fotos da sind. Aber ich habe die Rettung! Auf der Page (www.bk49.de) von denen sind welche. Habe ich gerade rescherschiert. Oder wie man das schreibt. Wo war ich ? Ach ja, Release Party von BK49 im "Treff am Markt in Emden. Ich bin also mit meinem Düsseldorfer Metal Brother Pascal von Hutten Freiherr zum Stolzenberg und unseren holden weiblichen Begleitungen los, um die ca. 10 Minuten in die Stadt zu laufen. Nach endlosem Rumgenerve von meinem Metalbrother "Sind wir bald da?; "Warum sind wir nicht mit dem Wagen gefahren?" usw. kamen wir nach 10 endlosen Minuten  am Laden an, wo vorne die üblichen Verdächtigen standen. :-} Die beiden holden Weiblichkeiten hatten aber keine Lust auf den Krach, der da nach draußen drang. "Wenn die CD`s schon so klingen, wie wird erst das Konzert?" Sind dann ins Ei**tei*. Wir sind dann rein. Da hat auch schon STILLBIRTH den Reigen eröffnet. Also nichts mit CD. Sound war gut (was für eine Überleitung). Die kommen aus Olpe (das liegt bei Köln) und waren wegen der wenigen Zuschauer etwas überrascht. Ich nicht, ich hatte sowas ja schon befürchtet. Hatte die Band nicht verdient, die waren nämlich sehr nett. Musikalisch wie auch nicht musikalisch. Haben noch einen "Gastsänger" mitgebracht. Der kam aus Texas und hat noch Schnaps mit mir getrunken. Irgendjemand muss sich ja um Leute kümmern, die erst so einen Arsch als Gouvernor (?) hatten, sich jetzt mit seinem Bruder rumärgern können und auch noch den Kriegstreiber als Präsi haben. Hm, ob der wohl auch nur Saft trinkt? Aber ich schweife ab. Die haben also dann Ihren "Groove Death Grind" dem anwesenden Volk vor die Birne geblasen. Es war übrigens SEHR heiß in dem Laden. Also so wirklich heiß. War aber eigentlich der Stimmung nicht abträglich. Die Leute, die da waren, kamen auf Ihre Kosten Aber das waren leider nicht viele. Die CD von STILLBIRTH könnt ihr euch für faire sieben Euro (incl. P&V) auf der Page ordern. 

Dann haben BEKAH NEUNUNDVIERZICH aufgebaut und gleich danach sind die auch angefangen. Im Gegensatz zu unserem "Ohne Haare Harms" bin ich ja immer etwas vorsichtig mit Superlativen, aber die Band ist nur Killer!! Thrash der alten Schule! Auf die Fresse! Allein die Drums sind den Kauf der Scheibe wert (wobei man sich dann auch die OBSCENITY-Scheiben kaufen muss, da spielt der ja auch. Aber das muss man eigentlich sowieso :-}). Wer mir nicht glaubt, kann sich bei BEKAH NEUNUNDVIERZICH (www.bk49.de) "I`ll dig your grave" ziehen. Oder Uwe`s Review lesen. Ich habe mal meinen Metal Brother Pascal gefragt was er zum Konzert meinte : 
"Es war heiß und der Club war eng, aber BK 49 gingen trotzdem ab wie eine Rakete. Irrsinnig schnell und tight gespielt, brannten sich die gelegentlich an SLAYER erinnernden Riffs durch die Hirnwindungen. Bis auf wenige Ausnahmen waren die Anwesenden aufgrund der Hitze aber leider allerhöchstens zu leichtem Kopfwippen in der Lage, auch die komische Raumaufteilung trug dazu irgendwie bei - ansonsten wäre bestimmt die Hölle losgewesen, denn schon die Vorband hatte den Anwesenden schon ordentlich einen vor den Latz geknallt. PvH"

Nach dem Konzert bin ich dann zum Klaus (Kessemeier - Gitarrist). Habe ihn gefragt "Was heißt eigentlich BEKAH NEUNUNDVIERZICH?" "Hm, ja, das ist 
schwierig. Eigentlich heißt das nichts!" "Jaa, wie, nichts? Ich habt doch nicht zusammen gesessen und gedacht, Hey wie heißt die Abkürzung von irgendeinem 
Konservierungsmittel?" "Nee, auch nicht. Aber ist doch cool, dass sich die Leute Gedanken machen. Ich habe neulich gelesen, das einer meinte, das 
wäre ein Mittel, aus dem Zombies entstehen. Das ist es nicht. Aber die Idee ist lustig" "Und was heißt das jetzt?" "Ach, ich kann das auch nicht so gut erklären. Frag mal ihn!" (deutet zum Sänger). Ich zum Sänger. "Was heißt BEKAH NEUNUNDVIERZICH?" "Äh, Wieso fragst du mich? ""Weil dein Gitarrist gesagt hat, du weißt das." "Da kannst ihn auch selber fragen. Der weiß das genauso gut." Blödarsche. Dann eben nicht :-}}}

 Fazit : Wir haben THE HAUNTED, wir haben BEKAH NEUNUNDVIERZICH, Wer braucht Slayer? Czelle

Live Review des DESPERATE DEEDS / DIAPHRAGMA / MATHYR - Gigs am 26.04.2003 im Jugendtreff Harsweg, Emden

Wo wart ihr denn alle?

"Kommst du auch ?" "Selbstverständlich !" So trug sich eine SMS-Dialog vor dem Metal Attack (mit den oben genannten MATHYR, DIAPHRAGMA und DESPERATE DEED) zu. Diesen Dialog führte ich mit dem Exil-Ostfriesen und Gitarristen von MATHYR, T. Schirmer. Das haben sich aber wohl nicht sehr viele andere außer mir gedacht, denn es waren nur 34 Leute da. Das ist IMO ein Armuts-Zeugnis, Freunde. Alles beschweren sich immer, dass nie was los ist und wenn mal was ist, kriegt keiner seinen Arsch hoch! Und das war ja nicht der einzige Schock! Auch meine verdammte Kamera funktionierte nicht! Na ja, nicht ist auch nicht richtig, wie ihr ja an den Bildern sehen könnt. Aber eben nur ab und zu. Und bei der zweiten Band (DIAPHRAGMA) musste ich mich eben ein bisschen einschränken mit dem Fotos machen. Was sehr schade war. Bot doch diese Band ausreichend Gelegenheiten zum fotografieren. Aber dazu später mehr. 

Erst einmal kamen DESPERATE DEED aus Marburg (Hessen) dran. Nach so einer Anreise hätte ich mir mehr als die paar Leutchen als Zuschauer gewünscht....Die Band kommt wie gesagt aus Marburg und existiert seit ca. 2000. Nach diversen Umbesetzungen sind noch Gründungsmitglied Koch (The Bitchbutching Bastard) <vocals>, Flori (Das Tier) <Drums> und Timo (The Vaginalexplorer) <Gitarre> übrig. Diese Herren mit den sympathischen Pseudonymen spielen Death Metal. Ihre musikalischen Vorbilder sind deutlich rauszuhören (SODOM, CANNIBAL CORPSE, SLAYER...) und die Musik entwickelt einen eigenen "Charme". Die Vorbilder werden natürlich nicht erreicht (außer alte Sodom vielleicht :-}) aber das ist sicher noch nicht zu erwarten. Schließlich sind die Member relativ jung (The Bitchbutching Bastard und The Vaginalexplorer sind beide erst 19) und man kann sicher noch eine Steigerung erwarten. Auf jeden Fall eine sehr gute Leistung. Der Sänger tobte und wälzte sich am Boden und seine beiden Mitstreiter gaben alles an Ihren Instrumenten. Sehr solider Auftritt ! Ich hätte gerne mal ein Demo damit wir als Gehacktes Team das mal spielen können (wink mit dem Zaunpfahl). :-}

Als nächstes kamen dann DIAPHRAGMA. Die kommen aus Oldenburg und haben mir noch nichts geschickt. Ich kann euch also nichts über Bandmitglieder, Bandgeschichte oder ähnliches berichten. Das Einzige, was mir mitgeteilt wurde, ist, das es sich auch um  ehemalige Mitglieder (Gitarrist & Bassist) der Harms-Lieblinge EMBEDDED handelt. Außerdem habe ich in Erfahrung gebracht, dass der Bandname wohl auf einem Missverständnis beruht. :-} "Ja, wie seid ihr denn auf den Namen gekommen" "Ja, wir haben so zusammen gesessen und sind so über -Man steckt nicht so drin- auf den Namen gekommen" "Ja, aber das tut das Ding doch" "Ja, so eben irgendwie" :-} Is' ja auch egal. Von der Musik kann ich sagen, dass alles in einen großen Topf gerührt wurde, was nicht rechtzeitig auf dem Baum war. Jazz? Rein damit. Bisschen Funk, Metal muss eh' sein usw. Lustig. Auch die Ansagen der Marke "Ich such den Mann für Untenrum" sorgten für Unterhaltung. Auch schön waren die Grimassen, die von den Sängern am laufenden Meter geschnitten wurden. Musikalisch ist die Sache schwer zu beschreiben. Irgendwie alles. Ein Stück war ein Tribute (das Stück hieß auch so) an die Lieblingsstücke bzw. Stile und da wurde über MAIDEN bis FAITH NO MORE, über SLAYER (natürlich...) bis irgendein Funk Zeugs und Jazz Gedudel alles mal in den Topf geworfen. :-}Auch hier wäre ich über eine Demo-Aufnahme sehr erfreut, das zum Zeitpunkt des Auftritts noch nicht fertig war.

Kurze Umbaupause und dann kamen die Jungs von MATHYR. Die haben die lange Anfahrt aus Thüringen auf sich genommen, um im JZ Harsweg zu spielen. Die Band existiert seit ca. 3 Jahren. Die aktuelle Besetzung besteht aus Sagrim (Gitarre, lead Vocals), Phlegiaz (Drums), Vod (Bass, Vocals) sowie dem Exilostfriesen Thorsson (Gitarre). Man spielt Black/Death Metal und hat es auf zwei Veröffentlichungen ("Under a mortal sun, 2001; "Mathyr", 2003) gebracht. Ich habe an der Musik nichts auszusetzen. War prima! Der Sänger schrie, dass es nur eine Freude war, die Gitarren waren schön fett und der Schlagzeuger prügelte sich die 
Seele aus dem Leib. Alles prima. Aber (!) : Es war VIEL zu laut. ich mein, laut ist ja okay. Aber das JZ ist von der Fläche eben keine 2000er Halle die man beschallen muss. Insofern war das übertrieben. Ich bin wirklich normalerweise kein Weichei, aber ich bin öfter mal rausgegangen, weil es mir zu laut war. Ansonsten habe ich alter Poser nichts zu meckern. :-}

Fazit : Viel Konzert für wenig Geld. Hätte mehr Zuschauer verdient gehabt! Czelle

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Live Review SHADOWS FALL / SOILWORK / CHILDREN OF BODOM am 26.04.2003 im Podium, Hardenberg/NL

Flip hatte Tourette

Hab' mich lange nicht mehr so auf ein Konzert gefreut wie heute. SHADOWS FALL, SOILWORK und CHILDREN OF BODOM. Alle drei Bands mit guten (SHADOWS FALL) bis genialen Alben (SOILWORK, COB) im Gepäck, die wir uns natürlich auf dem Weg nach Hardenberg ausgiebig über den Akustikspender in Günters Auto einführen. Erster Anruf von Tourmanager Fleisch (ja, genau der...), der mit uns die Interviewtermine abkaspern soll: "Hallo Uwe, du sach ma, wollen wir die Interviews nicht an einem der nächsten Tage in Deutschland machen? Das wird doch viel zu teuer heute, ich bin mit den Bands doch noch in Holland?" "Wieso wird das zu teuer?" "Ja, so wegen Telefon und so..." "Wieso Telefon? Wir sind doch schon auf dem Weg! Live Interview!" "Ach so? Ja dann, ruf mich an, wenn ihr da seid". Gut gelaunt kurven wir durch Holland, vorbei an grasenden Pulloverschweinen und dünnen Pferden. Einsatz unserer Kieler Exil-Sprotte Jehles: "Alder, guck dir mal die Häuser an! Mann, ham die Holländer ein Geld! Aber so dünne Pferde, geben die denen nix zu fressen?...ey Günner, halt ma an, ich muss pissen, auch". Die ersten Schmunzler. "Wieso musst du jetzt schon wieder pinkeln?" "Tja, my body is a wonderland". Irgendwie kommt das Thema auf das Tourette -Syndrom. "Ham'  Tiere eigentlich auch Tourette?" Jehles: "Der Flip von Biene Maja, der hadde das! Hüüühüpf...". In Hardenberg auf dem Parkplatz des "Podium" angekommen, rufe ich erst einmal Fleisch an. Zwei Meter von mir greift einer zum Telefon: "Fleisch hier!" "Ähm, Hallo, wie du siehst, wir sind hier". J Radio Chaos ist wieder unterwegs....

Im Laden angekommen, krallen wir uns erst einmal die Jungs von SOILWORK zum Interview, bevor um 19:20 Uhr SHADOWS FALL die Bühne entern: "Hello, we are SHADOWS FALL from Massachusets" ruft Shouter Brian Fair, dann ballern die sympathischen Amis ihren druckvollen Thrash in`s "Podium". Die Publikumsreaktionen sind noch ein wenig verhalten, trotzdem geben SHADOWS FALL mächtig Gas. Fair hat ca. 1,60 m lange Rastazöpfe, die er ausgiebig herumschleudert. Dass er mit den Dingern keine Lampen aus der Traverse reißt oder einen seiner Mitstreiter erschlägt, ist reine Glückssache. Einige Tracks jüngeren Datums, besonders "Idle Hands" und "The Idiot Box" vom neuen Album "The Art of Balance" scheinen dem Publikum vertraut zu sein, mit jedem Stück geht die Menge mehr mit, so dass die Band zufrieden sein kann: "We are the first time around here, and you are great! Thank you so fuckin` much!".

SOILWORK ballern ein  50-minütiges Best of -Programm in die Menge, die allerdings (für`s Podium typisch, hier gehört es wohl zum guten Ton, erst den Headliner richtig abzufeiern) nicht so recht abgeht. Obwohl sich die Band in bester Laune präsentiert und sich auch Fronter Björn "Speed" Strid redlich um Publikumsreaktionen bemüht, kommt die Menge nur langsam in Schwung. Nur bei "Follow the Hollow", "As we speak" und dem Titeltrack des neuen Albums "Figure number five" kommt mächtig Leben in die Bude und endlich grinst auch Fronter Speed zufrieden ins Rund. Vier Songs vom neuen Album werden gespielt, allerdings sind bis jetzt nur wenige mit dem Material der Scheibe vertraut. Leider ist auf Grund der begrenzten Spielzeit kein Platz für alle Hits der Band. So vermisse ich zum Beispiel "Black Star Deceiver" und "Like an average Stalker". Aber zumindest "Natural born Chaos" wurde gespielt. Die Band um die beiden Gitarristen Ola Frenning und Peter Wichers legt eine beeindruckende Spielfreude an den Tag. Selbst Basser Ola "Prinz Valium" Flink hat seinen planmäßigen Joint von der Größe einer gerollten Tageszeitung auf die Zeit nach dem Gig verschoben und fegt wie ein Derwisch über die Bühne. Keyboarder Sven Karlsson steht mit reichlich verknautschtem Gesicht und einem Feilchen auf der Bühne, das Mike Tyson gut zu Gesicht stehen würde. "Wir haben ein wenig gefeiert und ... naja... Sven ist gefallen", erzählt mir nach der Show der Bandopa Ola Frenning und lässt die Details bewusst aus. SOILWORK sind auch heute wieder live die Macht und ich warte auf die längst fällige Headliner-Tour. Verdient haben es sich die Jungs aus Helsingborg schon lange. 

Nebel, Schwarzlicht, dann ein Intro aus der Rocky Horror Picture Show: "There coming to take me away, hihi, haha, the Funny Farm..." Die Finnen CHILDREN OF BODOM starten mit ihrer neuen Single "Needled 24/7", dann folgen "Triple Corpse Hammerblow" und "Lake Bodom". Der Sound ist fantastisch, die Band in glänzender Form, das Publikum feiert seine Helden. Hunderte von Pommesgabeln sind in die Höhe gereckt. Was für ein Fest. A propos Fest: Für den Keyboarder Janne Wirman ist der Abend ein besonderer. Er feiert nämlich heute seinen 24. Geburtstag. 835 zahlende Zuschauer und etliche Gäste schreien ihm ein herzliches "Happy Birthday" entgegen. Allerdings hat Janne wahrscheinlich Mühe, von diesen Geburtstagsgrüßen noch etwas wahr zu nehmen, da er sich in jeder Sekunde, in der seine Finger nicht über die Tasten fliegen, mit diversen Alkoholika zuschüttet und dem entsprechend voll ist. Trotz dieser Umstände lässt der Mann am Klavier nichts anbrennen und liefert sich mit Alexi ein packendes Gitarren-Keyboard-Duell. Die Menge tobt. Frontmann Alexi ist ein wahres Multitalent: Singen, Gitarre spielen, Akrobatikeinlagen und eine perfekte Interaktion mit dem Publikum bringt er auf der Bühne unter einen Hut. Seine Fans fressen ihm aus der Hand. Alexi bedankt sich artig: "Ich hätte gar nicht erwartet, dass so viele Metalheads kommen. Danke, dass ihr hier seid." "Wenn mal jemand zu Euch kommt und sagt: Why don't you get a haircut and a real job? What do you have to say?" Und alle schreien: "You' re better off dead!" Nina erzählt von ihrem Erlebnis im Fotograben. Die tobende Menge drückte so stark gegen die Absperrungen vor der ersten Reihe, dass die sich gefährlich in Richtung Boden neigten. Nina ergriff nach einigen Bildern vorsichtshalber die Flucht. Passiert ist allerdings nichts - Weiber! Jehles hat ein Problem: Zu viel Bier und nu' is' auch noch seine Jacke weg. "Alter! So'n Schiet! Wie soll ich denn nu agieren?" Insa hilft: "Hier ist deine Jacke!" Jehles: "Aber die Jacke hab ich doch gerade noch für dich gehalten. Ich dachte, das wär' deine?" No comment... Jehles und Günter stehen auf der Empore. Von dort aus will Günter Bilder schießen. Auf Grund der beengten Platzverhältnisse wird Jehles' Blick auf  die Bühne durch einen Pfeiler eingeschränkt. Jehles zu Günter: "Alter! der Pfeiler geht mir so auf'n Sack! Da machsudir kein Bild von!" Günter: "Doch." - KNIPS! Nach einer energiegeladenen Show treffen wir die Bands noch einmal Backstage, wo CHILDREN OF BODOM den Geburtstag von  Janne "Warman" ausgiebig mit Bacardi-Cola begießen. Trotzdem finden die Jungs noch Zeit, uns ein Interview zu geben. Auch Fleisch muss noch ein paar Fragen beantworten. Peter Wichers von SOILWORK empfängt mich nach der COB-Show grinsend mit den Worten: "I saw you banging around!" und geht stolz mit seiner neuesten Errungenschaft spazieren: Ein T-Shirt von Radio Gehacktes. Im Gegenzug haben Nina und meine Wenigkeit uns mit SOILWORK-Merchandise eingedeckt.

Fazit: Obwohl mein Hauptaugenmerk den Schweden von SOILWORK galt, muss ich doch eingestehen, dass mich CHILDREN OF BODOM tief beeindruckt haben, die Finnen hatten die Headliner-Position zu Recht inne. Die Amerikaner von SHADOWS FALL  haben diesen Abend genutzt und dürften sich den einen oder anderen neuen Fan erspielt haben. Zumindest sah man nach dem Konzert einige Besucher, die sich mit SHADOWS FALL-Merchandise eingedeckt hatten. Generell waren die Merchandise-Preise im Rahmen, 15 Euro für ein T-Shirt sind ein fairer Kurs. War ein schöner Abend, wir kommen wieder...  Uwe Harms

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Live Review ZIMMERS HOLE / THE DEVIN TOWNSEND BAND / STRAPPING YOUNG LAD am 05.04.2003 im Neue Welt / Hannover

Wall of Sound

Tja Leute, was soll man über dieses Billing schreiben?!? HAMMER! Drei durchgeknallte kanadische Bands sollten heute die Bühne entern! Und das taten sie auch ....und wie! Die "Anheizer" waren ZIMMERS HOLE, wobei Shouter Steve Valagao im dämonischen Satanskostüm eine klasse Figur abgab. Ihre doch sehr thrashige Ader, alte Klassiker wie "Master of puppets" (METALLICA) oder "Re-animator" (SACRIFICE) zu "neuen" Stücken mit echtem Unterhaltungswert zu verwurschteln, das hatte schon was! So wurde aus "Re-animator" die "Re-anaconda". Shouter Steve hatte noch ein paar Gimmicks am Start (Leichenfledderei mit erotischer Beilage), aber nach ca. 40 Minuten verabschiedeten sich ZIMMERS HOLE mit einem echtem Klassiker: "Hell awaits" (SLAYER) in einer etwas anderen Fassung! Die Gigs von ZIMMERS HOLE sind definitiv sehenswert, wobei der Alkoholpegel nicht dem Dezibelpegel unterschreiten sollte, die metallische Antwort auf GWAR! Die zweite Combo des Abends waren THE DEVIN TOWNSEND BAND, auf die ich mich besonders gefreut hatte! Gleich die ersten Töne waren der Hammer, ein erstklassiger Sound, eine super Performance und ein Devin Townsend in Höchstform. Ein Querschnitt aller Alben wurde geliefert, der seinesgleichen suchte, ob nun "Ocean Machine" - Tracks oder Songs von der neuen Scheibe "Accelerated Evolution". Höhepunkt der Show war für mich, als zwei Tracks mit einem unglaublich psychedelischem Gitarrensolo zu einem Monster verknüpft wurden. Wie Devin sagte: "This is mellow", oh ja, das war es, denn der Sound war absoluter Bombast! Ich stand ca. vier Meter von der Bühne entfernt und hätte auch nicht näher ran gekonnt, weil der Sound eine echte Wand war, zudem war die komplette Band spielerisch über alles erhaben! Wer ihre Alben kennt, wird nicht glauben wollen, das der Livesound dem der Alben entspricht! Tracks wie "Mountain" oder "Truth" sollte man Live gehört haben, dann weiß man erst, was diese Tracks für ein Monument darstellen! Als dann als letztes Stück der "Bad devil" gespielt wurde, betrat auch ZIMMERS HOLE Shouter Steve wieder die Bühne, um eben denselbigen zu spielen und auch den Refrain zu singen. Als Vorletztes gab es dann noch eine ziemlich abgefahrene "Back in Black" (AC/DC) Coverversion! Die ca. 70 Minuten werde ich nie vergessen! Aber dann kam der "Headliner", STRAPPING YOUNG LAD! Tja, Leute was soll ich sagen!? Es geht nicht besser meint ihr?!? Oh doch! Dieser Devin Townsend ist echt irre, bekleidet mit einem "Iron Chef" T-Shirt betrat er nach einer 15-minütigen Pause wieder die Bühne und was dann folgte, war das Inferno! Drumgott Gene Hoglan mörtelte und scherzte wie immer, dass es eine Wonne war, Devin brüllte sich die Seele aus dem Leib und Gott bewahre: ich kann mich vor Begeisterung an kein Stück mehr erinnern, das dort zelebriert wurde! Soviel ich noch weiß, wurden von jedem Album drei Tracks kredenzt, aber ich würde es nicht beschwören können! Der absolute Overkill war der Sound, untermalt von Gene Hoglan's Bassdrum-Attacken, die mit dem üblichen STRAPPING YOUNG LAD Zutaten gewürzt wurden. Leider musste dieses unglaubliche Konzert auch einmal ein Ende finden und nach ca. 70-80 Minuten war dann auch der S.Y.L.-Gig Geschichte! Das Fazit : Ein unglaubliches Konzert mit tonnenschwerer Masse zu einem günstigen Preis (15,00 Euro! Veranstalter, nehmt euch ein Beispiel!), einem genialem Sound und einem total begeisterten Klaus, der alle Bands weiterempfehlen kann!

Klaus Kessemeier

Live Review des EBOLA BEACH PARTY / MEATKNIFE / DAMNABLE - Gigs am 21.02.2003 im JUZ Leer

Freundschafts - Länderspiel Ostfriesland - Polen

"Ostfriesland wird Knüppelhochburg" steht im Rock Hard Jahrespoll in der Rubrik "Mein Vorsatz für 2003". Jau, um die Knüppelszene in Fresenia könnte es wahrlich schlechter bestellt sein, wir können uns über mangelndes Interesse an harter Musik in unserer Region nicht beschweren. Und es wird kontinuierlich besser, nachdem Mitte bis Ende der neunziger Jahre nur noch wenig lief. Auch heute Abend ist das JUZ Leer gut besucht, leider haben die Oldenburger Virenschleudern von EBOLA BEACH PARTY bereits ohne mich angefangen, so dass ich mein Lieblingslied "Okkensalat" leider verpasse. "Uwe kommt auch noch, das wird aber auch Zeit!" begrüßt mich Joe D. Fister von der Bühne aus, bevor es mit "Victoria Barsch" wieder in die Vollen geht. Fetter, differenzierter Sound, gutes Songmaterial, nur das Publikum scheint noch von einer Ansteckungsgefahr auszugehen und quetscht sich in den hinteren Teil des Raumes. Das tut der guten Stimmung auf (und vor) der Bühne allerdings keinen Abbruch, EBP sind schließlich gute Entertainer. Und so wird erst einmal Gitarrist Kelly B. versteigert. "Drei Euro? Na, was ist? Kommt schon! Keiner? Ok, wir legen noch einen Euro drauf...vier Euro?". Neues Songmaterial gibt es auch, "Barbarossas Rhabarber Barbaren" ist ein genialer Nackenbrecher im SIX FEET UNDER-Style, "Ich trinke meine Cola schwarz" grindet alles platt und "Go with the flow of Ebola Meat Mortician" ist eine Huldigung an MEATKNIFE und MORTICIAN. Natürlich werden auch alle Hits des genialen Demos "Fleischlego" gespielt, man tauscht untereinander die Instrumente und beweist eindrucksvoll, dass das Attribut "Spaßprojekt" nicht mit Dilettantismus einhergehen muss. Egal, wer gerade welches Instrument bedient, immer ist alles arschtight und auf den Punkt gespielt. Am Ende bekomme ich doch noch einen "Okkensalat" serviert und nach dem obligatorischen "Kanalagent" verabschiedet man sich stilecht mit: "Vielen Dank, Olpe!" Hihi.... 

Für die Emder Grinder MEATKNIFE ist der Gig heute der Auftakt zu einer kleinen Europa-Tournee, die sie nach Frankreich, Belgien sowie in die Schweiz bringen wird. Auch die Polen von DAMNABLE werden mit von der Partie sein. MEATKNIFE steigen mit "Braindeath" (vom Album "Brutalized Blowjob") in den Set ein. Basser Chris ist, im Gegensatz zum letzten Gig hier in Leer, topfit und bangt sich die Kartoffel vom Hals, Gitarrist Ali ist cool wie immer und lässt seine geliebte Axt nicht aus den Augen. "The incredible" Krüger trägt hellblauen Schlips zu bloßem Oberkörper und trommelt sich durch die Decke, Thommy post wie "Schinkengott" Glenn Danzig in seinen besten Tagen, nur Matze scheint heute ein wenig abwesend (oder müde) zu sein. Zwei Mal müssen ihm seine Bandkollegen erzählen, welches Stück als nächstes dran ist. Egal, MEATKNIFE sind (auch mit verwirrtem Fronter J) ein erfahrenes Team, das heute Abend eingespielter denn je wirkt. Die Playlist umfasst 21 Nackenbrecher, davon einige vom kommenden Album "Vaginal Blast", das am 28.März 2003 bei einer Release-Party in der Alten Post vorgestellt wird. "Das nächste Stück heißt "That's Love" und ist unserem Kumpel Maday gewidmet", der ist jedoch leider nicht anwesend. Danach kommt "Fingered and Fistfucked", das natürlich auch heute wieder dem verstorbenen Bassisten Ralph gewidmet wird. Das neue Material fügt sich zumindest live gut in die alten Klassiker ein, mal sehen, wie die Stücke auf Plastik klingen und welche kranken Samples und vor allen Dingen Bilder die Jungs dieses Mal wieder ausgraben und in das Booklet packen. MEATKNIFE haben mir versprochen, auf ihrer Mini-Tour in den kommenden Tagen ein Tour-Tagebuch zu führen, das ihr demnächst auf unseren Seiten begutachten könnt. Ich bin gespannt...

DAMNABLE gibt es jetzt schon seit über 10 Jahren, drei Longplayer haben die "Hippies with Pentagrams" aus Warschau schon veröffentlicht. Leider habe ich die Jungs letztes Jahr beim EAR TERROR Festival aus Konditionsgründen nicht mehr gesehen. Laut Martin sind die Polen damals noch mit einem Drumcomputer aufgetreten. Mittlerweile haben sich DAMNABLE jedoch (wieder) mit einem leibhaftigen Drummer verstärkt. Sivy heißt der Gute, gehörte bis 1998 schon zur Band und ist jetzt wieder dabei. Nach einem stimmungsvollen, aber etwas zu langen Intro legen DAMNABLE los, nur von Shouter und Gitarrist Benek hört man zunächst nur die Klampfe. Aber nach ein paar Minuten kann man auch die (wenig kraftvollen) Vocals hören. Benek (voc, git), Any (git), Rolly (bass) und Sivy knallen dem schon recht ausgedünnten Publikum einen unglaublich schnellen, technischen Grind Death um die Ohren, die Reaktionen bleiben aber recht verhalten: zu vertrackt das Material, zu müde die Leute. Technisch voll auf der Höhe sind die Jungs allemal, gute Entertainer dagegen nicht. Vielleicht hätten sie ihren Bassisten versteigern sollen.....

Notizen am Rande: Auf die Frage: "Und, wie findest du EBOLA BEACH PARTY? Wär' das nix für dein Label?" entgegnet MEATKNIFE's Labelboss Ralf Scheffzik (Noise Variations): "Nee, die nehmen das alles nicht ernst genug. So was nehm' ich nicht unter Vertrag". No comment. Soundmann Jürgen Eckart, der beim letzten Gig von MEATKNIFE noch völlig verzweifelt hinter seinem Mischpult in Deckung ging, ist heute mit seiner Klientel zufrieden und grinst zufrieden: "Guck mal, sogar der Bass läuft über die PA und nicht nur über den Monitor!" Und so kann man auch mit kleinen Dingen Menschen Freude bringen.... Uwe Harms

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Sehen und gesehen werden oder "Ich war da":  ---Aargoroth von TO KILL alias Jäschke---Der Herr Weddermann---"meine Schwester" Sara---Helga und  "Heute keinen Kontakt"-Tolga (EYE SEA)---Markus Strehlau von GOREZONE mit Frauchen---Karsten Bootsmann---Mike Frühsorger---Jürgen Eckart (4Q)--- Trial von MORDRAK---Jens Finger von OBSCENITY---Basti ("Basticam") von PENIS JUICE---Scheffze von Noise Variations---Przemek von Mad Lion Records---

Live Review des MORDRAK / DARK ARMAGEDDON - Gigs am 25.01.2003 im Jugendtreff Harsweg, Emden

Grünkohl und Pandas

Martin: "Kommst du am Samstag?" Uwe: "Weiß ich noch nicht, ich hab' vorher noch Boßeln und Grünkohlessen. Wenn ich danach noch stehen kann, komm' ich noch vorbei." Als ich um 21:30 Uhr im Jugendtreff Harsweg ankomme, bereiten sich gerade die Jungs von MORDRAK auf ihren Auftritt vor. Cool, nix verpasst. 

Vier Gestalten bahnen sich ihren Weg durch die ca. 100 Neugierige zählende Menge, stellen sich mit dem Rücken zum Publikum und alle erwarten das Intro. Das gestaltet sich aber schwieriger als erhofft: Offensichtlich ist der dafür zuständige Chris (MEATKNIFE) mit der Technik überfordert: Das Intro ertönt erstmal gar nicht, dann halb, wird abgebrochen und dann noch einmal abgespielt. Dann dauert es noch ein wenig, bis das Mikro von Schreihals Mortiferus eingeschaltet wird. Jetzt aber! Trial (guitar), Mortiferus (vox), Morgoth (bass) und "the Incredible" Krüger (drums) beginnen ihren Set mit dem neunminütigen "Ruf der Dunkelheit" vom ersten (und einzigen) Demo "Schwarzheim". Zumindest ich bin erstmal baff: Das klingt nun wirklich sehr viel professioneller, als ich erwartet hatte. MORDRAK haben sich erst vor knapp einem dreiviertel Jahr gegründet und bestreiten heute Abend ihren ersten Auftritt. Trotzdem schaffen es die vier Emder, ihren rohen, ursprünglichen Black Metal nach Hunger, zehn Grad Minus und Eisregen an einem depressiven Tag klingen zu lassen. Die Reaktionen im Publikum sind durchgängig positiv, auch wenn einige ein paar Spielfehler ausgemacht haben wollen. Sei`s drum: Für eine Live-Premiere war der Auftritt von MORDRAK sehr passabel. Ich habe nach dem Gig Gitarrist Trial um eine kurze Stellungnahme gebeten: "Mit dem Auftritt waren wir an und für sich sehr zufrieden, zumal es erst unser Erster war, und wir die ca. acht Wochen vorher nicht in voller Besetzung proben konnten. Wir haben zumindest alles gegeben. ;-) An Eindrücken ist mir, neben dem Auftritt an sich, besonders die hohe Besucherzahl positiv im Kopfe haften geblieben. Immerhin waren 94 zahlende und ca. zehn Gäste, welche nach Schluss der Kasse ankamen, anwesend. Dies ist, besonders für den ersten Auftritt, aller Ehren wert und zeigt, dass sich auch in der Death Metal - Hochburg Ostfriesland Leute für Black  Metal begeistern können." 

Nach dem Auftritt von MORDRAK signalisiert mir mein Organismus ein dringendes Bedürfnis nach Erholung, wie gut, dass sich auch unser Redaktions-Pitbull Czelle unter den Anwesenden befindet. Ich gebe also zurück ins Funkhaus: (Uwe Harms)

Nachdem MORDRAK aufgehört hatte zu spielen, musste die glatzköpfige Hälfte der Redaktion leider weg. "Hm, dann kann ich ja was zu DARK ARMAGEDDON machen. Lass' mir mal den Fotoapparat hier." Ich hatte keinen Plan, was mich da jetzt erwartete. Gut, bei dem Namen ist der Kreiskirchentag wohl nicht gemeint. Okay, wo ist Martin (MEATKNIFE)? Der weiß sicher mehr. "Wie sind denn die?" "Hart, schnell und laut". Toll. Aber Martin hat mich dann zu den Jungs gebracht, so dass ich ein paar Worte mit dem Sänger wechseln konnte. Die Band gibt es seit 1994. Von der Urbesetzung sind jetzt noch Desiderius (Gitarre), Abyssos (Bass) sowie Schlagzeugerin Morgana dabei. Der zweite Gitarrist (Sharon) kam 1997 dazu und der jetzige Sänger (Masteron) ist seit ca. 2 Jahren dabei. Der Hammer ist der der Anreiseweg von DARK ARMAGEDDON: Sondershausen in Thüringen. Sondershausen? Da war doch was ? Ja, die komischen ABSURD sind von da. Mit denen haben DARK ARMAGEDDON aber nichts am Hut. "Politik muss man aus der Musik raushalten", wie Sänger Masteron meint. Genau. Vor allem, wenn es die falsche Politik ist. Der Auftritt war sehr gelungen. Die Fans kamen 100% auf Ihre Kosten. Hart, schnell und laut trifft es schon sehr gut. Das einmal vorgelegte Tempo wurde während des Auftritts nicht mehr geändert. :-} Das vorgestellte neue Material hörte sich auch vielversprechend an. Der Sound war gut (IMO sogar erheblich besser als auf CD, die Produktion ist nicht mein Geschmack), Preise (Eintritt 5,00 EUR, CD`s 10,00 bzw. 5,00 (MORDRAK) EUR, Bier 1,00 EUR) waren sehr human. Was will man mehr? Alles in allem ein gutes Konzert. Sieht so aus, als sollte der Jugendtreff Harsweg das JZ Alte Post in Sachen Konzerte ablösen Ich habe allerdings noch eine Frage: Benennen sich die Bandmitglieder von Black Metal Bands immer mit ihren Pseudonymen? "Hey, Desiderius, ist heute Probe?" "Ja, Sharon. Aber ich habe noch mit Masteron gesprochen. Der kommt später, weil er noch mit Abyssos einkaufen muss. Sein Auto ist kaputt" :-}

Ich hoffe, ihr seid gut nach Hause gekommen! Vielleicht sieht man sich ja noch mal. (Czelle)

Bilder von diesem Gig gibt es hier (leider alles vernebelt)

Sehen und gesehen werden oder "Ich war da":  Aargoroth von TO KILL alias Jäschke, Der Ostfriesentroll, Thorsten Maday, Michael Reck, Tom von FEARER, Stefan Sieler von BITTER SILENCE.

Live Review des NIGHTWISH / LORDI - Gigs am 11.01.2003 in Oberhausen, Arena

Tracklist NIGHTWISH:
Intro
Bless the Child
End of all Hope
Gethsemane
Come Cover me
Dead to the World 
Ever Dream
10th Man Down
Walking in the Air
Don`t Talk to Strangers
Slaying the Dreamer
Beauty and the beast
Beauty of the beast
Sleeping sun
Zugabenteil:
Over the Hills and far away
The Kinslayer
Wishmaster
Outro

NIGHTWISH spielen zwei Konzerte in Deutschland, bevor man eine längere Pause einlegt. Da München ein bisschen weit ist, gehen wir nach Oberhausen, hatten wir uns so gedacht. NIGHTWISH war noch nie meine Lieblingsband und wird es auch nicht werden. Aber ich finde die Sachen ganz erträglich. Also warum nicht? Als wir uns auf den Weg gemacht haben, haben wir festgestellt, dass wir Karten für den Rang hatten. Wird wohl egal sein. Wer kontrolliert das schon? Nun, die Verantwortlichen in der Arena machen das. Es wurden nur Leute mit Innenraum-Karten in den Innenraum gelassen. Das fing ja gut an. Der Eintritt war mehr ein Eitritt. 30,00 Euro für eine Karte finde ich frech. Aber ich muss der Band zu Gute halten, dass das Merchandise sich preislich im normalen Bereich bewegt hat. 15,00 Euro für ein Shirt, 20,00 Euro für ein Longsleeve. 

Als wir uns dann Plätze gesucht hatten (200 Kilometer von der Bühne weg), fingen dann LORDI an zu spielen. Sehen aus wie GWAR und machen Musik wie HIM. Aber wie HIM stimmt eigentlich auch nicht. Mehr so wie diese 80er L.A.- Bands. Langweilig von der Musik her. Die Show war sicher ganz lustig, aber das war auch alles. Wenn die nur mit Jeans und Shirt auf die Bühne kommen, interessiert sich keine Sau für den Quatsch. Während der Umbaupause habe ich mich dann mal umgesehen. Die hatten in der Halle vorne einen abgetrennten Bereich. Also so wie man das von Stadien kennt. IN EINER HALLE!!! Es zog sich also ein Graben im Innenraum von links nach rechts. Bierpreise waren auch eine Frechheit (3,00 Euro für 0,4 l). Scheiß-Halle. NIGHTWISH kamen dann nach der Umbaupause und wurden abgefeiert wie nichts Gutes. Das Publikum (war keine Crowd) war sehr gemischt. Es waren ältere Leute mit Kindern da, Gothik-Girlies mit Kleidern und Kuttenträger. Ziemlich gemischt also. Das war sicher auch der Grund, warum man nicht aufstehen durfte, um sich vor den Eingang zu stellen. Da kam sofort ein fleißiger Ordner und rief das undisziplinierte Publikum zur Ordnung (habe ich ein paar mal gesehen) .......NIGHTWISH an sich wirkten ein wenig verloren auf der riesigen Bühne. War ein IMO ("In my Opinion" - Anm. des Verfassers) unspektakulärer Auftritt. Die Hits sind alle gespielt worden. Jedenfalls das, was ich so kenne. Neben dem Cover von GARY MOORE "Over the Hills and far away" wurde auch noch ein Cover von DIO gespielt ("Don't talk to strangers"). Hier machte Tarja eine Pause, sang also nicht mit. Wie ich gelesen habe, macht sie das wohl bei jeden Konzert. 

Fazit : Bei Ebay wurden die Karten für teilweise über 40 Euro verzockt. Das hätte ich mit meiner Karte auch machen sollen. Und wenn in Zukunft Konzerte in der Arena sind, gehe ich grundsätzlich nicht hin. Ich habe sicher schon an die 100 Konzerte gesehen, aber das ist die schlechteste Halle, in der ich jemals war. Czelle

Live Review des PENIS JUICE / UPPERCUT Gigs am 13.12.2002 im Jugendtreff Harsweg, Emden

Alarm im Darm

"Alarm im Darm" stand auf den Einladungen zum heutigen Event. Die meisten potentiellen Gäste haben dieses Motto heute Abend wohl zu ernst genommen und sind gleich auf ihrer Ferguson-Schüssel sitzen geblieben. Schade, so tummeln sich leider nur ca. 25 Nasen im Jugendtreff. Den Opener PENIS JUICE lasse ich reviewtechnisch heute mal außen vor, lest dazu bitte die Reviews vom EAR TERROR-Festival sowie vom "Grind Assault". Nur soviel: Es drehte sich alles um Körperflüssigkeiten....

Die Thrasher UPPERCUT sind seit 1997 aktiv, dem 2001er Release "Shroud Shifter" soll 2003 ein weiteres Thrash-Eisen folgen, im Moment feilt man im Proberaum noch an den Tracks. Aufmerksamen Lesern (und Hörern) von Radio Gehacktes könnte UPPERCUT ein Begriff sein, hinterließen sie doch mit ihrem Beitrag ("Dying Passion") zum feinen "THRASH TILL DEATH"-Sampler einen bleibenden Eindruck. Da ich die Tonträger der Braunschweiger nicht kenne, war ich gespannt, wie sich die Band heute schlagen würde und ob das restliche Material so stark ist, wie das oben erwähnte Stück. Die Band steigt mit "The Machine" in den Set ein, Fronterin Dani sorgt für Begeisterung bei den Testosteron-gesteuerten Metallern, eine sehr ansprechende Erscheinung mit blonden Haaren bis zum ..äh..Oberschenkel. "Hallo Emden, wir sind UPPERCUT aus Braunschweig", begrüßt Dani das Publikum. "Wir sind froh, das wir hier heil angekommen sind, bei dem Scheißwetter. Ist kalt hier bei euch im Norden! Genug gesabbelt, jetzt gibt`s "Hatred Insiiiide"! Die Band überzeugt durch aggressives Stage-Acting, auch wenn es, streng genommen, gar keine "Stage" im Jugendtreff gibt. Egal: Dani, Nico (guitar), Jan (bass) und Olaf (drums) geben auch ohne Bühne und bei spärlichem Publikum alles. Musikalisch gibt es technisch sehr versierten Old School Thrash zu hören, ich denke oft an die Wolfsburger PROTECTOR, aber das sieht wohl jeder anders. Besonders Saitenwizard Nico, der übrigens früher einmal in einer Band namens "NONVOKUHILA" gespielt hat, kann überzeugen. Danielas Stimme ist aus Tausenden herauszuhören: sie schwankt zwischen gutem, aber leider etwas drucklosen, tiefen Brüllen und hohen Schreien, gerade in den hohen Lagen ist Dani in ihrem Element. Wie das klingt? Stellt euch vor, ihr tretet einem Leoparden von hinten in die Eier, die Reaktion des Tieres wird von Dani trefflichst imitiert. Leider geht das Gros des Songmaterials ziemlich an mir vorbei, bei "Dying Passion" bin ich dann aber auch in Bewegung. Das absolute Highlight des Abends ist jedoch die Zugabe "Phobia". Selten habe ich eine Band erlebt, die diesen KREATOR-Classic so mitreißend umsetzen konnte. "Hab das Stück selbst ausgewählt" grinst Dani stolz. Beeindruckende Vorstellung, nur am Songwriting sollten UPPERCUT noch arbeiten, um in die Oberliga aufzusteigen.  Uwe Harms

Bilder von diesem Gig gibt es hier

Sehen und gesehen werden oder "Ich war da":  Aargoroth von TO KILL alias Jäschke, Der Ostfriesentroll, Trial vom Online Mag www.twierdza.de, Matze und Thommy von MEATKNIFE, Tom von FEARER.

Live Review: "Grind Assault" mit LA BAD TASTE / PENIS JUICE / MEATKNIFE und COHORT am 23.11.02 im JUZ Leer

Long live the Nachwuchs

Martin von MEATKNIFE lud zum "Grind Assault" in das JUZ Leer. 8 Euro für 4 Grind Bands, das geht voll in Ordnung. Im JUZ Leer tummelt sich überwiegend junges Publikum, anders als beim EAR TERROR vor drei Wochen, wo der Altersdurchschnitt mindestens 5 Jahre höher lag. Den Opener machen heute LA BAD TASTE aus Zeven. Als Intro hat man das Theme von "Saber Rider" gewählt, cool. Sechs Leute stehen da auf der Bühne, zwei Gitarristen, zwei Sänger, von denen einer die hohen Schreie übernimmt und der andere grunzt. Bassist Matthias bedient verletzungsbedingt heute den Camcorder, Aushilfsbasser Christoph steht für ihn auf der Bühne. LA BAD TASTE würzen ihren Grindcore mit diversen Zitaten aus der Film- und Fernsehgeschichte, so werden u.a. "Saber Rider", "Bonanza"  und einige andere Themes durch den Grind- Wolf gedreht. Auch das Riffing lässt den (älteren) Zuhörer an diverse Klassiker des Genres denken, die Musiker von LA BAD TASTE dürften jedoch in den Erscheinungsjahren von Klassikern wie "World Downfall", "Scum" oder "Purity Dilution" wohl eher dem Trröörrööö-Core von Benjamin Blümchen gelauscht haben. Sei's drum, der rhythmische und fast schon poppige "Pogo Grind" der Zevener lädt zum Hüpfen ein. Die Ansagen des dreadgelockten Sängers Jockel sind jedoch teilweise etwas befremdlich, jedenfalls wischt er jeden Verdacht, er würde Germanistik studieren, locker beiseite: "Ein verzinktes Arschloch is' halt besser beim Kacken, rostet nich' und so, ey" oder "Das nächste Lied handelt von Bauern in Amerika. Ihr kennt doch bestimmt die Cartwrights?" caused Stirnrunzeln bei mir, ey. Zum Abschluss gibt es noch eine Coverversion von DISCHARGE. Nette Band, das günstigste Merchandise: T-Shirts für 3,50 Euro, das dürfte der Preisknaller des Jahres sein. Das Demo "Grindnanza" könnt ihr für günstige 2 Euro bei Jarno bestellen.

Auch PENIS JUICE sind vor drei Wochen auf dem EAR TERROR-Festival mit Aushilfsbasser aufgetreten, heute ist die Band komplett. Natürlich dreht sich auch heute wieder (fast) alles um ein Thema: Körperflüssigkeiten. Stücke wie "Pipi" oder "A A" (Pipi Teil 2) lassen keine Fragen offen. "Dirty Hole" ist schon jetzt so etwas wie ein Klassiker, "Big Dry Elephant Cunt" oder "Knüppel auf'n Kopp", das auch genau so klingt, reißen zwar keinen mit, haben aber Unterhaltungswert. Wie auch überhaupt der ganze Gig der Band: Olli mit einrasiertem und gemalten Stierschädel auf der Brust, am Anfang noch mit Mantel und Zorro-Maske, Drummer Basti mit Schottenrock und Socke um das Gemächt, sowie Basser Manni mit Corpse Paint. Nur Gitarrist Andi sieht ganz "normal" aus. Olli gurgelt sich mit Hilfe des allmächtigen Pitchshifters durch's Programm (Kumpel André sagt bei solchen Sängern immer: "Holt den Mann aus dem Wasser!"), Basti liefert die hohen Schreie dazu. Bin mal gespannt, wie das Material auf  Tonträger klingt.

"Mien lüttje Lateern, ik heb di so geern....". MEATKNIFE aus Emden lassen sich feiern. Dass die Fans vor dem Gig der selbsternannten "Porno Grinder" heute Abend Martini-Gesänge anstimmen, ist aber kein gutes Omen: Am Anfang hört das Publikum von den beiden Shoutern Matze und Thommy nichts, Basser Chris ist so bedröhnt, dass er sich selbst und sein Instrument nicht hört, dafür wummert sein Bass aber bis nach Meppen. Mischer Jürgen verzweifelt zu mir: "Was soll ich machen? Die haben alles aufgerissen! Das ist die erste Band, die mit 1200 Watt Monitorsound nicht auskommt!" Nach 15 Minuten klingt dann aber doch alles so, wie es soll, die Party kann losgehen. MEATKNIFE-Gigs sind immer etwas besonderes, die Band um Matze, Thommy und Ali hat sich über die Jahre eine treue Fangemeinde erspielt. Mindestens ein Lied wird bei jedem Auftritt dem leider viel zu früh verstorbenen Bassisten und Gründungsmitglied Ralph Janssen gewidmet. Musikalisch huldigt man Bands wie GUT oder MORTICIAN. Als Matze "Dead Whore" ankündigt, fragt Sieler: "Wieso "Der Rohr?" Das heißt "Das Rohr"! MEATKNIFEs Band-Maskottchen Weddermann steigt bei "Tombstonesucker" in den Ring und übernimmt die Vocals, für Jäschke wird "Corporal Punishment" gespielt, der bedankt sich, in dem er auf die Bühne steigt und stolz sein "Bäuchlein" mit "OSTFRIESLAND"-Tattoo entblößt. Auch Basti von PENIS JUICE steigt auf die Bühne, lüftet seinen Schottenrock und entblößt sein Gesäß. Ali O. aus O. von der Band E.B.P. gibt vor der Bühne alles und auch der Rezensent hängt mit dem Kopf in der Box. Schönes Fest!

 Die Berliner COHORT sind seit 1996 aktiv, die aktuelle Veröffentlichung heißt "Zombie halb und halb". Vierzig Leute tummeln sich noch vor der Bühne, die Grinder aus der Hauptstadt haben es jedoch mit einem recht ausgepowerten Publikum zu tun, der Funke will nicht so recht überspringen. Das ändert sich jedoch mit zunehmender Spielzeit. Sänger E. Konroth kann nicht nur grunzen, er hat auch die hohen Schreie drauf. Wer als Grindcore-Fronter ohne Effekte wie Pitchshifter auskommt, kann kein schlechter Mensch sein. "Das nächste Stück heißt: "Nur noch ein blutiger Stumpf"". Ah ja. Ob die Jungs nur deutsche Texte verbraten, wie man aufgrund der Songtitel vermuten könnte? Ein Blick auf die Homepage bringt Klarheit: nein, auch englische Texte sind im Angebot, mein Liebling ist jedoch der deutsche Text zum Song "52". Textauszug: "Wie schön kann doch der Anblick sein - von perforierten Innereien". Verstehen kann ich heute Abend aber trotzdem kein Wort. Ist ja auch egal: je länger COHORT spielen, desto mehr geht das Publikum mit, am Ende gibt es mit "Blitzkrieg Bop" noch eine astreine Ramones-Coverversion, "Hey ho, let's go" habe ich auch noch nie von einer Grindcore-Combo gehört. Nach dieser musikalischen Verneigung verabschieden sich COHORT und alle wanken taub aus dem Saal. 

Sehen und gesehen werden oder "Ich war da": Joe D. Fister von EBOLA BEACH PARTY, alle Members von MORDRAK, Aargoroth von TO KILL, Trial vom Online Mag www.twierdza.de, Dirk Janssen von DESPONDENCY, Stefan Sieler von BITTER SILENCE.

Bilder vom "Grind Assault" gibt es hier                          Uwe Harms

Live Review des DIMPLE MINDS Gigs am 25.10.02  im Jung Jütt Huus, Wittmund

Spekulatius und Metaxa !

Annaberg, Berlin, Cottbus, Rostock, Hamburg, Bremen, Hannover, Frankfurt, Stuttgart, Aachen, Moers, Wittmund. "Ach, scheiße, alles so weit weg. Nach `m Wacken hätte ich mir die DIMPLE MINDS gerne noch mal gegeben." Das waren meine ersten Gedanken, als ich die Tourdaten las. Aber irgendwas stimmte mit den Tourdaten auch nicht. Aber was ? WITTMUND ! Ey, das ist ja gar nicht so weit weg ! Geil ! HIN ! Beim Konzert von IN FLAMES in Hardenberg wurden dann erste Pläne geschmiedet ("Ey, DIMPLE MINDS spielen in Wittmund" "Wo ?" "In Wittmund !" "WO ???!?!" "IN WITTMUND !!" "Ey, das ist ja gar nicht so weit weg !" "Nee, isses nicht" "Geil, kommt ihr alle vorher zu mir und dann hin" ) Der Verfasser dieser Zeilen rechnete mit 15 Personen, die mit wollten. Schließlich waren das ja die DIMPLE MINDS. Die Helden meiner Jugend! Das Erste Sufflied, das ich singen konnte, war "Durstige Männer" ! Aber Essig. Das fing ja schon mit der poserhaften Redaktion der Gehacktes-Meute an. "Nee, da muss ich mit meinen Schatzi was machen. Habe ich ihr versprochen" "Nimm sie doch mit" "Lustig, Czelle" Pah ! Mein geliebtes älteres Bruderherz war auch nicht so richtig Feuer und Flamme. Tja, dann können wir ja mit 2 Autos anstatt mit drei Autos fahren. Dachte ich so bei mir. Aber nichts. Keiner wollte mit ! "Nee, da habe ich keine Zeit" "Da kann ich nichts trinken weil ich ja anschließend wieder nach Hause muss." "Ich habe Karate-Prüfung". Lauter fadenscheinige Ausreden. So kam es also, dass wir zu zweit (!!!!!!!!!!) nach Aurich fuhren um uns von da mit dem Jehles auf den Weg nach Wittmund zu machen. Also noch schnell einen Film für die Kamera gekauft, eine Flasche eckiges Werkzeug (Jim Beam) gekauft und hin. Nach eingehendem Vorglühen und Sangesproben (man muss schließlich textsicher werden) hat uns dann Dieter (?) nach Wittmund gefahren. Das war sehr nett von Dieter. So haben wir uns ja einmal Taxi gespart. Nach einem bischen rumgesuche haben wir das "Jung Jütt Huus" auch gefunden und sind bei strömendem Regen (das wird noch wichtig) in die Lokalität eingetreten. Den Laden in Augenschein genommen und mal ein Bier genossen. 

Der Schuppen ist etwa so groß wie mein Wohnzimmer und das Publikum ungefähr so alt wie die Quadratmeterzahl. :-}Aber das stört ja keinen, man hat ja auch mal klein angefangen. Waren auch relativ viele Mädchen (Frauen wäre wohl zu früh) da. Am Anfang hat dann "NADLESS" gespielt. Das ist wohl eine lokale Band, die hier ihren ersten Auftritt hatte. War okay, würde ich sagen. Hatten auch durchaus ein paar gute Songs. Aber nach einmal hören und dann auch noch live ist so was immer schwer zu sagen. Demos von denen gab`s da auch nicht. Mal abwarten. Beim Namen kam mir folgender Gedanke : Gibt es eine Band, die mit Silikon-Brüsten und gebräunt auf der Bühne steht ? Was für Musik würden die wohl machen? Aber ich schweife ab. Als dann die Umbaupause kam, haben wir uns in den Eingangsbereich gestellt, weil da die Luft besser war. Wir haben dann noch spontane Umfragen gestartet : "Kennst du Dimple Minds?" "Nö." Unfassbar! Als dann ein so`n Girlie vorbei kam, mit so `nem komischen Mao-Shirt und Mini-Rock, war es an der Zeit, die Frage nach der Botschaft zu stellen. Was wollte sie uns damit sagen ? Vor allem war das ja auch noch ein Schottenrock ! Schottland wird von bösen, toten Chinesen erobert ? Alles sehr verwirrend. Die Verwirrung war doppelt komplett, als die auch auf der Bühne stand und Gitarre spielte :-} Und dieses auch noch bei FABSI & DER PEANUTSCLUB. Die könnte man übrigens kennen ! Wenigstens Teile davon. Der gute Fabsi war nämlich Gründungsmitglied bei ZK (die Vorgängerband der TOTEN HOSEN). Außerdem war er wohl auch bei den MIMMIS. Habe ich eigentlich erzählt, dass ich die mal auf Föhr gesehen habe ? Da waren die auf`'m Pfingstjugendtreffen, wo ich als organisiertes Mitglied der IGM natürlich auch mal hin musste. Aber ich schweife schon wieder ab. Ich kannte auf jeden Fall auch 2 Lieder von den Jungs und Mädels. Ich meine, dass ich "Dosenbier" und "Gebt den Faschisten keine neue Chance" erkannt habe. Die Gitarristin (mit dem Mao-Shirt) hat übrigens geile Grimassen geschnitten. SUPER ! :-}Auch fiel auf, dass Fabsi Moers nicht mochte. Er war jedenfalls über "diese Scheiß-Stadt" ordentlich am herziehen. Die Leute haben wohl keinen guten Eindruck bei ihm hinterlassen, als FABSI & DER PEANUTSCLUB ein paar Tage vorher da gespielt haben. Alles in allem ein schönes Punk Konzert. Wenn man denn so was mag. :-}

Dann wieder Umbauen und die Götter kamen auf die Bühne ! DIMPLE MINDS !!!! Wie es sich gehört, kann ich mich nicht so genau an die Lieder erinnern. Too much booze. Und die Temperaturen waren auch nicht für eine gute Kondition zuträglich. Wir haben dann noch ein paar Leute angerufen, die ja nicht mitwollten. Damit die sich auch ordentlich ärgern !! Schließlich wurden GÖTTERSTÜCKE wie "Durstige Männer", "Hoden von Eisen", "Pfandpiraten" und "Happy Hour" gespielt. Dimple-Herz, was willst du mehr? Ich bin dann beim rumspringen immer schön auf die Fresse gefallen. Wie sich das gehört. Aber das bunt gewürfelte Publikum hat einem immer schnell auf die Beine geholfen. Dann ist noch eine lustige Geschichte mit meiner Brille passiert. Die war nämlich auf einmal weg. Scheißdreck! Ich habe dann alle Leute wahnsinnig gemacht, mir doch bitte zu helfen, meine Brille zu finden. Haben sie dann auch gemacht. Habe sie aber nicht wieder gefunden. Mist ! Naja, erst mal ein Bier holen. Vielleicht krieg' ich ja dabei die Erleuchtung. Jau, kriegte ich. Sieler hat sie mir dann grinsend wiedergegeben. Wir sind uns im nachhinein nicht völlig sicher, ob ich sie ihm jetzt vorher gegeben habe oder er sie gefunden hat. Too much booze. :-} Als ich die Brille dann wieder hatte, haben wir die Helden meiner Jugend dann weiter abgefeiert. Zwischendurch immer mal wieder Bier geholt. Das war übrigens auch seltsam. Die haben das Bier aus den Flaschen in Plastikbecher umgefüllt. Für die Becher waren dann 50 Cent Pfand fällig. Wenn man die Becher dann zurück brachte, hat man sein Bier in anderen gebrauchten Bechern bekommen. Can`t beat the feeling ! :-} 

Aber man ist ja kein Hip Hop Fan. Also egal. Rechnen konnten die auch alle nicht so gut. Aber es wurde ja nicht nur zu unseren Ungunsten verrechnet, also stimmte die Kasse sicher am Ende. <g> Okay, nachdem auch "Durstige Männer" gespielt wurde ging das Konzert dann auch mal vorbei. Ich habe mit Jehles dann (glaub' ich) "Hoden von Eisen" und "Durstige Männer" dann auch bangend mitgesungen (nicht schön, aber laut!). Wir meinen uns zu erinnern, dass wir die Einzigen waren, die gebangt haben. <g> Super Konzert ! Wenn die DIMPLE MINDS die Tour im Frühjahr spielen (die sie ja auf der Page www.dimpleminds.de angekündigt haben) muss ich da wohl wieder hin. Der gute Sieler war ja schon `ne viertel Stunde vorher gegangen. Hat also "Durstige Männer" nicht mitbekommen. Also, er hat den Laden verlassen. Wegen der Luft oder was weiß ich. Die Sache hatte nur einen Haken : der blieb auch verschwunden ! Erinnert sich noch jemand an den Satz weiter oben ? "......Huus" auch gefunden und sind bei strömendem Regen (das wird noch wichtig)...." Jetzt wird er wichtig. Es hat nämlich aus Kannen gekübelt. Wir sind Sieler dann also suchen gegangen. In dem strömenden Regen. Dann wieder drinnen. Dann auf`m Klo. Dann wieder draußen. Weg war er. Die DIMPLE MINDS sind uns (wenigstens teilweise) auch noch über den Weg gelaufen. Mit `m Teller Nudeln. Bier war wohl alle. Ich hätte ja meiner journalistischen Pflicht nachkommen können, aber ich musste ja den doofen Sieler suchen. Nach `ner halben Stunde haben wir ihn dann auch schlafend im Regen gefunden. Wir haben uns dann ein Taxi gerufen (welches wir mit unserem letzten Geld bezahlen konnten) und sind dann zu Jehles nach Hause gefahren. Wo wir dann noch den letzten Schluck vom Werkzeug getrunken haben. Um kurz nach halb vier ist dann noch ein Nachbar aufgetaucht. Der war der Meinung, die Musik wäre zu laut. :-}War wieder so `ne typische Metal Party : Alle sitzen im Raum, die Musik voll aufgedreht und brüllen sich an. Auf die Idee, die Musik leiser zu machen, kommt keiner. :-} Das Werkzeug war dann alle, so das wir noch `ne Flasche Metaxa aufgemacht haben. Dazu haben wir dann Spekulatius gegessen. So kommt auch die bescheuerte Überschrift zustande. <g>

Fazit : Konzert für 5 Euro. GEIL WIE SAU ! ! ! ! ! ! Czelle   Bilder von diesem Gig

Live Review des BY BRUTE FORCE / VAGINAL INCEST / SARX Gigs am 19.10.02 im JZ Harsweg, Emden

Stiefel from Hell

Ich komme wieder mal zu spät zum Gig, da wir (wieder mal) vorher noch Sendung hatten. Da vorne steht einsam ein Mann und schreit ins Mikro. "Wer ist das?" "By brute Force!" Ah ja. BY BRUTE FORCE kommen aus Gummersbach und sind heute Abend in absoluter Minimalbesetzung angetreten: Simone Milizia spielt Gitarre und singt, Aldo Mancarella singt und spielt nebenbei Schlagzeug. "Unser Basser ist vor 3 Wochen ausgestiegen". Macht nichts, BY BRUTE FORCE rattern ihren räudigen "Rumpel Death Metal" mal eben ohne Tieftonunterstützung in das dankbare Publikum und nicht nur ich bin erstaunt: Wie kann man zu zweit nur ein solches Inferno entfesseln? Auch Fronter Simone trägt nicht unerheblich zum Gesamteindruck bei: Das Old School Bühnenoutfit mit Nieten, Leder und Arms full of Spikes, dazu "Stiefel from Hell" mit riesigen Spikes, die Glen Benton und Kerry King neidisch machen würden, Kult!! Nur Abbath und seine Pandafressen von IMMORTAL stiefeln mit noch mehr Eisen durch die Botanik. Lieder wie "Let them burn", "God is guilty" (klickt mal auf den Text!) und "Provacation of Christ" machen keine Gefangenen, die beiden Italiener, die auch noch miteinander verwandt sind (Aldo hat's mir erklärt, aber ich hab's wieder vergessen, leider, irgendwie ist der Vetter des Vaters von Simone die Nichte von.. ääh, keine Ahnung) geben alles und niemand fragt mehr nach einem Bassisten. Ein selbst produziertes Demo haben BY BRUTE FORCE auch schon eingeballert, ich bin mal auf den ersten Longplayer gespannt... "Wer das nächste Stück erkennt, gewinnt eine CD". Wahrscheinlich jeder im Saal erkennt "From Beyond" von MASSACRE sofort, eine so fette Version dieses Klassikers mit zwei Leuten hinzutrümmern, ist echt 'ne Kunst. Respekt!

"Hallo Emden, wir sind VAGINAL INCEST aus Bielefeld". Selten bescheuerter Name, denke ich so bei mir, dann überrollt mich der Zug. ICE? Von Leer nach Oldenburg?? Aaaahhh!!! Mannomann, was für ein Geschepper! Hey Leute, Künstler kommt von Kunst, Kunst kommt von können, oder so... VAGINAL INCEST spielen ultraschnellen Grindcore der fiesen Art, ohne Drummer, mit gesampleten Drumspuren und unter Zuhilfenahme einer Menge Effekten, Gitarrist David "Genital Grinder" murmelt "Hallo" in sein Mikro und heraus kommt: "GRRROOOAAARRR", Shouter Sebastian "Vaginal Jesus" Schäfer schreit wie ein junger Bill Steer auf Steroiden, um zehn Sekunden später das Publikum ganz lieb aufzufordern: "Geht ihr noch nach vorne und mosht 'n bisschen?" Einzig  Bassist "Intimate Torchurer" alias Sascha spielt einfach nur Bass. "Techno vs. Grind" heißt eines der Stücke des VI-Demos "Cuntcore", heute Abend geht der Kampf  Techno gegen Grind leider unentschieden aus, da beide Kontrahenten  "k.o." zu Boden gehen. Die Quittung lässt nicht lange auf sich warten: "Ihr seid scheiße, wie der HSV" - Sprechchöre beantwortet "Vaginal Jesus" mit: "Wir sind nicht nur scheiße wie der HSV, wir sind der HSV!" Nach dem Gig auf die "Leistung" heute Abend angesprochen, ist Sebastian dann auch nicht sehr zufrieden mit dem heutigen Auftritt. Auf die Frage, warum man ohne Drummer lärmt, meint der Vaginal Jesus, der übrigens selbst Drummer ist, man habe "einfach keinen Drummer gefunden, der das Material umsetzen kann". Nun ja.

SARX kommen aus Siegen und spielen, eigenen Aussagen zufolge, "technischen Old School Death Metal". Das kann man wohl so stehen lassen. Im Gegensatz zu den beiden anderen Bands laufen SARX heute Abend in voller Besetzung auf und haben trotzdem Pech: Das Mikro von Shouter Jost macht keinen Pieps, wahrscheinlich ist irgendwo 'n Kabel gebrochen. Die beiden Gitarristen Christian Treude und Daniel "Kensington" Seifert, Bassist Gregor "Crack" Frischko sowie Florian "Chaos" Dürr geben trotzdem alles, und am Ende gibt es dann auch noch ein paar Stücke mit Jost zu hören, wenn auch nur leise und im Hintergrund. Schade, aber zumindest haben SARX heute Abend ihre Visitenkarte in Emden abgeben können, meint auch Kensington. SARX' aktuelles Album "Of Natural Rage" könnt ihr über die Bandpage für 10 EUR bestellen, unter der Adresse www.mp3.de/home/of_sarx könnt ihr das komplette Album in recht guter Qualität runterladen, auch nicht selbstverständlich, "Fuck the Commerce" quasi. 

Fazit: In der Publikumsgunst waren "By brute 2 Mann-Kapelle" die Abräumer des heutigen Abends, gefolgt von "Ohne Sänger SARX". Schlusslicht "Vaginal Techno Incest" konnten nur wenige überzeugen, auch wenn die technischen Fähigkeiten der Musiker nicht von schlechten Eltern sind. Vielleicht findet der Vaginal Jesus ja bald einen trommelnden Jünger (gibt´s eigentlich auch Jüngerinnen?), der das Material umsetzen kann. Ich lass' mich dann gerne noch mal von dem Zug überrollen...             Bilder von diesem Gig gibt es hier

   Uwe Harms  

Live Review des PAIN / SOILWORK / IN FLAMES Gigs am 12.10.02 im Podium in Hardenberg/NL

Where are those fucking Rockstars?

Das "Podium" in Hardenberg ist ein wirklich feiner Club mit einem fast 1000 Leute fassenden Innenraum und einer integrierten Disco. Die ist heute abgeriegelt, stattdessen ziert der Merchandise-Stand der heute aufspielenden Kapellen den Eingangsbereich der Zappelbude. Humane Preise, sowohl beim Entritt (15 € für 3 Bands) als auch beim Merchandise, 15 € für ein T-Shirt sowie 20 € für ein Longsleeve sind nicht zuviel verlangt. 

Als erstes steigen heute PAIN in den Ring. Peter Tägtren hat mit seinem Pop-Projekt in Skandinavien die Charts von hinten aufgerollt und wieder mal bewiesen, dass Metaller doch die besten Komponisten sind. Jedoch will der Funke live nicht so recht überspringen, der Elektro Pop animiert ein paar Reihen zum Hüpfen, das kann jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, das PAIN heue Abend nicht so recht ins Billing passen. Nicht nur ich hätte mir die Jungs von DARK TRANQUILLITY als Support gewünscht. Peter ist es egal, schließlich sind wir in Holland, da gibt es für den Herrn der Augenringe schließlich alles, was das dunkle Herz begehrt. Der Träger des Horst Tappert Gedächtnis-Preises ist in der Lage, auch im bekifftesten Zustand noch eine professionelle Vorstellung hinzulegen. Trotzdem: mehr als ein Höflichkeitsapplaus mit HYPOCRISY-Bonus ist heute Abend nicht drin. 

SOILWORK steigen  mit "Black Star Deceiver" und "Follow the Hollow" in den Set ein und drücken von Anfang an eine ultrafette Soundwand in den Club, die Publikumsreaktionen tun ein übriges und zaubern den Jungs aus Helsingborg ein Dauergrinsen in die Gesichter. Einzig die Gesangsanlage von Björn "Speed" Strid zickt rum, so dass die clean gesungenen Passagen nicht rüberkommen. "Speed" bleibt davon unbeeindruckt, er hat sich in den letzten Jahren zum Vollblut-Fronter entwickelt und streut sogar ein paar HALFORD-Parodien ("Oh Yeahh...", "....you got another thing comin`") ein, während die beiden Gitarristen Ola Frenning und Peter Wichers die Riffs von "My Sharona" anstimmen. "Hey Hardenberg, are you ready for some neuken in de Keuken?". Hihi, netter Versuch. "As we speak", "Burial Flame", "Natural born Chaos", "Structure Divine", die Band hat jede Menge Hits im Gepäck und lässt nichts anbrennen. Allerdings lässt die Begeisterungsfähigkeit im Publikum jetzt deutlich nach, überhaupt ist das holländische Publikum merklich lethargischer als man das von deutschen Gigs gewohnt ist, muss wohl an den obligatorischen Rauchschwaden liegen ("Kiffen macht gleichgültig? Mir doch egal.."). Eines steht fest: SOILWORK sind eine geile Live-Band, das Songmaterial, das mich persönlich mehr begeistern kann als jenes vom Götheborger Headliner, spricht für sich. Zum Abschluss gibt's noch "The Flameout " und "Like an everage Stalker", dann ist nach 50 Minuten Schluss und die Zeit ist reif für das nächste Bier. 

Die Getränke-Versorgung ist dann auch eines der wenigen Kritikpunkte heute Abend: dass man im "Podium" mit sogenannten "Munten" bezahlt, geht ja noch in Ordnung. Dass eine dieser "Munten" 1,50 € kostet, auch. Dass man jedoch für eine "Munte" gerade mal ein halb volles 0,2 l Senfglas mit Bier bekommt, ist eine Frechheit. Trotzdem schafft es ein namentlich nicht genanntes Mitglied des Radio Gehacktes Teams, von diesen Mini-Portiönchen high zu werden. Nachdem wir im Backstage-Bereich mit unserem Ansinnen, ein kurzes Interview mit den Bands zu führen, an einem "etwas pingeligen" Tourmanager gescheitert sind, der wohl der Meinung ist, er habe die Interessen von METALLICA zu vertreten, skandiert unser Held vor dem Backstage Bereich "Where are those fuckin' Rock Stars?" sowie "Kirk, James, let me in!". Damit nicht genug: auch die Fotografin von Nuclear Blast aus Belgien wird von unserem Redaktions-Pitbull mit den Worten "So you got no Backstage Pass? Then you are not from Nuclear Blast! Ha!  I got you!  HA!" angefallen. Reife Leistung! A Propos reife Leistung: auch unser Vollzeit-Maniac Daniel ist ist heute Abend wieder dabei und fällt durch ausgiebiges Stagediven auf: sogar als bei IN FLAMES während des Gigs kurz Teile der PA ausfallen, ist unser Flummy in der Luft, was Anders Friden zu der Ansage: "Look at this guy! Without music!" veranlasst. Glückwunsch!

Lange Umbaupause nach SOILWORK, ein fast 20-minütiges Goth-Pop Intro, die Herren Rock Stars lassen sich Zeit. IN FLAMES sind sich ihrer Position offenbar bewusst und fahren das volle Programm auf: Drum Riser in 3 Metern Höhe, blinkende Sterne und IF-Logos im Backdrop. Dann erklingen Sirenen, das Licht geht aus, alles jubelt, es ertönt jedoch nur noch ein weiters Intro...gähn! Irgendwann bequemen sich Anders Friden, Jesper Strömblad & Co dann doch noch auf die Bühne, ganz in weiß gekleidet, und steigen mit "System" vom aktuellen Album "Reroute to remain" in den Set ein, dann gibt's "Pinball Map". "I feel like I'm in flames tonight" begrüßt Friden seine Fans. Auf die Ansage "This is the only Gig in the Netherlands", ertönen einige Buh-Rufe, Friden gibt zurück: "What are you complaining about? You are here! Maybe they picked you for tonight because you look best?" Ja, wahrscheinlich, du Schleimer, haha. An der spielerischen Leistung des Headliners gibt es nichts auszusetzen, der Sound ist eh` erheblich besser als bei SOILWORK und PAIN, schließlich haben IN FLAMES ihr eigenes Mischpult inklusive Tontechniker und PA, und so werden Klassiker wie "Episode 666", "Only for the Weak" und "Behind Space" mit einem sehr differenzierten und druckvollen Sound ins "Podium" geblasen. Kurzum: IN FLAMES machen heute alles richtig, nur die Tatsache, dass sie uns kein Interview geben wollten, beschert den Schweden natürlich Abzüge in der B-Note. Wird ihnen noch leid tun, haha. Nach knapp 80 Minuten geht mit "Colony" der Vorhang zu, Zugaben gibt es wieder mal keine. O-Ton Sieler: "Echte Rock Stars geben keine Zugaben!" Ach so? Hmm...               Uwe Harms  

Bilder von diesem Gig gibt es hier

P.S.: Ein kurzes Interview mit Peter Wichers, seines Zeichens Gitarrist und Hauptsongwriter bei SOILWORK, konnten wir dann doch noch führen: hier nachzulesen

Live Review des Gigs von EBOLA BEACH PARTY / SUFFERAGE / DESPONDENCY am 21.09.2002 im Treff am Neuen Markt, Emden

Der Kanal Agent

Angekündigt sind heute Abend SUFFERAGE, DESPONDENCY sowie ein Special Guest. "Special" sind EBOLA BEACH PARTY aus Oldenburg dann auch: zwei Musiker sind wohl mit ihrer Band GOREZONE (bei der Bassist Torsten "Schnubbi" Nieland und Gitarrist Markus "Kelly B." Krügel lärmen) und dem eher ernsteren Death Metal nicht ganz ausgelastet, mit EBP können sie ihre humoristische Ader ausleben. Unterstützt werden die beiden von Alexander "Joe D. Fister" Oberdick (sonst bei C.P.V.) und Axel "Schlickje" Rolfs (Daemons Embrace). Das Spaßprojekt bietet ihnen die Möglichkeit, in einer Live-Situation auch einmal andere Instrumente als die ihnen angestammten auszuprobieren, ohne dass man ihnen etwaige schräge Töne übel nimmt. Wie auch:  mit Songtiteln wie "Okkensalat", "Der Kanalagent" und "Salateinamerika" (Bomben-Wortspiel übrigens),  Joe D.'s blutverschmierter VW-Latzhose (Haare wie Warrel Dane!) und Singspielchen wie: "Der Basser, der ist scheiße, außerdem ist er hässlich und ´ne alte Pottsau" machen die Jungs klar, dass der Spaß hier im Vordergrund steht. Die Musik pendelt zwischen Chaos und Grind, streift dabei des öfteren die Austro-Porn-Deather PUNGENT STENCH. "So, das letzte Stück heute Abend, wie, ihr wollt noch mehr, na, dann müssen wir halt das ganze Zeug noch mal spielen". Jepp! Ein Demo (Review bald hier) haben die Jungs auch schon am Start, Name: "Fleischlego". Iss klaa, Jungens...

SUFFERAGE (mein Rechtschreibprogramm schlägt "SUFFTRAGE" vor) sind aus "Hambuerch Beach" angereist. Die Deather sind bisher noch bei keinem Label untergekommen, haben aber bereits das im Proberaum entstandene Demo "Birth" im Gepäck, der Zweitling "Raw Meat Experience" folgt im Spätherbst diesen Jahres. Ole (drums), Olli (bass), Lasse (guitar) und Jasmin (vocals) legen nach einem "Star Wars" - Intro mit "Self Hatred Call" furios los, schneller, Florida-inspirierter Death Metal schraubt sich ins Hirn. Shouterin Jasmin sorgt für offene Münder, wann hat man schon mal eine Frau so brüllen hören? Von ultratiefen Growls bis zum "ich-stech-dich-ab-du-Sau-Gekreische" hat Jasmin alles drauf und lässt so manchen männlichen Kollegen ziemlich blass aussehen. Der eigentliche Star des Abends ist jedoch Drummer Ole: völlig gelangweilt und teilnahmslos verdrischt er sein Kit, lässt dabei selbst die härtesten Passagen wie "uffta uffta" erscheinen und verzieht keine Miene. One Hell of a drummer! SUFFERAGE bieten dem Publikum ein "Hamburg Death Metal Inferno" mit nachvollziehbaren Songstrukturen und dem richtigen Gespür für songdienlichen Groove. Auf "Birth" und "Raw Meat Experience" bin ich gespannt. Und das nicht nur, weil ich wissen will, welcher Text sich hinter Songtiteln wie "I hate my cunt" oder "One behind you" verbirgt. Beeindruckende Vorstellung!

DESPONDENCY aus Leer sind 1999 von Drummer Dirk und Gitarrist Steffen Ilm gegründet worden und veröffentlichten 2001 ihre erste Scheiblette "Extinction". Schneller, technisch anspruchsvoller und komplexer Death Metal mit MORBID ANGEL - und SUFFOCATION - Anleihen, sicherlich live nicht ganz so einfach umzusetzen. Aber die Leeraner sind schließlich keine Anfänger mehr, so daß es ihnen nicht schwer fällt,  das Publikum noch einmal zu motivieren. Shouter Konstantin Lühring brilliert mit Growls wie aus der Spülung und auch Drummer Dirk Janssen liefert eine unglaubliche Performance ab. Leider ist es aufgrund des matschigen Sounds im "Treff" sehr schwer, Songs wie "There is nothing" herauszuhören. Der neue Silberling "Womb of all my Fears" erscheint 2003, watch out!

Nach dem Gig trifft sich noch einmal alles vom Musiker bis zum Griffel-Quäler in der Pommesbude nebenan, wo SUFFERAGE - Drummer Ole dann offenbart, daß die anscheinende Teilnahmslosigkeit während des Gigs bei ihm ein Ausdruck höchster Konzentration sei, und er "sonst aus dem Tritt" komme, MEATKNIFE - Sänger Thommy erzählt, er habe ein Projekt namens MUHKUHS am Start ("kommt im Februar raus, mit 6 Tracks in 12 Minuten, härter als MEATKNIFE!"), später gibt dann SUFFERAGE - Basser Olli alte Schlager lautstark zum Besten und wir beschließen, dass es nun an der Zeit ist, zu gehen.   Bilder von diesem Gig        Uwe Harms  

Live Review des WU:NDID / SLOPE / EMBEDDED / RUMBLE MILITIA - Gigs am 14.06.02 im JZ Langholt / Rhauderfehn

Rumble on the Fehn

...ist die Überschrift der e-mail von Jörg Uken, seines Zeichens Master of all Knöpfchen im Soundlodge Studio sowie Drummer der legendären RUMBLE MILITIA. Einen Warm-up - Gig im Jugendzentrum Langholt wollen die reanimierten Punk-Rocker spielen, als Gäste dabei: WU:NDID, SLOPE und EMBEDDED. Ob wir kommen wollen? Och nöh, Jörg, lass mal. NATÜRLICH KOMMEN WIR !!! Auf dem Parkplatz vor dem JZ die üblichen Verdächtigen: Alf von Sirens, Susi und Lieschen von Thrash till death, auch Henne von OBSCENITY ist da, der sich besorgt Gedanken darüber macht, ob OBSCENITY´s Basser Alex jetzt fest bei den Rumbles einsteigt. Nein, tut er nicht, ist nur "ausgeliehen". 

Um 21.45 Uhr eröffnen dann WU:NDID ihren Gig. Vor dem Gig erklären mir Oliver (v), Jens (g), Carsten (g), Heinz (dr) und Marco (b) aus Leer, dass sie sich in der Tradition von Bands wie TURBONEGRO sehen. Ihren Musikstil bezeichnet die 2000 gegründete Band als Noise Punk. Da die Bühne des JZ sehr klein ist, lässt Sänger Oliver seinen Bewegungsdrang im Zuschauerraum freien Lauf. Show wie auch Musik erinnern frappierend an REFUSED. Auf diesen Einfluss angesprochen, verweist der Sänger dann auch auf sein verwaschenes REFUSED - T-Shirt, dass ich erst jetzt bemerke. Die Frage hättest du dir sparen können, Harms. "Wir sind so froh, für die großartigen RUMBLE MILITIA spielen zu können". Ja, ist klar. Nach der vierten derartigen Ansage  habe ich auch kapiert, dass ihr Rumble-Fans seid, hihi. Die Debüt-CD von WU:NDID, "Killingrockmusic" ist seit 2001 im Handel. Ist nicht meine Richtung, einzig der Song "If  Pat Bateman was Hardcore, he would like this" (geiler Songtitel!) kann mir gefallen, handwerklich aber für ein Debüt mehr als ordentlich. Besonders die Website www.wounded.de, von Gitarrist Jens Werner gestaltet,  macht mich neidisch. Sehr gute Site! 

SLOPE aus Oldenburg haben sich 2000 zusammengefunden und zelebrieren nach eigenen Aussagen eine Mischung aus Hardcore und Southern Rock. DOWN, die Texaner um Pantera´s Phil Anselmo, werden als Referenz genannt. S.B.A., der Sänger der Band, tritt normalerweise nur grellstens geschminkt vor das Publikum. Heute nicht,  dafür  trägt er ein Shirt mit der Aufschrift "Saunaclub Melanie", was im Publikum zu Geschmunzel führt. "Tuffig, oder? Wir machen ja auch tuffige Musik!" Nun, dem ist dann glücklicherweise doch nicht so, die Band intoniert ihren energiegeladenen "Southern-Core" mit viel Inbrunst. S.B.A.(v), Wiggum (g), Bridge_It (b) sowie I.K. (dr) geben sich spieltechnisch keine Blöße. Besonders das Stück "Me against the loser" von der SLOPE-CD "Music is my heroine" gefällt mir sehr gut - auch wenn das restliche Material dem intoleranten Metal-Head in mir noch nicht so recht reinlaufen will. Trotzdem: Daumen hoch!

Im Auto auf der Fahrt nach Langholt kam ich zum ersten Mal in Kontakt mit der CD "Banished from the Light" von EMBEDDED. Death-Metal amerikanischer Prägung, mir fallen sofort George "Corpsegrinder" Fisher und seine Mannen als Vergleich ein. Im Gespräch mit der Band ernte ich dann auch ungetrübte Zustimmung, als ich CANNIBAL CORPSE als Referenz für EMBEDDED nenne. EMBEDDED kommen aus Osnabrück und sind seit 1994 aktiv. Fronter Rainer legt mit der Ansage "Wir sind EMBEDDED aus Osnabrück and we are booorrn to haaate!!!"  dann auch gleich die Marschrichtung fest. Death Metal Inferno! Die Band kann mich von Anfang an überzeugen, auch wenn sich heute Abend nicht so recht ins Billing passen will. But who cares? "Smell the stench of war, smell the stench of burning flesh!" Jahaa, mit  solchen Old-school-Ansagen macht man meinen Schlüpfer feucht! "Banished from the Light" ist 2001 bei Revenge Productions erschienen. Am besten gefallen mir der Titeltrack sowie das Über-Stück "Sadistic demise". EMBEDDED spielen heute noch eine Monstrosity Coverversion ("The final cremature"), dann ist Schicht. Auch wenn ich über vierzehn Jahre darauf gewartet habe, RUMBLE MILITIA noch einmal live zu sehen: Für  mich ist EMBEDDED die Band des heutigen Abends. ("Jehova! Jehova!" "Steinigt ihn!")

Zum letzen Mal habe ich RUMBLE MILITIA 1988 im Schlachthof Aurich zusammen mit TANKARD und ASSORTED HEAP live gesehen. Staffi und Hacki hatten damals ihre Lederjacken randvoll mit Nieten bestückt, was mich nachhaltig beeindruckt hat. Ja, so was war damals wichtig (zumindest für mich)! So musste eine Metalkutte aussehen! Wie um mir zu demonstrieren, dass so etwas überhaupt nicht (mehr) wichtig ist, treten die beiden Ur-Rumbles heute ganz ohne Jacken auf, sogar auf  T-Shirts wird verzichtet. "Wir sind RUMBLE MILITIA aus Bremen und wir spielen heute nur altes Zeug. Wer uns damals noch nicht kannte, hat halt Pech gehabt." Rumble Militia haben sich in den fast zwanzig Jahren seit ihrer Gründung immer wieder gegen gesellschaftliche sowie politische Mißstände gewandt, sind keinem Streit, keiner Auseinandersetzung aus dem Weg gegangen, was teilweise zu lebensbedrohlichen Umständen für die Mitglieder führte. Songs wie "No Nazis" kennt jeder, ob Punk, Metaller oder Roger Whittaker Fan. OK, die vielleicht nicht. Ist ja auch egal: Heute Abend heißt "No Nazis" "No Bazis" und ist dem K-Fragen-Gewinner Edmund Stoiber gewidmet. Natürlich dürfen auch Stücke wie "Wieviel Hass wollt Ihr noch?" (vom 93er Output "Deutschland 93, wie viel Hass wollt ihr noch?", das aufgrund von rechtlichen Schwierigkeiten nie erscheinen durfte), "Full of Commercial" ("Fuck off commercial", 1987) sowie mein persönlicher RUMBLE MILITIA Lieblingstrack "Full of Danger" nicht fehlen. Fazit: RUMBLE MILITIA haben nichts verlernt, und keiner kann sagen, die Band hätte sich wegen der Kohle noch einmal aufgerafft. Staffi (bürgerlich Efstathios Agoropoulos) und Hacki (Halkan Onuk) haben nämlich aufgrund diverser "Erfahrungen" mit diversen Security-Crews im Jahr 1992 die Sicherheits-Firma F.B.I.S. gegründet, beschäftigen mittlerweile eine Stamm-Mannschaft von 250 Leuten und können sich über eine schlechte Auftragslage wohl kaum beschweren. Nun wollen wir mal abwarten, ob die Jungs demnächst noch einmal ein Album eintüten. Also, ich würd`s kaufen...    Bilder von diesem Gig                   Uwe Harms

Live Review des OZZFEST 2002 mit BLACK LABEL SOCIETY, OOMPH!,  SUCH A SURGE, BAD RELIGION, TOOL und OZZY OSBOURNE am 20.05.2002, VW-Halle Braunschweig

Pfingstmesse aus dem Teleprompter

Wegen des zu erwartenden Pfingst-Rückreiseverkehrs entschließen wir uns, bereits um 12 Uhr mittags die Segel gen Braunschweig zu setzen, was sich als gute Entscheidung herausstellt: Erst um 15:30 Uhr stehen wir endlich vor der VW-Halle. Der Einlass hat bereits begonnen, die Atmosphäre vor der 5000er-Halle ist sehr entspannt. Wir beschließen, uns noch mit einer Dose Beck´s vor dem Eingang ins Gras zu setzen. Das wiederum entpuppt sich als Fehler, denn um 15.50 Uhr erkenne ich im Soundmatsch, der nach außen dringt, „Bleed for me“ vom aktuellen Album der BLACK LABEL SOCIETY. Zakk fängt an zu spielen, ohne mir Bescheid zu sagen? Frechheit!! Also schleunigst irgend jemandem das Bier an den Kopf geworfen und in die Halle gerannt. Tatsächlich! Skelette, Totenköpfe und dicke Ketten überall am Stage-Equipment, Bassist Rob Trujillo in tiefergelegter Korn-Pose und in der Mitte ein bärtiger Waldschrat, der Bierdosen an seiner Stirn aufschlägt. Die BLACK LABEL SOCIETY spielt drei Songs vom neuen Album "1919 Eternal", zwei vom letzten, Zakk gniedelt ein Solo mit den Zähnen, dann ist der Ofen aus. Nettospielzeit: 25 Minuten!! Nicht nur wir kommen uns ziemlich verarscht vor. Also wieder nach draußen in die Sonne setzen und Bier saufen! Pustekuchen: „Bei Verlassen der Halle verliert die Karte ihre Gültigkeit!“ Scheiße, ok, dann trinken wir unser Bier eben hier.  „Zwei Bier, ein Wasser, bitte“     „9,80 €!" „Entschuldigen Sie, aber ich wollte nur zwei Bier und ein Wasser, nicht ihre Zapfanlage kaufen" „9,80 €, sind aber drei € Pfand drin"    „Na dann...“! Eine Bretzel 2,60 €, eine Portion Pommes von vorgestern 2,20 €! Nächstes Mal lasse ich meinen Magen zu Hause. „Ich schlender` mal zum Merchandising-Stand.“ OZZY - sowie TOOL - T-Shirts für 30 €, Caps 25 €, TOOL-Worker-Shirts 70 €. Hallo? Geht`s noch? Auch für die T-Shirts von BAD RELIGION am zweiten Merch-Stand sollen 30 € hingelegt werden. Pure Abzocke... Wenn man sich jetzt noch vor Augen führt, dass jede Band, die auf dem Ozzfest spielt, dem Management von OZZY OSBOURNE (namentlich Sharon Osbourne) 75.000 $ (in Worten: fünfundsiebzigtausend US-Dollar!) dafür zahlt, auf dieser Tour dabei sein zu können, fasst man sich an den Kopf. Sind Ozzys Medikamente (60 Tabletten täglich!) so teuer?

Zweite Band des Abends: OOMPH! Die selbsternannten Elektro-Metaller haben seit ihrer Gründung im Jahr 1989 auch schon sieben reguläre Alben am Start, heute Abend kommen die meisten vorgestellten Songs von dem 99er Album "Plastik" und dem aktuellen Rundling "Ego". Da mich Dero (v, dr), Crap (g, keys) und Flux (g, Samples) auch schon auf CD nicht vom Hocker reißen, schaue ich mir das ganze von der Tribüne aus an. Die Band ist in rote Arbeitsanzüge gekleidet, die Musik fällt mehr oder weniger eindeutig in die vielzitierte Schublade "Neue Deutsche Härte". Ist mir zu langweilig....

SUCH A SURGE - 10 Jahre sind die Hamburger Kreuzüber-Fetischisten jetzt schon im Business. Metal, Jazz, Hip Hop und diverse andere Musikrichtungen versuchen sie zu vermengen, unterstützt werden sie dabei von DJ Stylewarz. Schön, aber nicht das, was einen Old School Banger wie mich begeistert. Da gefällt mir die Mucke von PAIN IN THE ASS, einem Side Project von den Surgis, schon besser. Das Publikum ist jedoch begeistert und jumpt, was das Zeug hält. Nur ich stehe wieder mit verschränkten Armen da (Langeweile-posing from Hell!). Irgendjemand aus der ersten Reihe schreit: „Ihr seid Scheiße!“, voraufhin Sänger Olli meint: „Wirklich? Mann, siehst du böse aus, du kommst doch bestimmt direkt aus der Hölle“. Gitarrist Dennis Graef stimmt das Anfangsriff von „A new level“ (PANTERA) an, und ich denke noch: „Geil, doch noch Metal“ – aber da fangen sie auch schon alle wieder zu hüpfen an: „Jump, jump!“     Ja,ja, später....

Zwei Bier später ertönen die ersten Licks von „Supersonic“ vom neuen Album "Process of  Belief" der amerikanischen Punk Rocker BAD RELIGION. Die haben in 20 Jahren nur ein Lied geschrieben, können mich aber von Anfang an begeistern. Songs wie „Generator“, „Recipe for Hate“, „Modern Man“ und „21st Century Digital Boy“ treiben nicht nur mich in die Front Rows, wo schnell ein wildes Geschubse herrscht. Den zurückgekehrten Brett Gurewitz kann ich auf  der Bühne  nicht ausmachen, die Spielzeit beträgt nicht mehr als 45 Minuten. Trotzdem ein Super-Gig, aber „Against the Grain“ hätten sie spielen müssen.

Zwanzig Minuten Umbaupause, dann stehen TOOL auf dem Programm. Die Esoterik Freaks aus L.A. geben alles, um ihrem Image von weltfremden "Entrückten" gerecht zu werden. Zu einem Musik-Medley aus den bereits erschienenen Alben "Opiate", "Undertow", "Aenima", "Salival" sowie "Lateralus" werden auf drei großen Leinwänden psychedelische Farbverläufe und geometrische Figuren abgespult, so dass ich mich in die Kindheit zurückversetzt fühle, weil einige dieser Farben und Muster damals die Wände der elterlichen Wohnung schmückten. Maynard Keenan steht völlig entrückt mit dem Rücken zum Publikum und seine Mitstreiter Justin, Danny und Adam spülen ihre Parts in die PA, als wären sie zum Chill-Out hier. Wie kann man Stücke von der genialen „Lateralus“ nur so unbeteiligt und gelangweilt runterpupsen? Nee, Kerls, nich` mit mir. Na ja, Nina und Manuel gefällt es besser als mir und vielleicht bin ich ja auch nur missgestimmt, weil draußen immer noch die Sonne scheint und das Bier hier drinnen so teuer ist...!

Kurzes Intro, dann die ersten Klänge von „Gets me through“, ein kleiner Lichtkegel fällt auf einen schwarzgekleideten Mann mit irrem Blick und zuviel Mascara um die Augen. Sofort breitet sich in der gesamten Halle meterdicke Gänsehaut aus... OZZY OSBOURNE! Nach diversen  „Farewells“, „No more Tours“ und  „Last concerts“ hat sich der Madman aus Birmingham noch einmal aufgerafft, ein paar Shows in good old Europe zu spielen. Der allmächtigen Sharon sei Dank, dass sie ihren Göttergatten, oder besser, was noch von ihm übrig ist, noch einmal vom Sofa hochbekommen hat. Und so bemühen sich Ozzys Mitstreiter Rob Trujillo (b, ex - Suicidal Tendenzies), Zakk Wylde (g), sowie Mike Bordin (dr, ex - FAITH NO MORE) nach Kräften, Ozzys offensichtliche Schwächen auszugleichen. Der Madman, der sich in seinen exzessreichen wilden Jahren auch mal Ameisen statt Koks (aus dem Buch "the Dirt") in die Nase gepfiffen hat, ist nicht mehr in der Lage, sich seine Texte zu merken und muss sie statt dessen von einem Teleprompter, der zu seinen Füßen steht, ablesen. Das Osbourne schon seit Jahren einen Backing-Sänger braucht, der „mir nur bei den Harmonien hilft“ (O-Ton Ozzy) ist ein offenes Geheimnis. Und so schmettert er die unzähligen Klassiker seiner Laufbahn ins Publikum, das jeden seiner Töne begeistert abfeiert. Natürlich fehlen "Iron-Man",  "Paranoid" und "Black Sabbath" nicht. Ozzy versucht, „to entertain you the best I can“ (aus „Gets me through” vom aktuellen Album "Down to Earth") und wir alle sind ihm dankbar dafür. Trotzdem ist es bedrückend zu sehen, wie krank dieser Mann wirklich ist. Zwischen den Liedern zittert Ozzy so wie der Papst beim Lesen der Ostermesse. Und auf Grund der genannten Gedächtnisschwäche darf er sich nie zu weit von seinem Mikroständer bzw. Teleprompter entfernen. Aber Ozzy nimmt`s mit Humor, auch als einmal der Teleprompter ausfällt und er sich die Anfangszeilen vom nächsten Stück von seinem Gitarristen und langjährigen Vertrauten Zakk Wylde soufflieren lassen muss. Sei`s drum. OZZY OSBOURNE ist eine (hoffentlich noch lange) lebende Legende und die Musik, die er geschaffen hat, wird uns für alle Zeiten bewegen. Nach 90 Minuten Spielzeit verneigen sich unsere tapferen vier Ritter, bevor sie das alte Schlachtross wieder in seine Box schieben. Natürlich hätte jeder der Anwesenden gerne noch das ein oder andere Lied mehr gehört (Z. B. fehlten mir das geniale „Shot in the dark“ sowie „Killer of Giants“) aber für so was gibt es ja die bald erscheinende DVD „Ozzy live at Budokan“.  Nina hat ihr erstes Heavy-Metal-Konzert bravourös gemeistert, war tapfer die ganze Zeit bei Ozzy in der ersten Reihe und hat am Ende auch noch ein Stück von Ozzys Handtuch abbekommen, Glückwunsch! Gruß an Manuel ("Testament rulez!") aus Köln. Vielleicht sollte sich Ozzy nun doch endlich zur Ruhe setzen. „No more Tours“!!! Schließlich bringt Sharon für die zweite Staffel von „The Osbournes” auf  MTV ja auch noch schlappe 20 Millionen $ nach Hause. Damit sollte Ozzys Medikamentation für die nächsten Jahre gesichert sein J                                                 Uwe Harms

Live Review des MORSGATT / MEATKNIFE / INHUMATE - Gigs am 18.05.2002 in der Alten Post / Emden

Grind Inc.

Einlass 20 Uhr, Konzertbeginn 21 Uhr. Klar, dass ich zu spät komme, wenn am gleichen Tag unsere Sendung bis 22 Uhr läuft. So bekomme ich vom Opener MORSGATT,  der sich aus den FEARER - sowie SATAN`S BLOOD - Mitgliedern Alf Kluge (dr), Karsten Kleen (b ) und Thomas Zorn (g) zusammensetzt, nur noch einen Track zu hören, zu wenig, um die Live-Qualitäten der Band beurteilen zu können. Aber der Sound ist prima, das Publikum geht gut mit, Sänger Thomas Westphal (der übrigens auch das sehr gute Fanzine Necromaniac herausgibt), ist zwar nicht ganz zufrieden, aber schließlich gehen die Meinungen, ob ein Konzert gut war, zwischen Publikum und Musikern auf Grund der verschiedenen Blickwinkel oft auseinander. Auf ihrer Debüt -CD "Kick Ass Undress" ballern die Jungs jedenfalls sehr amtlichen Deathgrind, das Intro ist der Oberhammer, muss man haben!

Kurze Pause, Vorhang auf für die „Porno-Grinder“ von MEATKNIFE. Unterstützt von einem von Beginn an mörderischen Sound, der einen förmlich umbläst (verantwortlich hierfür: Otto vom Audiocheck Studio), entfachen Matze (v), Thommy (v), Chris (b), Ali (g) und Krüger (dr) ein Grind-Gewitter, dass mich von Anfang an begeistern kann.  Die Band, die bereits zwei Alben ("Blood Blister" sowie "Brutalized Blowjob" auf Noise Variations) auf dem Markt hat,  huldigt ihren Göttern GUT, MORTICIAN  und AUTOPSY, Krüger, der Matze an den Drums abgelöst hat, macht seinen Job unheimlich gut. Band-Maskottchen  Weddermann („Ich bin für MEATKNIFE das, was Eddie für Maiden ist“) rennt mit Plastikaxt, Gasmaske und viel  Nieten zwischen den Musikern umher und Thommy lässt sich mit Mesias-Posen vom Publikum feiern. "Sperminator" und "Anal Intercourse" werden dem mittlerweile ausgestiegenen Basser Ralle gewidmet, der schwer erkrankt ist. Gute Besserung auch von dieser Stelle! Dann bittet Matze für einen Song Andy von Anal Whore aus Worms auf die Bühne, ein Ritter im Kettenhemd und mit Schwert namens Partsch rennt auf der Bühne rum, Songs wie "Fingered and buttfucked" lassen niemanden  nach der  textlichen Ausrichtung fragen, die is` eh klar. Die Band des Abends!

„Guten Abend, wir sind INHUMATE aus Fronkreisch, Strassbourg!“ Sänger Christophe macht sich gleich mit deutschen Ansagen beliebt. Dann verdreht er die Augen und mutiert zum Grind-Derwisch, wälzt sich grunzbrüllkreischend am Boden und schlägt sich das Mikro an die Stirn, dass man sich Sorgen um seine Gesundheit machen muss. Die Franzosen brettern einen Querschnitt ihrer bereits erschienenen drei Alben "Internal Life", "Ex-Pulsion" und "Growth" ins Publikum. Ansagen wie: "We came 700 km, just for you" oder "Support the Underground, fuck the Commerce!" lassen INHUMATE beim Emder Publikum Sympathiepunkte sammeln. Die Musik: Grindcore vom allerderbsten, nicht meine Richtung, aber technisch einwandfrei und mit Inbrunst gespielt. Auf der Aftershow-Party im Fletumer Bunker entpuppt sich der Sänger entgegen seinem Verhalten auf der Bühne jedoch als sehr ruhiger und höflicher Zeitgenosse, der statt an Gedärmen lieber an einem Snickers knabbert.  Drummer Jannick (der nebenbei auch noch den Mailordervertrieb Grind your Soul betreibt) spricht akzentfrei deutsch, was die Konversation erheblich vereinfacht. Gutes Konzert, sehr nette Leute!

 Zu später Stunde versuchen dann noch einige Spaßvögel, uns mit dem gesamten Schutt des World Trade Centers am Verlassen des Bunkers zu hindern. Aber das ist eine andere Geschichte. (Gruß an Polizeiobermeister Westfal!) Uwe Harms

Nachtrag: MEATKNIFE Bassist und Gründungsmitglied Ralph Janßen ist am 20.06.2002 im Alter von nur 29 Jahren seiner schweren Krebserkrankung erlegen. Wir wünschen seiner Familie und seinen Freunden die Kraft, mit diesem schweren Verlust umgehen zu können. Wir werden dich vermissen, Ralph.

Live Review des DESTRUCTION / KREATOR / SODOM / DEW-SCENTED - Gigs am 27.04.2002 im Podium -  Hardenberg/NL

ABC-Pflaster in Hell

Morgens fragt mein Vater mich, "können wir nicht noch das Boot ins Wasser lassen?" Klar, können wir, Dad, "das pack´ ich dir doch alleine ins Wasser, hargh  hargh". Letztendlich dümpelt das Boot  im Wasser und ich mache mich mit ABC-Pflaster an der Wirbelsäule auf den Weg nach Hardenberg, um die "HELL COMES TO YOUR TOWN Part 2" Tour noch ein letztes Mal zu erleben. Scheisse, ich werd´ halt auch nicht jünger! Daniel sitzt neben mir im Auto, betäubt sich mit Whisky-Cola und ich frage mich, ob der wohl auch Rückenschmerzen hat? Nee, hat er nicht, ist "schließlich erst 23" und geht "nicht gerne nüchtern auf Konzerte" Ah ja. In Hardenberg angekommen, freuen wir uns über die lockere Atmosphäre im Podium, Fotoapparate darf man mit rein nehmen, cool, und auch sonst sind alle super nett in dem ca. 800 Leute fassenden Club. Um kurz nach 20:00 Uhr betreten dann DEW-SCENTED die Bühne. Die Jungs aus Walsrode, die bereits 4 Alben veröffentlicht haben, legen das Hauptaugenmerk heute auf die Stücke vom letzten Album "Inwards". Mir persönlich gefallen "Unconditional" und "Inwards" am besten. Leider besteht das Publikum nur aus ca. 25  Bangern, weil der Grossteil der ca. 500 zahlenden Gäste an diesem Abend sich das ganze vom Biertresen aus betrachtet. Aber die Band lässt sich davon nicht von ihrer Mission abbringen und gewinnt auf der ganzen Linie, was Gespräche mit anderen Gästen zeigen, die sich alle sehr positiv über die Band äußern. Beinharter Thrash und eine Unmenge von Killer-Riffs, wie wir sie von den großen Vorbildern Slayer auch gerne mal wieder hören würden. Sänger Leif  Jensen erweist sich als sehr guter Shouter und später im Gespräch als sehr netter Zeitgenosse. Die Niedersachsen haben im Moment ein Hammer-Album im Gepäck und auch live können sie voll überzeugen. Well done, Jungs!

Sehr viel mehr los ist dann beim Auftritt von Tom, Bobby und Bernemann alias SODOM, die Jungs aus`m Pott schmettern ihre Hits aus der 20-jährigen Bandgeschichte ins niederländische Volk und werden ganz ordentlich abgefeiert, allerdings können sie mich nur bei "Outbreak of Evil", "Witching Metal" und "Sodomy and Lust" richtig mitreißen, mir fehlt ein wenig die Spielfreude der frühen Jahre. Später, am Merchandising Stand meint Tom Angelripper dann auch, er würde sich sehr "auf´ `n Sofa und ´ne Fernbedienung" nach der Tour freuen. Sei es ihm gegönnt!

Das Intro von "Curse the Gods" treibt mir live jetzt schon seit Ewigkeiten Schauer über den im Moment schmerzgeplagten Rücken, und auch diesmal ist es nicht anders. DESTRUCTION ballern sich durch die Thrash Classics ihrer acht regulären Alben und begeistern nicht nur mich restlos. Schmier wie immer der perfekte Fronter, mit den obligatorischen "Thrash Metal is here to stay" - Ansagen, Mike als in sich gekehrter Saiten-Wizard sowie Drummer Marc, der das ganze mit einem soliden Fundament unterlegt. Thrash-Perlen wie das schon genannte "Curse the Gods" ("beware of those fools that keep telling you: God loves you, for you his son died - Fuck them, believe in yourself !"), "Eternal Ban", "Mad Butcher", "Thrash `til Death" und so viele andere Songs untermauern DESTRUCTIONs Ruf einer absoluten Ausnahmeerscheinung im Metal Bereich. Für mich die Band des Abends!                                                                                                               

KREATOR haben an diesem Abend den besten Sound aller Bands, und können auch ansonsten beim Publikum noch mal alle Reserven mobilisieren. Leider bin ich nicht mehr in der Lage, mich grossartig in den front rows zu bewegen, und so sehe ich mir die Band von der Empore aus an. Spartanische, aber sehr effektvoll eingesetzte Lightshow, ein Mille Petrozza, der Tom Araya - mässig einfach zwischen den Stücken in sein Mikrofon atmet, dann aber das Publikum immer wieder aufpeitscht, der Rest der Band eher unauffällig im Hintergrund. Aber auch KREATOR habe ich schon spielfreudiger erlebt, so bleibt es bei mir bei einem etwas durchwachsenen Eindruck, obwohl man natürlich sagen muss, dass die Band um Welten besser ist als in den 90-ern, wo ich keinen Pfifferling mehr auf die Band gab. Welcome back...         Uwe Harms

Fazit: Das nächste Mal kein Stapellauf vor einem Metal Konzert! Gruss an Susi und Alf von Sirens!

Live Review JUDAS PRIEST, SQUEALER, am 20. März 2002 im Capitol in Hannover

Rockende Socken im Capitol

"Letzter Tag der CeBit - fahrt besser früh los", hieß es. Also machten wir uns morgens um 11 Uhr von Emden aus auf in die Landeshauptstadt, um ja keinen Ton der METAL GODS zu verpassen. Das Ergebnis unserer Eile war, dass wir bereits um 16 Uhr vor der Halle in dem vierstöckigen Einkaufszentrum standen, in die wir allerdings erst drei Stunden später hinein durften. Egal, es gibt ja noch Saturn Hansa, Kneipen und jede Menge Eisdielen in Hannover.

Endlich war es dann soweit. Um 18.30 Uhr standen wir vor der Halle, da wir unsere Gutscheine noch in reelle Konzertkarten eintauschen mussten. Die Verwunderung war groß: Nur 25 Metalheads versammelten sich rund um´s Capitol - und das bei JUDAS PRIEST!!! Aber was nicht ist, kann ja noch werden. Und tatsächlich tobten rund 800 Menschen im Club, als SQUEALER auf die Bühne kamen. Die tight aufspielende Band  aus Hessen warf ihren gefälligen Power Metal ins Volk und wurde dafür mit erheblich mehr als einem Höflichkeitsapplaus belohnt. Nach einer Stunde und einer kleinen Umbaupause stiegen JUDAS PRIEST mit ihrem Überhit "Metal Gods" in den Set ein. Sofort verwandelte sich das Capitol in ein Tollhaus. Sänger Tim "Ripper" Owens bewies einmal mehr, dass er zu den besten Metalsängern der Gegenwart gehört. Dennoch wurde mir persönlich schmerzlich bewusst, welch große Lücke Rob Halford bei der Band hinterlassen hat - ich war allerdings auch der Einzige, der mit einem HALFORD - T-Shirt in die Halle kam. Fast alle Stücke, die man auch schon von der 98er-Live-Scheibe "Meltdown" her kennt, wurden gespielt. Selbst die Ansagen waren identisch, was meiner Meinung nach etwas ärmlich ist. Aber nach über zwei Stunden hatte die Band auch all meine Faves gespielt (nur "Grinder" fehlte).

Abschließend bleibt nur zu sagen, dass die Zeit nicht spurlos an K.K. Downing und Glen Tipton vorübergegangen ist: Mächtig alt sind sie geworden. Trotzdem konnte es sich Downing auch diesmal nicht verkneifen, in seine Bühnenlederhose eine Socke zu stopfen, was zu einigen Lachern im Publikum führte. Der Ripper machte sich einen Spass daraus und führte die zwei Gitarristen des Öfteren als zwei hüftlahme Tanzbären vor. Einzig Drummer Scott Travis (Monster-Arme) machte an diesem Abend einen einigermaßen fitten Eindruck, Bassist Ian Hill hatte wieder einmal den Aktionsradius eines Bierdeckels.

Genug gemeckert: Über zwei Stunden JUDAS PRIEST boten solide Unterhaltung und mehr "Value for money" als sämtliche Linkin Bizkits und Slipknots dieser Welt. Punkt!                         Uwe Harms